Goldpreis, Spot-Gold

Goldpreis mit größtem Wochenverlust seit 6 Jahren: Fed-Signale und Nahost-Konflikt drücken Spot-Gold auf 4.500-Dollar

22.03.2026 - 18:50:01 | ad-hoc-news.de

Der Goldpreis verzeichnet den stärksten Wocheneinbruch seit März 2020 mit minus 8 Prozent. Hawkishe Fed-Aussagen, steigende Anleiherenditen und ETF-Abflüsse belasten den sicheren Hafen, während der Nahostkonflikt paradoxerweise Inflationsängste schürt. Für DACH-Investoren relevant: Euro-Stärke und ECB-Pause verstärken den Druck.

Goldpreis,  Spot-Gold,  Fed-Politik - Foto: THN
Goldpreis, Spot-Gold, Fed-Politik - Foto: THN

Der Goldpreis hat die Woche mit dem größten Verlust seit sechs Jahren abgeschlossen. Spot-Gold fiel auf ein Tief von 4.502 US-Dollar pro Unze, ehe es sich am Freitag auf 4.640 Dollar erholte. Auf Wochensicht bleibt der Rückgang bei rund 8 Prozent – der schwerste seit März 2020.

Stand: 22. März 2026

Dr. Lukas Berger, Edelmetall-Analyst und Makro-Stratege. Spezialist für Goldmärkte und Zentralbankenpolitik in Europa.

Dieser Einbruch markiert das Ende einer siebentägigen Verlustserie, der längsten seit Oktober 2023. Der Trigger: Eine hawkishe Fed-Sitzung Mitte der Woche, bei der Jerome Powell Zinssenkungen nur bei sichtbaren Inflationsfortschritten signalisierte. Gleichzeitig schossen Anleiherenditen in die Höhe, was reale Renditen attraktiver macht und Gold als Nullzinsanlage belastet.

Fed-Politik als zentraler Preistreiber

Die US-Notenbank ließ die Leitzinsen unverändert, betonte aber Disziplin bei der Inflationsbekämpfung. Powell warnte vor voreiligen Lockerungen. Das führte zu einem Anstieg der 10-jährigen US-Treasury-Rendite, die nun über 4,5 Prozent liegt. Für Gold bedeutet das: Höhere Opportunitätskosten. Investoren wechseln in renditeträchtige Anleihen, weg vom nichttragenden Edelmetall.

Bestätigte Fakten: Gold notierte Freitagmorgen in London bei 4.681,85 Dollar, plus 0,9 Prozent. Seit Jahresbeginn bleibt es aber 8 Prozent im Plus, nach dem Allzeithoch unter 5.600 Dollar Ende Januar. Die Korrektur ist tief: Minus 10 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt, aber plus 10 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt.

Technisch testet Spot-Gold die Zone bei 4.465-4.550 Dollar, eine Fibonacci-Unterstützung. Hält sie, droht kein weiterer Absturz; bricht sie, zielen Prognosen auf 4.020-4.100 Dollar.

Nahost-Konflikt dreht Safe-Haven-Narrativ um

Der Iran-Krieg löst einen Energieschock aus: Rohöl, Erdgas und Treibstoffe steigen stark. Bloomberg berichtet von neuen Inflationssorgen, die Zinssenkungswahrscheinlichkeiten senken. Historisch ähnlich dem Ukraine-Krieg 2022, als Gold sieben Monate fiel – die längste Verlustserie ever.

Paradox: Statt Safe-Haven-Käufe drückt Geopolitik Gold. Hohe Energiepreise signalisieren harte Landung der Wirtschaft, stärken den US-Dollar und reale Renditen. Gold leidet unter dem Dreiklang: Starker Dollar, hohe Yields, Risikoappetit für Aktien.

Bestätigt durch Marktbewegungen: Silber minus 9 Prozent wöchentlich bei 71,66 Dollar, Palladium und Platin folgen. Der gesamte Edelmetallkomplex steht unter Druck.

