Goodman Group, AU000000GMG2

Goodman Group-Aktie: Logistik-Gigant überrascht – Chance für deutsche Anleger?

18.02.2026 - 18:59:59 | ad-hoc-news.de

Die Goodman Group zählt zu den stillen Gewinnern des weltweiten Logistikbooms. Neue Zahlen, globale Megatrends – und ein spannender Blick auf die Bewertung: Ist die Aktie jetzt ein Kauf für deutsche Anleger oder schon zu weit gelaufen?

BLUF: Die Goodman Group-Aktie profitiert massiv vom globalen Logistik- und E?Commerce-Boom, bleibt aber hoch bewertet. Für deutsche Privatanleger stellt sich damit die Kernfrage: Einstieg in den australischen Immobilienriesen – oder erst den nächsten Rücksetzer abwarten?

Wenn Sie in Ihrem Depot über DAX und US-Tech hinaus diversifizieren wollen, führt an globalen Logistik-Immobilien kaum ein Weg vorbei. Genau hier ist die australische Goodman Group ein Schwergewicht – mit starken Projekten in Europa und direktem Bezug zum deutschen Markt.

Was Sie jetzt wissen müssen...

Goodman entwickelt, besitzt und managt Logistik- und Industrieimmobilien für Großkunden wie Amazon, DHL & Co. Das Geschäftsmodell profitiert von drei strukturellen Trends: E?Commerce, Nearshoring und Lieferketten-Sicherheit. Gleichzeitig wird die Aktie an der Börse teils mit einem deutlichen Bewertungsaufschlag gegenüber klassischen Immobilienwerten gehandelt – ein Risiko, wenn die Zinsen länger hoch bleiben oder das Wachstum abkühlt.

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Analyse: Die Hintergründe des Kursverlaufs

Die Goodman Group (ISIN AU000000GMG2) notiert an der Australian Securities Exchange (ASX) und gehört dort zu den Schwergewichten im Immobilien- und Infrastruktursegment. In den vergangenen Jahren hat der Konzern seine Rolle als globaler Entwickler von Premium-Logistikstandorten ausgebaut – mit Standbeinen in Australien, Asien, Europa und Nordamerika.

Der entscheidende Treiber: Logistikflächen nahe Ballungszentren sind knapp, Mieten ziehen an, und viele Großkunden bevorzugen langfristige Verträge mit bonitätsstarken Vermietern. Das verleiht Goodmans Erträgen eine hohe Planbarkeit – ein wichtiger Pluspunkt in einem von Unsicherheit geprägten Zinsumfeld.

Fakt Einordnung
Geschäftsmodell Entwicklung, Besitz und Management von Logistik- und Industrieimmobilien weltweit
Regionale Präsenz Australien/Neuseeland, Asien, Europa (inkl. Deutschland), Nordamerika
Branche Logistik-Immobilien / Real Estate Investment & Development
Strukturelle Treiber E?Commerce, Nearshoring, Reshoring, Lieferketten-Sicherheit, Urban Logistics
Hauptkunden Globale Konzerne aus E?Commerce, Handel, 3PL & Industrie

Für deutsche Anleger ist vor allem relevant, dass Goodman massiv in Europa investiert – mit einem Schwerpunkt auf urbane Logistikzentren nahe den großen Metropolregionen. Deutschland spielt dabei eine Schlüsselrolle: Der hiesige Markt gilt als einer der liquidesten und stabilsten Logistikimmobilienmärkte der Welt.

Je knapper die Flächen, desto größer die Preissetzungsmacht. Genau davon lebt Goodman: Durch die Kombination aus Projektentwicklung und langfristigem Bestandsgeschäft kann der Konzern nicht nur Mieteinnahmen sichern, sondern auch Wertsteigerungen über den gesamten Lebenszyklus einer Immobilie mitnehmen.

Verbindung zum deutschen Markt

Warum sollte sich ein deutscher Privatanleger für einen australischen Immobilienkonzern interessieren? Aus drei Gründen:

  • Direkte Flächenpräsenz in Deutschland: Goodman ist an mehreren deutschen Logistik-Hotspots aktiv und damit unmittelbar vom Zustand der hiesigen Konjunktur abhängig.
  • Hedging gegen rein europäische Immobilienrisiken: Durch die globale Aufstellung hängt Goodman nicht nur am DAX oder am deutschen Immobilienzyklus.
  • Profiteur deutscher Exportwirtschaft: Steigt der Export, steigen in der Regel auch Nachfrage und Mieten für hochqualitative Logistikflächen.

Auf Anlegerseite ist zudem interessant, dass viele deutsche Investmentfonds und ETFs mit globalem Immobilien- oder Infrastruktur-Fokus Positionen in Goodman halten. Wer entsprechende Fonds im Depot hat, ist oft indirekt bereits investiert – ohne es zu wissen.

Bewertung: Qualitätsprämie mit Preis

Im Vergleich zu klassischen europäischen Immobilienwerten (z.B. Büro- oder Wohnimmobilien) wird Goodman an der Börse typischerweise mit einer Bewertungsprämie gehandelt. Die Argumentation der Investoren:

  • Logistik gilt als einer der strukturell stärksten Segmente innerhalb der Immobilienbranche.
  • Die Mieterbasis ist international und bonitätsstark.
  • Die Projektpipeline bietet weiteres Wachstum – statt nur „Bestand verwalten“.

