Google sperrt Milliarden schädlicher Werbeanzeigen
20.04.2026 - 01:39:21 | boerse-global.deIm vergangenen Jahr entfernte der Konzern über 8,3 Milliarden Anzeigen, die gegen seine Richtlinien verstießen. Die heute veröffentlichten Zahlen zeigen ein digitales Wettrüsten, bei dem Kriminelle zunehmend Künstliche Intelligenz nutzen, um Suchmaschinenfilter zu umgehen.
KI als Waffe im Kampf gegen Betrug
Die jüngsten Sicherheitsdaten des Tech-Riesen offenbaren eine dramatische Eskalation. 2025 sperrte Google rund 24,9 Millionen Werbekonten – fast doppelt so viele wie noch 2023. Davon entfielen etwa 602 Millionen Anzeigen auf betrügerische Aktivitäten. Verantwortlich für die hohe Aufklärungsquote ist laut Google der Einsatz eigener KI-Modelle wie Gemini. Diese Systeme sollen über 99 Prozent der problematischen Anzeigen abfangen, bevor sie Nutzer erreichen. Gleichzeitig sank die Zahl der irrtümlich gesperrten legitimen Konten um 80 Prozent.
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Doch das Wettrüsten geht weiter. „Betrüger passen ihre Taktiken ständig an, um in diesem automatisierten Wettlauf um Geschwindigkeit und Größe konkurrenzfähig zu bleiben“, räumt der Bericht ein. Die Gefahr wird immer raffinierter.
Angriff auf die Werbebranche selbst
Während Suchmaschinen Milliarden Anzeigen blockieren, zielen Kriminelle nun auf die Profis hinter den Kampagnen. Seit Anfang April warnen Marketing-Experten vor einer koordinierten Angriffswelle auf Werbeagenturen. Die Methode: Scammer geben sich als solvente Firmenkunden aus und kontaktieren Agenturen über gefälschte, aber seriös wirkende Webseiten.
Ihr Ziel ist der Zugang zum Google Ads Manager (MCC) der Agentur. Haben sie ihn erst einmal, können sie die Reputation und Budgetlimits der Agentur nutzen, um groß angelegte Schadwerbekampagnen zu starten. Diese umgehen die strengere Prüfung, der neue Konten unterliegen. Ein genialer Schachzug, der das Vertrauensverhältnis in der Werbebranche ausnutzt.
FBI zerschlägt 20-Millionen-Dollar-Betrugsnetzwerk
Das finanzielle Ausmaß der Bedrohung unterstrich jüngst das FBI. Die Behörde zerschlug Mitte April das Phishing-Netzwerk W3LL, das für Betrugssummen von über 20 Millionen Dollar verantwortlich sein soll. Die Täter boten ein „Phishing-Kit“ an – eine Art Baukasten, mit dem auch technisch weniger versierte Kriminelle täuschend echte Login-Seiten nachbauen konnten.
Zwischen 2023 und 2025 nutzten Angreifer diese Software, um weltweit mehr als 17.000 Opfer auszuspähen. Die Ermittler beschlagnahmten die zentrale Verkaufsdomäne und identifizierten die mutmaßlichen Entwickler. Der Fall ist Teil einer größeren Strafverfolgungsaktion gegen Cyberbetrug, der in den USA im vergangenen Jahr Gesamtschäden von über 17 Milliarden Dollar verursachte.
Die zweischneidige Rolle der Künstlichen Intelligenz
Die Schnittstelle von KI und Cybersicherheit prägt die Bedrohungslage 2026. Während Plattformen wie Google KI zur Mustererkennung einsetzen, nutzen Angreifer dieselbe Technologie, um überzeugendere Köder zu erstellen. Das FBI warnte kürzlich, dass KI-Tools nun Phishing-Kampagnen mit perfekter Grammatik und Rechtschreibung orchestrieren – früher ein sicheres Indiz für Betrug.
Google reagierte im Frühjahr mit automatischen Warn-E-Mails an Kontoinhaber und drängt auf stärkere Authentifizierungsmethoden wie Passkeys. Über 700.000 Konten wurden dauerhaft wegen KI-gestützter Identitätsimitation gesperrt. Diese Maßnahme soll bestimmte Betrugsmaschen, etwa mit Promi-Themen, um 90 Prozent reduziert haben.
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Was Nutzer und Unternehmen jetzt tun können
Die Angriffe auf Agenturen zeigen: Die Phase der Kundenakquise ist zum Risikofaktor geworden. Sicherheitsexperten raten Unternehmen dringend, die Identität neuer Geschäftspartner besonders gründlich zu prüfen. Der Einsatz von Domain-Schutzdiensten, die auf ähnliche URLs achten, sowie Schulungen zum MCC-Account-Hijacking sind essenziell.
Für Privatnutzer bleibt der klassische Rat aktuell: Bei sensiblen Logins – etwa für Banken oder Behörden – die Webadresse stets direkt in die Browserleiste tippen, anstatt auf Suchergebnisse zu klicken. In dem automatisierten Wettlauf zwischen Angriff und Abwehr wird der Fokus der Branche darauf liegen, die Reaktionszeit zwischen dem Start einer schädlichen Anzeige und ihrer Löschung immer weiter zu verkürzen.
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