Grok dominiert US-Chatbot-Markt
15.02.2026 - 14:10:12Grok erobert US-Markt, doch Umwelt- und Rechtsstreit belasten xAI.
Grok, das Flagship-Chatbot-Projekt von Elon Musks KI-Tochter xAI, hat im Januar 2026 einen Marktanteil von 17,8 Prozent in den USA erreicht. Das zeigt eine Auswertung von Reuters basierend auf Daten des Anbieters Apptopia. Gegenüber Dezember 2025 bedeutet das ein Sprung von 14 Prozent und gegenüber Januar 2025 eine enorme Steigerung von 1,9 Prozent. Grok verdrängt den chinesischen Konkurrenten DeepSeek und rangiert nun als dritter meistgenutzter Chatbot hinter OpenAI’s ChatGPT und Google’s Gemini.
Analysten führen das schnelle Wachstum vor allem auf die enge Verzahnung mit dem X-Sozialnetzwerk (ehemals Twitter) zurück. Nate Elliott, Principal Analyst bei Emarketer, erklärte, Cross-Promotion habe den größten Beitrag geleistet: Grok sei in die Navigationsleiste von X integriert und Teile des fortgeschrittenen Zugangs würden über Premium-Abonnements gebündelt. So habe xAI die riesige Nutzerschaft von X effektiv genutzt, um die Verbreitung von Grok zu beschleunigen.
In der Marktlandschaft bleibt ChatGPT zwar Spitzenreiter, doch dessen Anteil ist von über 80 Prozent vor einem Jahr auf 52,9 Prozent im Januar 2026 gefallen. Googles Gemini konnte derweil auf 29,4 Prozent zulegen. Die Dynamik illustriert eine sich verschiebende Konkurrenzsituation, in der xAI mit den Ressourcen des Musk-Imperiums rasch Boden gewinnt und an Fahrt aufnimmt.
Infrastruktur-Ausbau löst neue Rechtsstreitigkeiten aus
Unternehmenswachstum bedeutet auch physischen Expansionsdruck: Die Größe der Rechenzentren von xAI sorgt für neue regulatorische Anfechtungen. Am Freitag, dem 13. Februar, reichte die NAACP eine Klageerklärung gegen xAI ein und wirft dem Unternehmen Verstöße gegen das Clean Air Act am Standort Southaven, Mississippi, vor. Demnach betreibt xAI mehr als ein Dutzend mobile Methan-Gasgeneratoren ohne die erforderlichen Genehmigungen, was zu Umweltbelastungen in überwiegend schwarzen Gemeinden führen soll.
Bereits im Vorjahr war eine ähnliche Vorabankündigung bezüglich des Colossus-Rechenzentrums in Memphis, Tennessee, eingegangen. Umweltaktivisten argumentieren, dass der vermehrte Einsatz unlizenzierter Turbinen die Luftqualität beeinträchtigt und Gesundheitsrisiken erhöht. Die NAACP strebt Gerichtsbeschlüsse sowie zivilrechtliche Strafen an.
Berichte der britischen Zeitung The Guardian legen nahe, dass xAI fast 30 portable Turbinen an mehreren Standorten installiert habe, um den Energiebedarf der neuesten Grok-Modelle zu decken. Diese Generatoren setzen feine Partikel und Stickstoffoxide frei – Schadstoffe, die Atemwegserkrankungen begünstigen. Die NAACP betont die Notwendigkeit regulatorischer Schutzmaßnahmen und kündigt weitere Schritte an.
Personalwechsel und Fusion mit SpaceX
Gleichzeitig verzeichnet XAI eine Phase interner Umstrukturierungen. Anfang der Woche bestätigten Berichte den Weggang der Mitbegründer Jimmy Ba und Tony Wu, womit rund die Hälfte des ursprünglichen Gründungsteams das Unternehmen verlassen hat. Offizielle Gründe wurden bislang nicht detailliert benannt; Branchenbeobachter führen hohen Arbeitsdruck und enge Fristen als mögliche Ursachen an.
Zuvor hatte SpaceX eine Übernahme von xAI abgeschlossen, die laut Berichten einen Wert von rund 250 Milliarden US-Dollar ausmachte. Der fusionierte Konzern werde demnach auf über eine Billion US-Dollar bewertet. In Euro bedeutet das grob rund 230 Milliarden Euro beziehungsweise mehr als 920 Milliarden Euro Gesamtbewertung. Ziel ist eine stärkere Infrastruktur-Symbiose mit neuen Projekten, unter anderem orbitalen Rechenzentren, die über Starlink-Anbindungen laufen könnten.
Zukunftsausblick: Regulierung, Fusion und neue Infrastruktur
Die Anbindung an SpaceX markiert eine neue Entwicklungsstufe: Mögliche Orbital-Rechenzentren könnten das Versorgungsproblem herkömmlicher Netze umgehen. Doch aktuell bleibt der Fokus auf dem harten Alltagsgeschäft: Rechtliche Auseinandersetzungen zu Umweltfragen müssen geführt werden, während die technologische Geschwindigkeit mit der Konkurrenz OpenAI und Google konkurrieren muss.
Zudem halten Europa und Großbritannien Untersuchungen zu Datenschutz und Inhalten, die von Grok generiert werden, weiter an. Für deutsche Anleger und Nutzer zählt vor allem, wie schnell xAI-Regulierungen einhält und wie stabil das Talent- und Infrastruktur-Ökosystem bleibt. Geopolitisch und wirtschaftlich passt sich Grok damit in einer europäischen Marktlandschaft ein, in der SAP, Telekom und andere DAX-Unternehmen auf ähnliche Migrationsprozesse setzen.
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Ausblick: Die nächsten Wochen werden zeigen, ob Grok die Momentum-Kurve halten kann, wie sich Umweltauflagen und Rechtsstreitigkeiten auswirken und ob die SpaceX-Integration die Innovationskraft weiter beschleunigt. Die Entwicklungen bleiben mit Blick auf Datenschutz, Wettbewerbsregeln und langfristige Skalierbarkeit ein zentrales Thema für 2026.
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