Google, Brille

Google setzt mit smarter Brille auf Büro und KI

17.01.2026 - 11:25:12

Google bereitet mit KI-gesteuerten Smart Glasses und Android XR eine Offensive für den Arbeitsmarkt vor. Neue Features wie Gesprächserkennung und Personal Intelligence zielen auf Produktivität und Datenschutz.

Googles Rückkehr in den Markt für intelligente Brillen zielt klar auf Produktivität am Arbeitsplatz und nahtlose KI-Integration. Neue Software-Leaks und Feature-Updates dieser Woche zeigen eine mehrstufige Hardware-Strategie, die von der Gemini-KI angetrieben wird. Damit stellt sich der Konzern direkt dem Branchenprimus Meta entgegen.

App-Leak enthüllt „Gesprächserkennung“

Der bedeutendste Fund der letzten Tage stammt aus einer Code-Analyse der neuen Google-„Glasses“-Begleit-App. Sie tauchte am Donnerstag in einer Canary-Vorschau von Android Studio auf. Der Code legt nahe, dass Google soziale Etikette und Privatsphäre priorisiert – zwei große Stolpersteine des gescheiterten Google Glass.

Im Zentrum steht eine Funktion mit dem Arbeitstitel „Conversation Detection“ (Gesprächserkennung). Eine On-Device-KI soll die Umgebung des Trigers auf Sprache überwachen. Beginnt der Nutzer ein Gespräch, schaltet Gemini gesprochene Benachrichtigungen automatisch stumm. So unterbricht der Sprachassistent nicht das persönliche Gegenüber. Diese „Always-on“-Problematik war bei früheren Geräten ein häufiger Kritikpunkt.

Anzeige

Viele Android‑Nutzer übersehen genau die Schutzmaßnahmen, die bei Always‑on‑Geräten wie Smart Glasses wichtig sind. Das kostenlose Sicherheitspaket erklärt die 5 wichtigsten Schritte: Mikrofon‑ und App‑Berechtigungen prüfen, automatische Aufnahmefunktionen erkennen, sichere App‑Konfigurationen und praktische Checklisten für den Arbeitsalltag. Ideal für alle, die Gemini und Android‑XR sicher nutzen wollen – sofort umsetzbar und ohne Zusatz‑Apps. Gratis‑Sicherheitspaket für Android sichern

Der App-Code verweist zudem auf verschiedene Hardware-Profile. Sie reichen von „nur-Audio“-Fassungen – ähnlich den Ray-Ban Meta Brillen, aber ohne Kameras – bis zu High-End-Modellen mit experimenteller 3K-Videoaufnahme und Displays. Ein „bildschirmloser Modus“ soll Ablenkungen minimieren.

Gemini „Personal Intelligence“ für den Job

Parallel zu den Hardware-Hinweisen startete Google am Freitag den Beta-Rollout von „Personal Intelligence“ für Gemini Pro- und Ultra-Abonnenten in den USA. Diese Integration erlaubt es der KI, sicher auf Daten aus Google Workspace wie Gmail, Docs und Drive zuzugreifen und sie kontextbezogen auszuwerten.

Für die Produktivität im Büro ist das ein großer Schritt. Ein Nutzer mit Google-Brille könnte Gemini bitten, „die E-Mail, die ich gerade erhalten habe, zusammenzufassen“ oder „die Flugdetails für meine anstehende Dienstreise zu finden“ – ohne zum Smartphone greifen zu müssen. Im Gegensatz zu generischen KI-Antworten nutzt diese Funktion den persönlichen Daten-Graphen des Nutzers.

Laut Berichten hat Google strenge Datenschutzkontrollen implementiert. Nutzer müssen für jede App einzeln Berechtigungen erteilen. Die persönlichen Daten würden zudem nicht zum Training der öffentlichen KI-Modelle verwendet, eine entscheidende Zusage an Geschäftskunden.

