Halbleiter-Krise, PC-Preise

Halbleiter-Krise treibt PC-Preise in Rekordhöhen

22.01.2026 - 05:46:12

Die globale Nachfrage nach KI-Chips führt zu massiven Preissteigerungen für RAM und SSDs. PC-Hersteller reagieren mit höheren Preisen und dünneren Konfigurationen.

Die globale KI-Revolution stürzt den PC-Markt in eine beispiellose Kostenkrise. Weil Chiphersteller ihre Produktion auf lukrative KI-Komponenten umstellen, explodieren die Preise für Arbeitsspeicher und SSDs – mit direkten Folgen für jeden Computerkäufer.

Dramatische Preissprünge setzen Industrie unter Druck

Es ist ein perfekter Sturm auf dem Halbleitermarkt: Die Preise für essentielle Speicherbausteine schießen in historische Höhen. Konkret verteuern sich DRAM und NAND-Flash, die Kernkomponenten von Arbeitsspeicher und Solid-State-Drives (SSDs), um bis zu 60 Prozent allein im ersten Quartal 2026. Marktforscher beobachten die schlimmste Knappheit der Geschichte – ein Albtraum für PC-Hersteller und Verbraucher gleichermaßen.

Die Auswirkungen sind bereits im Handel spürbar. Beliebte DDR4- und DDR5-RAM-Kits sind teilweise über 80 Prozent teurer als Ende 2025. Noch drastischer trifft es SSDs: Ein Terabyte Speicher kostet bei einigen Modellen mittlerweile mehr als das Doppelte. Ein Kioxia-Manager brachte es kürzlich auf den Punkt: Die Tage bezahlbarer 1-TB-SSDs seien vorbei.

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KI-Boom entzieht dem PC-Markt die Grundlage

Doch was treibt diese Explosion an? Die Antwort liegt im künstlichen Intelligenz-Boom. Giganten wie Samsung, SK Hynix und Micron fahren die Produktion von Standard-Speichern zurück. Stattdessen setzen sie alles auf High-Bandwidth Memory (HBM) – hochspezialisierte, profitablere Chips für KI-Server.

Diese Umschichtung hat fatale Folgen. KI-Server schlucken ein Vielfaches an Speicherkapazität verglichen mit Consumer-Geräten. Da die Hersteller mit HBM Rekordgewinne einfahren, fehlt jeder Anreiz, wieder mehr Kapazitäten für den PC-Markt bereitzustellen. Ein klassisches Henne-Ei-Problem mit durchschlagender Wirkung.

Teurere Grafikkarten und dünnere Konfigurationen

Die Preisspirale dreht sich weiter. Nach RAM und SSDs erfasst sie nun auch Grafikkarten. Der Grund: Der darin verbaute Videospeicher (VRAM) unterliegt demselben Marktdruck. Damit könnte die gerade erst erreichte Preisstabilität bei GPUs schnell wieder Geschichte sein – eine weitere Belastung für Gamer und Content-Creator.

Wie reagieren die Hersteller? Große PC-Anbieter wie Dell, Lenovo und ASUS kündigen bereits Preiserhöhungen von 15 bis 20 Prozent für 2026 an. Der Systemintegrator CyberpowerPC passte seine Preise im Dezember 2025 nach oben an – begründet mit einer Verfünffachung der RAM- und einer Verdopplung der SSD-Kosten.

Die Strategie vieler Hersteller: Fokus auf Premium-Systeme, um Margen zu schützen. Für preisbewusste Käufer könnte das bedeuten, dass Mittelklasse-Laptops und -Desktop-PCs künftig mit weniger RAM oder kleineren SSDs ausgeliefert werden. Besonders ironisch trifft dies die neue Kategorie der AI-PCs, die eigentlich auf reichlich Speicher für lokale KI-Funktionen angewiesen sind.

Struktureller Wandel statt kurzer Engpass

Experten der Marktforschungsfirma IDC warnen: Hier handelt es sich nicht um einen vorübergehenden Engpass, sondern um einen strukturellen Wandel, der Jahre dauern könnte. Die Prognosen für den PC-Markt sind düster – einige Szenarien sagen für 2026 einen Rückgang von bis zu neun Prozent voraus.

Die Krise bekommt auch eine geopolitische Dimension. Die USA drohen den südkoreanischen Speicherriesen Samsung und SK Hynix mit hohen Zöllen, falls diese nicht Produktionsstätten in den USA errichten. Ein Schritt zur Stärkung der heimischen Produktion, der jedoch zusätzliche Volatilität in den bereits angespannten Weltmarkt bringen könnte.

Keine Entspannung vor 2027

Wann wird es besser? Die Aussichten sind ernüchternd. Marktbeobachter rechnen damit, dass die Preise 2026 weiter steigen werden. Zwar investieren Hersteller Milliarden in neue Fabriken – SK Hynix plant eine 13-Milliarden-Euro-Anlage, Micron ein „Megafab“ in New York. Doch diese Kapazitäten werden frühestens 2027 relevant.

Bis dahin müssen sich Industrie und Verbraucher auf eine neue Realität einstellen: teurere Speicher, höhere Systempreise und schwierige Abwägungen zwischen Leistung und Budget. Die Ära bezahlbarer Speicher-Upgrades und günstiger High-Capacity-SSDs ist vorerst beendet.

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