Google plant Face-ID-Konkurrenz für Pixel-Smartphones
20.02.2026 - 07:31:12 | boerse-global.deGoogle arbeitet an einem Hardware-System, das Apples Face ID endlich Paroli bieten soll. Das interne „Project Toscana“ soll die Gesichtserkennung in Pixel-Smartphones und Chromebooks revolutionieren und eine jahrelange Android-Schwäche beheben: die mangelhafte Leistung bei schlechten Lichtverhältnissen. Die Entwicklung wirft jedoch die Frage auf, ob der beliebte Fingerabdrucksensor erneut in Gefahr ist.
Die Achillesferse der Pixel-Phones
Die Meldungen, die diese Woche auftauchten, deuten auf ein massives Hardware-Upgrade hin. Bislang konnte keine Android-Gesichtserkennung die nahtlose Performance von Apples Face ID erreichen. Das aktuelle, kamerabasierte System der Pixel-Phones gilt zwar als sicher genug für mobile Zahlungen, versagt aber regelmäßig in dunklen Umgebungen. Für Nutzer ist das ein steter Ärgernis. „Project Toscana“ scheint Googles direkte Antwort auf diese fundamentale Schwäche zu sein.
So soll „Toscana“ funktionieren
Laut ersten Berichten handelt es sich um eine Hardware-Überholung auf Systemebene. Eine anonyme Testperson beschrieb die Performance als „genauso schnell und reaktionsschnell wie Face ID“. Das Besondere: Die verbesserte Technik soll ohne großen Display-Ausschnitt auskommen. Sie funktionierte angeblich auf einem Prototypen mit gewöhnlicher Lochkamera.
Das legt nahe, dass Google eine Methode entwickelt, die Infrarot-Sensoren (IR) – ähnlich wie Apple – nutzt, diese aber unter dem Display oder platzsparend integriert. Das primäre Ziel ist eine sichere 3D-Vermessung des Gesichts. Das wäre ein gewaltiger Sprung gegenüber der aktuellen, unsicheren 2D-Bilderkennung.
Googles holprige Geschichte mit Gesichtserkennung
Die Entwicklung von „Toscana“ ist vor dem Hintergrund von Googles wechselhafter Biometrie-Strategie zu sehen. Mit dem Pixel 4 führte der Konzern einst ein sicheres, IR-basiertes 3D-System ein – verbunden mit einem auffälligen Sensor-Rand oben am Display. Schon beim Nachfolger Pixel 5 strich Google die Funktion jedoch zugunsten eines Fingerabdrucksensors auf der Rückseite wieder.
Die Gesichtserkennung kehrte mit dem Pixel 7 zurück, allerdings nur als unsichere Kamerafunktion. Erst das Pixel 8 erreichte die höchste Sicherheitsstufe („Class 3“) für Android, die mobile Zahlungen erlaubt. Die Abhängigkeit von der Frontkamera blieb jedoch der große Schwachpunkt. „Project Toscana“ markiert nun die Rückkehr zum Hardware-Ansatz des Pixel 4, kombiniert mit dem Ziel einer eleganten, modernen Integration.
Die Gretchenfrage: Wird der Fingerabdrucksensor wieder geopfert?
Die Ankündigung einer verbesserten Gesichtserkennung weckt bei Android-Fans eine alte Befürchtung: die Abschaffung des Fingerabdrucksensors. Beim Pixel 4 setzte Google voll auf Gesichtserkennung und verzichtete auf den Fingerleser – eine Entscheidung, die sich gerade zu Pandemiezeiten mit Masken als unpraktisch erwies.
Die aktuelle Dual-Biometrie-Lösung bietet Flexibilität: Der Fingerabdruck funktioniert mit Maske, die Gesichtserkennung bei nassen oder behandschuhten Händen. Die Sorge ist, dass ein erfolgreiches „Toscana“ Google erneut verleiten könnte, diese beliebte Alternative zu streichen. Eine Beibehaltung beider Systeme wäre die nutzerfreundlichste Lösung.
Ein strategischer Schachzug im Biometrie-Wettlauf
Die Lücke zwischen Android und Apples Face ID war jahrelang ein klarer Wettbewerbsnachteil. Während Apple mit seinem „TrueDepth“-System in der Notch (später: Dynamic Island) einen präzisen 3D-Scan liefert, setzten Android-Hersteller eher auf kleine Kameraaussparungen und Unter-Display-Fingerabdrucksensoren.
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„Project Toscana“ signalisiert, dass Google diese Lücke schließen will, ohne beim modernen Display-Design Abstriche zu machen. Sollte es gelingen, IR-Technologie auf Face-ID-Niveau in ein simples Loch zu integrieren, wäre das ein großer technischer Coup. Der Fokus auf Biometrie ist ein Branchentrend, wie auch Samsungs aktueller Sicherheits-Patch vom Februar 2026 zeigt, der Verbesserungen an Gesichts- und Fingerabdruck-Systemen brachte.
Wann kommt die neue Technologie?
Google hat sich zu den Berichten nicht offiziell geäußert. Das Timing legt jedoch nahe, dass sich die Technologie in einer fortgeschrittenen Entwicklungsphase befindet. Branchenbeobachter spekulieren, dass das System in einem künftigen Gerät debütieren könnte – Gerüchte sehen den Pixel 11 als möglichen Kandidaten.
Eine erfolgreiche Umsetzung würde nicht nur eine der hartnäckigsten Schwächen der Pixel-Phones beheben. Sie könnte auch einen neuen Standard für biometrische Sicherheit im gesamten Android-Ökosystem setzen. Nutzer dürfen auf eine Zukunft hoffen, in der das Entsperren im Dunkeln genauso reibungslos funktioniert wie im Hellen – und in der dieser Fortschritt den vertrauten Fingerabdrucksensor ergänzt, anstatt ihn zu ersetzen.
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