Grok, Philippinen

Grok: Philippinen heben KI-Chatbot-Sperre nach Sicherheitszusagen auf

25.01.2026 - 21:25:12

Nach nur neun Tagen wurde die Sperre des KI-Chatbots Grok aufgehoben. Der Kompromiss mit xAI durch technische Anpassungen könnte als globales Vorbild für eine kooperative Regulierung dienen.

Die Philippinen haben die Blockade des KI-Chatbots Grok nach nur einer Woche wieder aufgehoben. Der schnelle Kompromiss mit Entwickler xAI könnte zum Vorbild für eine neue, dynamische Form der KI-Regulierung weltweit werden.

Vom Verbot zum Dialog in Rekordzeit

Am 16. Januar hatte die Regierung unter Präsident Ferdinand Marcos Jr. den Zugang zu Grok landesweit sperren lassen. Auslöser waren massive Bedenken, der Dienst könne zur Erstellung von sexuell expliziten Inhalten, missbräuchlichen Darstellungen Minderjähriger und nicht-einvernehmlichen Deepfakes missbraucht werden. Die Behörden beriefen sich auf den nationalen Cybercrime Prevention Act.

Doch statt auf einer dauerhaften Blockade zu beharren, setzte Manila auf direkte Verhandlungen. Das von Elon Musk geführte Unternehmen xAI reagierte umgehend und legte einen detaillierten Lösungsplan vor. Bereits am 25. Januar – nur neun Tage nach dem Verbot – wurde die Sperre wieder aufgehoben.

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Geo-Compliance: KI wird lokal angepasst

Kern der Einigung sind konkrete technische Anpassungen von xAI speziell für den philippinischen Markt. Das Unternehmen hat zugesagt, die umstrittenen Funktionen zur Bild- und Inhaltsmanipulation für Nutzer in dem südostasiatischen Land zu deaktivieren. Zudem wird die Generierung pornografischer Inhalte vollständig unterbunden.

Diese maßgeschneiderte Lösung, die Experten bereits als „Geo-Compliance“ bezeichnen, war die entscheidende Voraussetzung für die Wiederzulassung. „Anstatt pauschal zu verbieten, haben wir den Anbieter zu konkreten Schutzmaßnahmen verpflichtet“, erklärte ein Regierungssprecher.

Ein neues Modell für die globale KI-Governance?

Die schnelle Deeskalation wird international als möglicher Präzedenzfall gewertet. Statt langwieriger Rechtsstreitigkeiten setzte die philippinische Regierung auf kooperative Lösungen mit klaren technischen Vorgaben. „Sollte sich dieser Ansatz bewähren, könnte er als Referenz für andere Staaten dienen“, so DICT-Minister Henry Aguda.

Damit positionieren sich die Philippinen als wichtiger Akteur in der Gestaltung globaler Tech-Regulierung – neben anderen südostasiatischen Staaten wie Malaysia und Indonesien, die ähnliche Bedenken geäußert hatten.

Strengere Überwachung als Daueraufgabe

Für die Behörden ist der Fall mit der Aufhebung nicht abgeschlossen. Das Cybercrime Investigation and Coordinating Center (CICC) kündigte eine engmaschige, fortlaufende Überwachung der Plattform an. „Wir stellen sicher, dass die Vereinbarungen eingehalten und unsere Gesetze respektiert werden“, betonte Unterstaatssekretär Renato Paraiso.

Regulierer weltweit beobachten das Experiment aufmerksam. Die EU, Großbritannien und Indien haben ebenfalls Untersuchungen zu den Risiken KI-generierter Inhalte eingeleitet. Der philippinische Weg aus Dialog und technischen Schutzvorkehrungen könnte sich als effektiver erweisen als pauschale Verbote – und so die globale Debatte über verantwortungsvolle KI-Nutzung maßgeblich beeinflussen.

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