Google zahlt 8,25 Millionen Dollar in Kinderdaten-Klage
21.01.2026 - 23:02:12Google einigt sich auf eine Vergleichszahlung von 8,25 Millionen US-Dollar. Der Tech-Konzern soll illegal Daten von Kindern unter 13 Jahren gesammelt haben. Die Klage wirft ein grelles Schlaglicht auf Googles Umgang mit sensiblen Daten von Minderjährigen. Kern des Vorwurfs ist ein Verstoß gegen das US-Kinderschutzgesetz COPPA, das eine elterliche Zustimmung für die Datenerhebung vorschreibt.
Tracking in „familienfreundlichen“ Apps
Die Sammelklage konzentrierte sich auf Googles Werbe-SDK „AdMob“. Diese Technologie war laut Klägern in Apps integriert, die im Play Store unter dem Label „Designed for Families“ liefen. Dieses Programm sollte Eltern eigentlich sichere Inhalte für ihre Kinder zeigen.
Stattdessen soll AdMob heimlich persönliche Daten der jungen Nutzer gesammelt haben. Betroffen waren beliebte Spiele wie „Fun Kid Racing“. Gesammelt wurden demnach IP-Adressen, Geräte-IDs und Standortdaten – alles ohne die erforderliche Einwilligung der Eltern.
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So sieht der Vergleich aus
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Wer ist berechtigt? Bis zu 10 Millionen Minderjährige in den USA, deren Daten zwischen April 2015 und heute über die betroffenen Apps erfasst wurden.
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Was können Betroffene tun? Sie können Ansprüche geltend machen, auf eine Beteiligung verzichten oder dem Vergleich widersprechen.
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Wie viel Geld gibt’s? Experten rechnen mit nur wenigen Anträgen. Das könnte Auszahlungen von 40 bis 200 Dollar pro Person bedeuten.
Eine gerichtliche Bestätigung des Vergleichs wird noch in diesem Jahr erwartet.
Ein altbekanntes Problem für Google
Der Fall ist kein Einzelfall. Ein Richter genehmigte kürzlich einen separaten Vergleich über 30 Millionen Dollar gegen Googles Videoplattform YouTube. Auch dort ging es um das Tracking des Sehverhaltens von Kindern für Werbezwecke.
Das Muster ist klar: Bereits 2019 zahlten Google und YouTube eine Rekordstrafe von 170 Millionen Dollar wegen COPPA-Verstößen. Die wiederholten Verfahren zeigen: Der Schutz von Kinderdaten bleibt eine Dauerbaustelle für den Konzern – mit teuren Konsequenzen.
Immer schärfere Gesetze weltweit
Die Regulierungswelle rollt weiter. In der EU laufen bereits Untersuchungen gegen Google und Apple unter der neuen Digital Services Act (DSA), die strenge Kinderschutzregeln enthält.
Auch in den USA ziehen Bundesstaaten wie Kalifornien nach und schreiben strengere Altersüberprüfungen vor. Für 2026 werden weitere Verschärfungen erwartet, etwa durch die geplante EU-ePrivacy-Verordnung.
Die Botschaft an die Tech-Branche ist eindeutig: Der Druck, Datenerhebungspraktiken – besonders bei Kindern – transparent zu gestalten und zu überdenken, wächst stetig.
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