ETF-Abflüsse verstärken den Abwärtsdruck

Investorennachfrage bricht ein. Berichte deuten auf massive Abflüsse aus Gold-ETFs hin, getrieben von Risk-on-Stimmung und Fed-Hawkishness. Im Kontrast zu Januar, als Zentralbanken und Investoren Rekordkäufe tätigten. Heute dominieren Abverkäufe: ETF-Holder reduzieren Positionen, da Makro-Hedging nachlässt.

COMEX-Gold-Futures spiegeln das wider: Oversold auf 4H- und Daily-Charts. Der Preis sitzt in der 4.465-4.550-Zone. Ein Bounce auf 4.750 oder 4.815-4.910 ist möglich, wenn Unterstützung hält. Andernfalls: Nächstes Ziel 3.900-4.200 Dollar.

Auswirkungen auf DACH-Investoren: Euro und ECB im Fokus

Für Anleger in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist der Einbruch hochrelevant. Der US-Dollar stärkt sich gegenüber dem Euro, der bei 1,05 liegt. Goldpreise in Euro korrigieren weniger stark, aber reale Renditen in der Eurozone steigen mit. Die ECB hält Zinsen stabil, signalisiert keine Eile bei Senkungen – ähnlich der Fed.

In der Schweiz, traditionellem Goldmarkt, spürt man den Druck: Physische Prämien sinken, da Safe-Haven-Nachfrage ausbleibt. Deutsche Sparer, die Gold als Inflationsschutz halten, sehen Portfolios schrumpfen. Doch: Seit 2022 intakter Aufwärtstrend. Die Korrektur könnte Einstiegschance sein, solange 4.400 Dollar hält.

Prognosen: Wochenspanne 4.310-4.780 Dollar. Bullisch, wenn 4.381-4.402 verteidigt wird – Ziel dann 5.000 Dollar. Bärisch bei Bruch: 200-Tage-Linie bei 4.000 Dollar.

Technische Analyse: Oversold signalisiert Bounce-Potenzial

Auf dem Tageschart: Bruch der 100-Tage-Linie, Trendlinie. Fokus auf Februartief bei 4.400 Dollar. Elliott-Wave-Analyse sieht minuette wave c auf 3.900-4.200 Dollar enden, gefolgt von Rebound auf 4.800-5.000 Dollar.

Indikatoren oversold auf Daily und 4H. RSI unter 30, MACD divergent. Kurzfristig: Test von 4.477-4.381, dann möglicher Lift auf 4.550-4.654. Mittelfristig: Aufwärtstrend intakt, solange über 4.000 Dollar.

Risiken: Weiterer Öl-Anstieg könnte Fed zu noch hawkisher Haltung zwingen, Dollar auf 1,00 Euro pressen. Chancen: Inflationsdaten nächste Woche könnten Lockerungserwartungen wecken.

Zentralbanken und physische Nachfrage als Stabilisatoren

Trotz ETF-Abflüssen kaufen Zentralbanken weiter – structuraler Support. Januarrekorde durch Banken und Investoren. Aktuell sentimentgetrieben: Geopolitik favorisiert Cash über Gold. Physisch: Indien und China dämpfen Preise durch Saisonalität, aber langfristig bullisch.

Für DACH: Schweizer Raffinerien melden stabile Output, aber Exporte in Asien bremsen. Deutsche ETCs sehen Abflüsse, parallel zu globalen ETFs.

Ausblick: Trading-Range oder Trendbruch?

Kurzfristig: Stabilisierung bei 4.400 Dollar entscheidend. Bounce möglich durch Oversold, aber Makro-Risiken dominieren. Mittelfristig: 2026-Ziel 5.800 Dollar, wenn Trend hält. Längerfristig: Elliott-Wave auf 6.500-7.500 Dollar.

Für DACH-Investoren: Gold-ETCs wie Xetra-Gold prüfen – physisch gedeckt, steuerfrei in Deutschland. Positionieren bei 4.400, aber mit Stopps. Risiko: Hartnäckige Inflation hält Yields hoch.

Markt-Sentiment: Social Media zeigt Panik, aber Chartisten sehen Bounce. Nächste Katalysatoren: US-Inflationsdaten, Fed-Minutes, Öl-Entwicklungen.

Disclaimer: Keine Anlageberatung. Rohstoffe und andere Finanzinstrumente sind volatil.

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