Einheitliches Android-XR-Ökosystem mit Partnern

Die Software-Fortschritte sind Teil einer breiteren Hardware-Offensive mit Schlüsselpartnern. Bereits am 12. Januar verkündeten Google und XREAL eine erweiterte Partnerschaft. XREAL wird zum führenden Hardware-Partner für das Android-XR-Ökosystem und entwickelt unter „Project Aura“ optische AR-Durchsichtbrillen für 2026.

Zudem arbeitet Google mit Samsung an einem Premium-Headset („Project Moohan“) und einer separaten Linie alltagstauglicher Smart Glasses. Berichten zufolge sollen diese 2026 mit Designs von Marken wie Warby Parker und Gentle Monster auf den Markt kommen. Diese „Dual-Track“-Strategie – immersive Headsets plus leichte, modische Brillen – ähnelt der erfolgreichen Segmentierung im Smartphone-Markt.

Das Ökosystem soll ein nahtloses „Ambient Computing“-Erlebnis schaffen. Samsung-Manager sprechen von „Live AI“: Der Übergang zwischen Telefon, Uhr und Brille soll fließend sein. Eine auf dem Smartphone gestartete Navigation könnte automatisch auf das Head-up-Display der Brille wechseln, sobald der Nutzer zu gehen beginnt.

Kampf gegen das „Glasshole“-Image

Google scheint die Datenschutzkontroversen von 2013 gut im Gedächtnis zu haben. Die neue Begleit-App enthält Verweise auf eine Hardware-Sicherheitsprüfung. Sie verhindert Aufnahmen, wenn die LED-Anzeige abgedeckt oder manipuliert wird. Diese „Anti-Spion“-Maßnahme soll die Öffentlichkeit beruhigen.

Die Hinwendung zu „Audio-only“-Optionen und modischen Partnerschaften zielt darauf ab, Smart Glasses zu normalisieren. Durch die Integration bekannter Brillenmarken will Google die Technologie für Büros und öffentliche Räume gesellschaftlich akzeptabel machen.

Marktausblick: 2026 als Schaltjahr für XR

Das Timing der Enthüllungen deutet darauf hin, dass 2026 ein entscheidendes Jahr für den Extended-Reality-Markt (XR) wird. Analysten sehen in Googles Strategie, die Software (Android XR) von der Hardware zu entkoppeln, einen Geschwindigkeitsvorteil gegenüber Wettbewerbern mit rein proprietären Geräten.

„Personal Intelligence“ verschafft Google zudem einen klaren Vorteil im Produktivitätssegment. Während Konkurrenten wie Meta stark in soziale Medien integriert sind, fehlt ihnen die tiefe Anbindung an Unternehmenswerkzeuge wie E-Mail, Kalender und Cloud-Speicher. Wenn Gemini sich in Meetings selbst stummschaltet, Dokumente im Vorbeigehen zusammenfasst und Termine per Sprache verwaltet, könnten Smart Glasses vom Konsumgadget zum geschäftlichen Essential werden.

Entwickler erhalten bereits aktualisierte Android-XR-SDKs, um Apps für die kommenden Geräte zu bauen. Mit der „Glasses“-App in den Developer-Previews wird eine offizielle Hardware-Vorstellung von Google oder seinen Partnern in den kommenden Monaten erwartet.

Anzeige

PS: Sie planen Smart Glasses oder testen Android‑XR im Unternehmen? Holen Sie sich das kostenlose Android‑Sicherheitspaket mit praktischer Checkliste für Berechtigungen, Tipps zum Schutz vor unerwünschten Aufnahmen und Schritt‑für‑Schritt‑Anleitungen, damit On‑Device‑KIs wie Gemini Ihre Daten sicher und privat verarbeiten. Schnell eingerichtet, sofort wirksam. Jetzt kostenloses Android‑Sicherheitspaket herunterladen

@ boerse-global.de