Griechischer, Immobilienmarkt

Griechischer Immobilienmarkt übertrifft erstmals Vorkrisen-Niveau

21.02.2026 - 06:24:12 | boerse-global.de

Immobilienpreise in Griechenland haben das Niveau von 2008 übertroffen, angetrieben von ausländischen Investoren. Die Kehrseite ist eine akute Wohnungsknappheit, auf die die Regierung mit strengeren Regeln reagiert.

Griechische Immobilienpreise haben das Niveau von 2008 übertroffen. Aktuelle Daten der Bank von Griechenland zeigen eine vollständige Erholung von der tiefen Krise. Doch der Boom hat eine Schattenseite: Er treibt die Wohnungsnot im Land weiter voran.

Athen und Inseln führen den Preis-Boom an

In der Hauptstadtregion Attika liegen die Werte bereits rund 12,5 Prozent über dem Höchststand von 2008. Seit dem Tiefpunkt 2017 haben sie sich hier mehr als verdoppelt. In Thessaloniki kletterten die durchschnittlichen Angebotspreise zuletzt auf 2.325 Euro pro Quadratmeter. Auf den griechischen Inseln legten die Preise im Jahresvergleich um etwa zwölf Prozent zu.

Angetrieben wird die Rallye von starkem ausländischem Investoreninteresse, hohen Baukosten und einem begrenzten Neubauangebot. Das „Golden Visa“-Programm spielt dabei eine wesentliche Rolle. Die wirtschaftliche Erholung und der boomende Tourismus heizen die Nachfrage zusätzlich an.

Explodierende Mieten verschärfen die Wohnungsnot

Während Investoren profitieren, wird die Lage für Mieter immer dramatischer. In den Großstädten und auf den Inseln sind die Mieten in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Die wachsende Popularität von Kurzzeitvermietungen über Plattformen wie Airbnb verknappt das Angebot an dauerhaftem Wohnraum weiter.

Die Folge ist eine akute Wohnungsnot. Besonders junge Menschen, Studenten und Familien mit mittlerem Einkommen finden kaum noch bezahlbaren Wohnraum. Die Kluft zwischen stagnierenden Löhnen und explodierenden Wohnkosten entwickelt sich zur größten sozialen Herausforderung des Landes.

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Regierung verschärft „Golden Visa“-Regeln

Die griechische Regierung reagiert mit neuen Maßnahmen. Ab dem 1. April 2026 müssen Mietzahlungen verpflichtend per Banküberweisung erfolgen. Das soll Steuerhinterziehung bekämpfen.

Gleichzeitig wurden die Regeln für das „Golden Visa“-Programm deutlich verschärft. In gefragten Regionen wie Athen, Thessaloniki und auf beliebten Inseln liegt die Mindestinvestition jetzt bei 800.000 Euro. Zudem dürfen diese Immobilien nicht mehr für Kurzzeitvermietungen genutzt werden.

Boom mit stabilerer Basis als vor der Krise

Der aktuelle Aufschwung unterscheidet sich vom Vorkrisenmarkt. Er wird weniger durch riskante inländische Kredite, sondern vor allem durch ausländisches Kapital und Eigenkapital getragen. Das macht ihn potenziell stabiler.

Doch Experten warnen vor den sozialen Folgen der Überhitzung. Die große Frage lautet: Kann die Politik die Investitionsfreude erhalten, ohne die eigene Bevölkerung aus dem Wohnungsmarkt zu verdrängen? Die neuen „Golden Visa“-Regeln werden hier ein erster Stresstest.

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