Glencore, Aktie

Glencore Aktie: Tarifstreit eskaliert

21.03.2026 - 14:19:36 | boerse-global.de

Glencore droht mit Abbruch der Verhandlungen über ein staatliches Rettungspaket für seine Ferrochrom-Sparte. Ein Scheitern gefährdet die Zukunft mehrerer Schmelzanlagen.

Glencore Aktie: Tarifstreit eskaliert - Foto: über boerse-global.de
Glencore Aktie: Tarifstreit eskaliert - Foto: über boerse-global.de

In Südafrika eskaliert ein existenzieller Streit um Stromtarife. Glencore droht offen mit dem Abbruch der Verhandlungen über ein staatliches Rettungspaket für seine Ferrochrom-Sparte. Scheitern die Gespräche, stehen allein bei dem Rohstoffriesen bis zu 1.500 Arbeitsplätze und die Zukunft mehrerer Schmelzanlagen auf dem Spiel.

Vergiftetes Rettungsangebot

Der staatliche Energieversorger Eskom stellte Ende Februar eine drastische Senkung der Strompreise von 1,36 auf 0,62 Rand pro Kilowattstunde in Aussicht. Das erklärte Ziel ist die Rettung der stark angeschlagenen Industrie. Allerdings knüpft die Regierung das Angebot an Bedingungen, die Glencore-Manager Japie Fullard als völlig inakzeptabel einstuft.

Die genauen Klauseln bleiben bisher strikt unter Verschluss. Klar ist jedoch die Haltung der Industrie: Auch der lokale Konkurrent Samancor Chrome sieht in den geheimen Vorgaben eine massive Bedrohung für die langfristige Wirtschaftlichkeit und bereitet bereits erste Entlassungen vor. Die anfängliche Finanzierung des Rabatts soll dabei aus den verbleibenden Mitteln eines staatlichen Schuldenentlastungspakets stammen.

Strukturelle Krise trifft auf starke Aktie

Die harte Haltung des Managements resultiert aus einem beispiellosen Niedergang des südafrikanischen Sektors. Seit dem Jahr 2008 sind die Stromkosten um mehr als 900 Prozent in die Höhe geschossen. Diese Ausgaben machen mittlerweile bis zu 40 Prozent der gesamten Produktionskosten aus. Infolgedessen verlor das Land seine Position als weltgrößter Produzent an China, aktuell sind landesweit nur noch 11 von 66 Schmelzöfen überhaupt in Betrieb.

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Interessanterweise lässt dieser lokale Krisenherd die Anleger bisher völlig kalt. Die Papiere notieren mit einem Schlusskurs von 5,96 Euro nur knapp drei Prozent unter ihrem Anfang März erreichten 52-Wochen-Hoch. Der Markt vertraut offenbar darauf, dass der Konzern unrentable Geschäftsbereiche im Zweifel konsequent abwickelt, anstatt teure Kompromisse einzugehen.

Die Zeit für eine diplomatische Lösung läuft nun endgültig ab. Glencore hat die laufenden Entlassungsverfahren bei seiner Ferrochrom-Sparte strikt bis zum 31. März befristet aufgeschoben. Ohne einen tragfähigen Kompromiss bis zu diesem Stichtag wird das Unternehmen seine unrentablen Anlagen in Boshoek und Wonderkop, die zwingend auf die volle Tarifsenkung angewiesen sind, voraussichtlich dauerhaft vom Netz nehmen.

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