Grafikkarten-Preise entkoppeln sich von Herstellerangaben
29.01.2026 - 13:22:11Die Ära stabiler Grafikkarten-Preise ist abrupt zu Ende gegangen. Neue Marktdaten zeigen drastische Preissprünge bei High-End-Hardware, getrieben durch Speicherknappheit und geänderte Vertriebspolitik der Hersteller.
Nvidia streicht Preisgarantien für Partner
Der wichtigste Auslöser der aktuellen Instabilität: Nvidia hat sein „Official Pricing Program“ (OPP) gestrichen. Das berichtete der bekannte Hardware-Analyst Der8auer bereits am 23. Januar. Dieses Programm garantierte Partnern wie ASUS, MSI und Gigabyte bisher Rückvergütungen, wenn sie eine bestimmte Stückzahl zu Nvidias offiziellem UVP (unverbindlicher Preisempfehlung) anboten.
Ohne diesen finanziellen Ausgleich geben die Hersteller nun die gestiegenen Produktionskosten direkt an Kunden weiter. Die Folge: Die Preisuntergrenze für die RTX-50-„Blackwell“-Serie ist gefallen. Bei großen Händlern sind Modelle wie die RTX 5070 oder 5080 kaum noch zu ihren Einführungspreisen von 549 bzw. 999 US-Dollar erhältlich. Aufschläge von 12 bis 40 Prozent sind die Regel.
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Nvidias Strategiewechsel ist eindeutig: Das Unternehmen priorisiert die Margen seiner Partner gegenüber der Erschwinglichkeit für Endverbraucher – eine Reaktion auf den volatilen Speichermarkt.
AMD konzentriert sich auf hochpreisige Modelle
Auch bei AMD steigen die Kosten. Das Unternehmen hat seinen Partnern Mitte Januar Preiserhöhungen für Speicher-Bundles mitgeteilt. Da AMD sowohl GPU-Kern als auch Speicherchips liefert, wirken sich interne Kostenerhöhungen direkt auf die Herstellungskosten der Partner aus.
Zudem fokussiert sich AMD bei der Produktion offenbar auf hochpreisige Modelle. Die Auslieferungszahlen der teureren Radeon RX 9070 XT liegen konsistent über denen der günstigeren Non-XT-Variante. So maximiert AMD den Erlös pro Silizium-Wafer – eine notwendige Taktik bei explodierenden Komponentenpreisen.
Frühere Zusagen von AMD-Managern, Preiserhöhungen zu verhindern, sind damit hinfällig. Die RX-9000-Serie handelt aktuell deutlich über ihren ursprünglichen Einführungspreisen.
Speicherkosten treiben „schattenhafte“ Preiserhöhungen
Die Ursache für die Preisexplosion liegt in einer kritischen Knappheit bei Hochleistungsspeicher (GDDR7/GDDR6). Laut einem Bericht der südkoreanischen Agentur Newsis machen Speicherkomponenten inzwischen über 80 Prozent der GPU-Herstellungskosten aus.
Die Knappheit wird durch die Konkurrenz aus dem KI-Sektor verschärft. Produktionskapazitäten für Grafikspeicher werden umgewidmet, um teure HBM-Module (High Bandwidth Memory) für KI-Beschleuniger wie Nvidias H200 zu produzieren. Diese bringen den Speicherherstellern deutlich höhere Margen.
Die Hersteller umgehen so negative Schlagzeilen über offizielle UVP-Erhöhungen. Stattdessen etabliert sich ein „rollierendes Preismodell“: Der Großhandelspreis an Händler steigt monatlich, während der UVP auf der Verpackung nominell gleich bleibt. Für Verbraucher ändert sich nichts – sie zahlen am Ende mehr.
Folgen für den Markt und Gamer
Die Situation erinnert an die Crypto-Boomphase 2021, hat aber andere Treiber. Damals trieb Spekulation die Nachfrage, heute ist es eine angebotsseitige Inflation durch Komponentenmangel.
Am stärksten leidet das Mittelklasse-Segment. Die Intel Arc B570 ist eine der wenigen Karten, die noch nahe ihrem UVP von 220 US-Dollar verfügbar ist – weil sie auf älteren, günstigeren Speicher setzt. Für High-End-Gaming in 4K ist die Eintrittshürde dagegen deutlich gestiegen.
Im Enthusiasten-Bereich sind die Aussichten düster. Für die Flaggschiff-RTX 5090 (UVP: 1.999 US-Dollar) wurden im Januar bereits Listenpreise von bis zu 5.000 US-Dollar prognostiziert. Zwar ist diese extreme Schwelle noch nicht flächendeckend erreicht, der Aufwärtstrend ist jedoch unverkennbar.
Keine schnelle Besserung in Sicht
Analysten erwarten, dass die Volatilität das gesamte erste Halbjahr 2026 anhalten wird. Hält sich das rollierende Monatsmodell, müssen Verbraucher mit monatlichen Preisanpassungen rechnen.
Eine leichte Hoffnung gibt es für Ende 2026, wenn neue Speicherfabriken in Südkorea und Taiwan anlaufen. Bis dahin, so Experten, ist der feste UVP ein Relikt der Vergangenheit. Dynamische, angebotsbasierte Preise werden zum neuen Standard im GPU-Markt. Gamer, die auf eine Normalisierung warten, müssen sich gedulden – die strukturellen Kosten für Hochleistungs-Grafikhardware haben sich fundamental verändert.
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