Haferkur, Renaissance

Haferkur erlebt Renaissance: Senkt Cholesterin und stärkt den Darm

23.01.2026 - 21:52:12

Studien belegen die Wirksamkeit der traditionellen Haferkur. Der Ballaststoff Beta-Glucan senkt den LDL-Cholesterinspiegel und fördert eine gesunde Darmflora.

Die traditionelle Haferkur feiert ein wissenschaftliches Comeback. Aktuelle Studien bestätigen ihre Wirksamkeit gegen erhöhte Cholesterinwerte und für eine gesunde Darmflora. Damit rückt die einfache Diätmaßnahme wieder in den Fokus der Ernährungsmedizin.

Ein altes Hausmittel mit neuer wissenschaftlicher Basis

Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts setzte der Mediziner Carl von Noorden Hafertage zur Diabetes-Behandlung ein. Heute verstehen Forscher die Mechanismen dahinter besser. Der Schlüssel liegt im löslichen Ballaststoff Beta-Glucan, der in Hafer in hohen Mengen vorkommt.

Dieser Ballaststoff ist für zwei zentrale Effekte verantwortlich: die Senkung des Cholesterinspiegels und die Förderung einer gesunden Darmflora. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat die cholesterinsenkende Wirkung offiziell anerkannt.

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So wirkt Beta-Glucan im Körper

Die Wirkweise ist clever: Im Darm bindet Beta-Glucan Gallensäuren. Für die Neubildung dieser Säuren zieht der Körper Cholesterin aus dem Blut ab – der LDL-Cholesterinspiegel sinkt. Für diesen Effekt sind täglich etwa 3 Gramm Hafer-Beta-Glucan nötig.

Gleichzeitig dient der Ballaststoff als Nahrung für nützliche Darmbakterien. Diese fermentieren ihn zu kurzkettigen Fettsäuren wie Butyrat. Diese Säuren stärken die Darmschleimhaut und wirken entzündungshemmend.

Praxistipp: So funktioniert eine Zwei-Tage-Kur

Eine typische Kur umfasst drei Mahlzeiten täglich über zwei Tage. Jede Mahlzeit besteht aus:
* 60 bis 80 Gramm Haferflocken
* Zubereitet mit Wasser oder ungesüßter Gemüsebrühe
* Optional verfeinert mit Beeren, Nüssen oder Kräutern

In der diabetologischen Praxis zeigt die Intervention Erfolge: Sie kann die Insulinresistenz senken und die Blutzuckerwerte bei Typ-2-Diabetikern verbessern. Die positiven Effekte halten Experten zufolge bis zu vier Wochen an.

Vom Nischen- zum Präventions-Tool

Die bestätigten Vorteile passen in einen größeren Trend: Die Ernährungsmedizin setzt vermehrt auf vollwertige, pflanzenbasierte Lebensmittel. Eine Metaanalyse im American Journal of Clinical Nutrition deutet sogar auf eine moderate, blutdrucksenkende Wirkung von regelmäßigem Haferkonsum hin.

Aufgrund der einfachen Umsetzung und soliden Evidenz könnte die Haferkur künftig eine größere Rolle in Therapie-Leitlinien spielen. Die Forschung untersucht derzeit intensiv, wie die Hafer-Inhaltsstoffe mit der individuellen Darmflora interagieren. Das Ziel: maßgeschneiderte Ernährungsempfehlungen, die das Potenzial dieses traditionellen Superfoods voll ausschöpfen.

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