Goldpreis, Spot-Gold

Goldpreis dreht nach März-Korrektur ein: Rallye setzt sich am 2. April 2026 fort

02.04.2026 - 11:47:53 | ad-hoc-news.de

Nach dem starken Rückgang im März mit minus 15 Prozent klettert der Goldpreis wieder nach oben. Spot-Preise näherten sich heute Morgen 4.700 US-Dollar pro Unze an, getrieben von einem schwächeren US-Dollar und anhaltender Erholungsdynamik.

Goldpreis, Spot-Gold, Goldmarkt - Foto: THN

Der Goldpreis zeigt nach der deutlichen Korrektur im März Anzeichen einer kräftigen Erholung. Am Mittwoch, dem 1. April 2026, stieg der Preis an der Londoner Börse auf 4.744 US-Dollar pro Feinunze und legte damit rund 76 Dollar zu. Heute Morgen, um 8:15 Uhr MESZ, notierte der COMEX-Gold-Futures-Preis bei 4.697 US-Dollar, was einem Tagesplus von 0,39 Prozent entspricht. Diese Entwicklung markiert den vierten Anstiegstag in Folge und signalisiert ein Ende der Abwärtsphase.

Stand: Donnerstag, 2. April 2026, 10:47 Uhr MESZ

März-Korrektur: Historischer Rückgang

Im März 2026 erlitt der Goldmarkt den stärksten monatlichen Verlust seit 2008. Der Preis fiel um mehr als 800 US-Dollar oder rund 15 Prozent, wobei Tiefststände bei knapp 4.100 US-Dollar erreicht wurden. Diese Korrektur löschte den Großteil der Jahresgewinne aus, die zuvor durch ein Rekordhoch von knapp 5.600 US-Dollar Ende Januar getrieben worden waren. Die Abverkäufe hingen eng mit Zinsspekulationen zusammen: Höhere Renditen bei US-Staatsanleihen machten Gold als nicht-zinsbringendes Gut weniger attraktiv.

Trotz des Rückschlags liegt der aktuelle Spot-Gold-Preis immer noch etwa zehn Prozent über dem Jahresbeginn. Der LBMA Gold Price, als Benchmark für den physischen Markt relevant, spiegelte diese Volatilität wider, wobei der Fokus nun auf der Stabilisierung liegt.

Aktuelle Rallye: Schwacher Dollar als Treiber

Die Erholung setzte Ende März ein, als der Goldpreis die Unterstützung bei 4.381 US-Dollar hielt und über den Widerstand von 4.630 US-Dollar schloss. Am 1. April 2026 notierte der Goldpreis bei 4.773 US-Dollar pro Feinunze mit einem Plus von 2,29 Prozent. Ein schwächerer US-Dollar fördert diesen Aufschwung, da Gold in Dollar abgerechnet wird und ein fallender Dollar die Nachfrage ausländischer Investoren steigert. Der EUR/USD-Kurs lag gestern bei 1,1599, was den Goldpreis in Euro attraktiver macht.

Im COMEX-Futures-Markt, der für spekulative Positionen maßgeblich ist, zeigt sich eine ähnliche Dynamik. Der Front-Monat-Future kletterte um über 78 US-Dollar auf 4.750 US-Dollar. Hier unterscheidet sich der Preis leicht vom Spot-Markt, da Futures oft eine höhere Prämie oder Contango aufweisen.

Technische Analyse: Pivot-Punkte und Ausbruchsziele

Technisch hat der Goldpreis den Monatspivot bei 4.728 US-Dollar behauptet, was bullische Signale sendet. Ein Ausbruch über die kurzfristige Abwärtstrendlinne seit Märzbeginn könnte Ziele bei 5.000 US-Dollar und darüber hinaus bei 5.092 US-Dollar eröffnen. Sollte der Preis jedoch unter 4.630 US-Dollar fallen, droht ein Test der Unterstützung bei 4.381 US-Dollar, mit Potenzial bis 4.243 oder 3.940 US-Dollar.

Diese Pivots sind besonders für europäische Investoren relevant, da sie den Handel in der asiatischen und europäischen Session beeinflussen, bevor der US-Markt öffnet.

Markttreiber: Makroimpulse und Nervosität

Neben dem Dollar spielen Makroimpulse eine Rolle. Die jüngste Schwäche im Ölmarkt – Brent bei 101,84 US-Dollar minus 1,38 Prozent, WTI bei 99,99 US-Dollar minus 1,53 Prozent – verstärkt die Attraktivität von Gold als diversifizierendem Asset. Zudem gibt es anhaltende Nervosität durch geopolitische Risiken und Inflationserwartungen, die den Safe-Haven-Status von Gold stützen.

In Europa wirkt sich ein schwächerer Dollar direkt auf den Goldpreis in Euro aus. Am 1. April lag der Ankaufspreis für Gold bei 127,62 Euro pro Gramm, der Verkaufspreis unverarbeitet bei 137,75 Euro. Dies macht physisches Gold für DACH-Investoren zugänglicher.

ETF-Flows und Zentralbanken: Langfristige Stützen

Obwohl aktuelle Daten zu ETF-Zuflüssen begrenzt sind, bleibt der institutionelle Bedarf stabil. Zentralbanken, insbesondere aus Asien, haben 2026 weiter Goldreserven aufgestockt, was den Preis unterstützt. Physische Nachfrage aus Indien und China trägt ebenfalls bei, auch wenn der monatliche Rückgang temporär Druck erzeugte.

Für DACH-Anleger sind Gold-ETCs wie Xetra-Gold relevant, deren Performance dem Spot-Preis folgt, aber Währungseffekte berücksichtigt werden müssen.

Ausblick: Risiken und Chancen

Die Rallye könnte anhalten, wenn der Dollar schwach bleibt und US-Zinsentscheidungen Fed-Dovishness signalisieren. Risiken bestehen in einer Stärkung des Dollars durch starke US-Daten oder risikobereiten Aktienmärkten. Europäische Investoren sollten auf ECB-Politik achten, da höhere Euro-Zinsen den relativen Reiz von Gold mindern könnten.

Insgesamt deutet die aktuelle Dynamik auf eine Stabilisierung hin, mit Potenzial für neue Hochs, solange Schlüsselunterstützungen halten.

Weiterführende Quellen

Disclaimer: Keine Anlageberatung. Rohstoffe und Finanzinstrumente sind volatil.

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