Google, Android-Entwickler

Google zwingt Android-Entwickler zur Registrierung – Proteststurm entfacht

25.02.2026 - 04:09:52 | boerse-global.de

Eine breite Allianz kritisiert Googles geplante Pflichtregistrierung für App-Entwickler als Bedrohung für Wettbewerb und Offenheit der Android-Plattform.

Googles neuer Sicherheitskurs für Android droht die offene Plattform zu verändern. Eine breite Koalition aus 37 Tech-Unternehmen und Organisationen fordert den Rückzug einer umstrittenen Richtlinie. Sie verlangt von allen App-Entwicklern – auch außerhalb des Play Store – eine verifizierte Registrierung. Der Konflikt zwischen Sicherheit und Offenheit spitzt sich zu.

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Offener Brief warnt vor Zentralisierung

Am Dienstag veröffentlichten die Electronic Frontier Foundation (EFF), die Free Software Foundation und der alternative App-Store F-Droid einen gemeinsamen Protestbrief. Ihr Vorwurf: Googles geplante Pflichtregistrierung untergrabe die Grundprinzipien von Android. „Diese Politik bedroht Innovation, Wettbewerb, Privatsphäre und Nutzerfreiheit“, heißt es in dem Schreiben. Die Unterzeichner fordern weniger restriktive Alternativen in Zusammenarbeit mit der Open-Source-Gemeinschaft.

Kern der Kritik ist, dass Entwickler für alternative Stores wie F-Droid oder den Amazon Appstore künftig zuerst bei Google um Erlaubnis bitten müssen. Sie müssten sich registrieren, Gebühren zahlen und amtliche Ausweisdokumente hochladen. Für die Play Store-Entwickler ändert sich wenig – sie sind seit 2023 verifiziert. Für die „Sideloading“-Community bedeutet dies jedoch einen fundamentalen Wandel.

Googles Sicherheitsargument: Kampf gegen Schadsoftware

Google verteidigt die für März 2026 angekündigte Maßnahme als notwendigen Schritt. Seit August 2025 plant der Konzern, dass jede App auf zertifizierten Android-Geräten mit einem verifizierten Entwicklerkonto verknüpft sein muss. Ein früher Testlauf begann bereits im November 2025. Die weltweite Durchsetzung soll ab September 2026 starten.

Das Ziel sei mehr Verantwortlichkeit, erklärt Google. Bösartige Akteure sollen es schwerer haben, nach Kontosperrungen einfach neue schädliche Apps zu verbreiten. Der Konzern verweist auf die anhaltende Bedrohung durch gefährliche App-Berechtigungen. Diese werden regelmäßig für Betrug, Datendiebstahl und Malware-Angriffe missbraucht.

Gefährliche Berechtigungen als Einfallstor

Die Debatte berührt ein grundlegendes Sicherheitsproblem. Schadsoftware trickst Nutzer oft aus, um übermäßige Berechtigungen zu erhalten. Selbst populäre Apps fordern häufig Zugriff auf Kamera, Mikrofon, Standort oder Dateien – alles potenzielle Einfallstore.

Besonders kritisch sind die „Accessibility Services“. Trojaner nutzen diese mächtige Berechtigung, um Geräte zu übernehmen. Sie können den Bildschirm auslesen, Tasten drücken und gefälschte Login-Masken überlagern, um Bankdaten zu stehlen. Googles Strategie zielt darauf ab, solche Apps bereits an der Quelle zu stoppen, bevor sie Nutzergeräte erreichen.

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Philosophischer Konflikt: Offenheit versus Kontrolle

Der Streit offenbart einen tiefen philosophischen Graben. Kritiker sehen Android auf dem Weg zum „walled garden“ nach Apple-Vorbild. Eine einzelne Firma würde zur alleinigen Autorität für Software-Verteilung. Das widerspreche den Open-Source-Wurzeln der Plattform.

Google argumentiert mit dem Schutz von Milliarden Nutzern vor finanziellen Schäden und Datendiebstahl. Der Konzern setzt dabei auch auf KI-gestützte Abwehr und Echtzeit-Scans. Doch die Gegner halten dagegen: Sicherheit sei auch ohne Zentralisierung möglich – und ohne Freiheit und Innovation zu opfern.

Was Nutzer jetzt tun können

Bis zur finalen Entscheidung bleibt Nutzern nur Wachsamkeit. Experten raten, App-Berechtigungen vor der Installation genau zu prüfen. Nur vertrauenswürge Quellen sollten genutzt werden. Verdächtige Apps, die unnötige Datenzugriffe fordern, gehören sofort deinstalliert.

Die Reaktion Googles auf den öffentlichen Druck wird richtungsweisend sein. Sie bestimmt mit, wo künftig die Grenze zwischen Plattformsicherheit und Ökosystem-Offenheit verläuft – auf dem weltweit meistgenutzten Mobilbetriebssystem.

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