Grafikkarten-Preise, KI-Boom

Grafikkarten-Preise explodieren durch KI-Boom

17.02.2026 - 22:54:11 | boerse-global.de

Die Preise für Grafikkarten steigen weltweit stark an, angetrieben durch die enorme Nachfrage der KI-Industrie und höhere Speicherkosten. Nvidias neueste Modelle sind besonders betroffen.

Eine perfekte Sturm aus KI-Nachfrage und Speicherkosten treibt Grafikkarten-Preise in Rekordhöhen. Neue Analysen zeigen globale Preissprünge von durchschnittlich 15 Prozent seit November 2025 – besonders Nvidias neueste Generation ist betroffen.

Der Markt für Grafikkarten erlebt eine beispiellose Preisspirale, deren Ursachen weit über den traditionellen PC-Gaming-Bereich hinausreichen. Anders als bei früheren Engpässen durch Kryptomining treibt diesmal die unersättliche Nachfrage der Künstlichen Intelligenz-Industrie die Preise. Kombiniert mit angespannten Lieferketten für Hochleistungs-Speicher (VRAM) hat sich die Kostenstruktur fundamental verändert. Was Verbraucher Ende 2025 noch bezahlen konnten, ist heute kaum noch realistisch.

Nvidias RTX-50-Serie im Preisfieber

Im Epizentrum der Preisexplosion steht Nvidias neueste RTX-50-Architektur. Daten vom Februar 2026 zeigen drastische Anstiege gegenüber dem Spätjahr 2025. Die Mittelklasse-Karte RTX 5070 Ti legte um schwindelerregende 25 Prozent zu – ein Plus von etwa 190 Euro. Hintergrund sind nicht nur Komponentenkosten, sondern auch Berichte über reduzierte Produktionsmengen zugunsten profitablerer KI-Beschleuniger.

Im High-End-Segment ist die Entwicklung ähnlich dramatisch. Die GeForce RTX 5080, ursprünglich für etwa 1.000 Euro positioniert, nähert sich mittlerweile der 1.250-Euro-Marke. Das Flaggschiff RTX 5090 verteuerte sich um 32 Prozent und wandelt sich damit von einer Gaming-Karte zu einem professionellen Werkzeug. Selbst Einsteigermodelle wie RTX 5050 und 5060 verteuerten sich um 9 beziehungsweise 13 Prozent.

AMD und Intel als preisliche Inseln der Stabilität

Während bei Nvidia die Preise durch die Decke gehen, zeigen sich die Wettbewerber zurückhaltender. AMDs Radeon RX-9000-Serie verzeichnete durchschnittlich nur 10 Prozent Aufschlag. Modelle wie die RX 9060 XT 16GB stiegen um 14,5 Prozent, die RX 9070 sogar nur um 7 Prozent. Diese Strategie bietet Verbrauchern etwas Schutz vor der schlimmsten Volatilität.

Intels Battlemage-Serie (B-Serie) bleibt am stabilsten. Die Arc B570 wurde in einigen Regionen sogar günstiger, während die leistungsstärkere B580 um 11 Prozent zulegte – immer noch unter dem Marktdurchschnitt für vergleichbare Mittelklasse-GPUs. Damit positioniert sich Intel als Alternative für budgetbewusste Spieler, besonders im 1080p-Segment.

KI-Hunger als Preistreiber Nummer eins

Die Hauptursache der aktuellen Krise ist der beispiellose Bedarf der KI-Industrie. Tech-Giganten und Rechenzentren kaufen GPUs in riesigen Stückzahlen für Sprachmodelle und KI-Workloads. Das bindet einen Großteil der globalen Halbleiterproduktion und treibt insbesondere die Kosten für Hochleistungs-VRAM in die Höhe. Die Preise für GDDR7- und GDDR6-Speicher sollen massiv gestiegen sein und machen mittlerweile einen erheblichen Teil der Herstellungskosten aus.

Diese Ressourcenkonkurrenz zwingt Hersteller zu strategischen Entscheidungen. Berichten zufolge reduziert Nvidia die Produktion bestimmter Gaming-Modelle, um mehr Kapazität für lukrative Rechenzentren-Produkte freizumachen. Das Ergebnis: sinkendes Angebot bei stabiler Nachfrage führt unweigerlich zu höheren Verkaufspreisen. Die Dynamik markiert einen strukturellen Wandel – nicht mehr PC-Gaming, sondern Enterprise-KI gestaltet den GPU-Markt.

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Wird teuer das neue Normal?

Branchenanalysten rechnen mit anhaltendem Preisdruck während des gesamten Jahres 2026. Sowohl AMD als auch Nvidia planen angeblich weitere gestaffelte Preiserhöhungen, um steigende Komponentenkosten abzufedern. Diese anhaltende Inflation könnte eine neue, höhere Preisebene etablieren – besonders im High-End-Segment, das zunehmend als professioneller Markt behandelt wird.

Für Verbraucher bedeutet das: Erwartungen anpassen. Die Ära, in der Top-Modelle nahe am UVP erhältlich waren, scheint vorbei. Spieler und PC-Enthusiasten müssen sich auf höhere Kosten und mögliche Verfügbarkeitsprobleme einstellen. Gerüchte, Nvidia könnte 2026 sogar ganz auf neue Gaming-GPUs verzichten, um sich auf KI zu konzentrieren, lassen keine baldige Entspannung erwarten.

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