Für deutsche Anleger bedeutet das: Sie kaufen Qualität, aber nicht zum Schnäppchenpreis. Wer einsteigt, sollte an das langfristige Wachstum der globalen Warenströme glauben – und kurzfristige Kursschwankungen aushalten können, insbesondere bei Zinsschocks oder Rezessionsängsten.

Risiken, die Sie nicht ausblenden sollten

  • Zinsniveau: Steigende oder länger hochbleibende Zinsen setzen Immobilienbewertungen generell unter Druck. Auch Goodman ist davon nicht ausgenommen.
  • Projekt- und Baukostenrisiko: Als Entwickler trägt der Konzern Baukosten- und Vermietungsrisiken, vor allem bei neuen Großprojekten.
  • Währungsrisiko: Für deutsche Anleger kommt das Wechselkursrisiko (EUR/AUD) hinzu.
  • Konjunkturabhängigkeit: Eine deutliche Abkühlung von Konsum und Industrie kann die Nachfrage nach Flächen bremsen.

Positiv gegen diese Risiken stehen langfristige Mietverträge, indexierte Mieten (Inflationsschutz) und die Ausrichtung auf moderne, energieeffiziente Logistikimmobilien, die regulatorischen Anforderungen in der EU und in Deutschland zunehmend besser entsprechen als ältere Bestände.

Das sagen die Profis (Kursziele)

Für institutionelle Anleger gehört die Goodman Group seit Jahren auf die Beobachtungsliste der großen Investmenthäuser. Analysten von internationalen Banken sehen den Konzern überwiegend als qualitativ hochwertigen Wachstumswert im Immobiliensektor. Die Tonlage der letzten veröffentlichten Studien lässt sich in drei Tendenzen zusammenfassen:

  • Überwiegend positive Grundhaltung: Viele Häuser führen Goodman als „Overweight“ oder „Buy“, basierend auf der starken Marktposition im Logistiksegment und der globalen Diversifikation.
  • Bewertungsdisziplin: Einige Analysten mahnen zur Vorsicht, da der Bewertungsaufschlag gegenüber traditionellen Immobilien-REITs nur dann gerechtfertigt sei, wenn das Wachstumstempo hoch bleibt und die Zinsen nicht deutlich steigen.
  • Fokus auf Pipeline & Kapitaldisziplin: Besonders im Blick: Wie konsequent Goodman neue Projekte selektiert, Finanzierungskosten steuert und Renditeziele einhält.

Für deutsche Privatanleger sind zwei Punkte zentral:

  1. Langfristige Story statt kurzfristiger Zock: Die Analystenempfehlungen zielen eher auf einen mehrjährigen Anlagehorizont ab, nicht auf das schnelle Trading-Szenario.
  2. Relative statt absolute Bewertung: Entscheidend ist der Vergleich mit alternativen Immobilien- und Infrastrukturwerten – etwa europäischen Logistik-REITs oder Infrastrukturaktien.

Wer die Goodman-Aktie in Erwägung zieht, sollte daher nicht nur auf ein einzelnes Kursziel schauen, sondern die eigene Portfoliostruktur prüfen: Wie hoch ist bereits der Immobilienanteil? Wie stark ist man von der Euro-Zone abhängig? Und wie viel Zinssensitivität will man sich leisten?

Handelbarkeit für deutsche Anleger

Die Goodman Group ist zwar ein australischer Titel, aber über viele deutsche Broker problemlos handelbar – meist als Auslandsorder über die entsprechenden Börsenplätze. Zusätzlich ist die Aktie Bestandteil verschiedener internationaler Indizes und ETFs, was die Liquidität erhöht.

  • Direktinvestment: Kauf der Aktie über den Heimatmarkt (ASX) oder entsprechende Handelsplätze, abhängig vom Broker.
  • Indirekt über Fonds/ETFs: Globale Immobilien-, Infrastruktur- oder Australien-Fonds können Goodman als größere Position enthalten.
  • Steuerthema: Dividenden aus Australien unterliegen Quellensteuer; hier lohnt ein Blick in die konkreten Steuerregelungen des eigenen Brokers und in Doppelbesteuerungsabkommen.

Vor dem Kauf sollten deutsche Anleger zudem prüfen, wie sich die Währungsentwicklung zwischen Euro und australischem Dollar historisch auf die Rendite ausgewirkt hätte – und ob dies zur persönlichen Risikoneigung passt.

Fazit für deutsche Anleger

Die Goodman Group ist kein klassischer „Value“-Immobilientitel, sondern eher ein Qualitäts-Wachstumswert im Logistiksektor. Wer an dauerhaft hohe Nachfrage nach modernen Logistikflächen glaubt – auch in Deutschland – findet hier einen global aufgestellten Spezialisten.

Allerdings ist der Einstiegspreis entscheidend. Bei jeder Immobilienaktie wirken Zinsentscheidungen von Notenbanken wie ein Hebel auf die Bewertung. Für renditeorientierte Anleger kann es sich lohnen, gestaffelt zu investieren oder auf Rücksetzer zu warten, statt „all-in“ auf einem möglichen Zwischenhoch zu kaufen.

In einem breit diversifizierten Depot kann Goodman als Baustein für globale Logistik- und Infrastruktur-Exponierung dienen – mit direktem Bezug zur deutschen Realwirtschaft, aber ohne Konzentrationsrisiko nur auf den heimischen Immobilienmarkt.

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