Glatteis: Pinguin-Gang und Zehen-Klavier schützen vor Stürzen
06.02.2026 - 01:10:12Bei winterlichem Glatteis drohen gefährliche Stürze. Mit der richtigen Technik und Vorbereitung lässt sich das Risiko aber deutlich senken. Experten setzen auf eine Mischung aus bewusstem Gehen und vorbeugendem Training.
Zeitdruck gilt als einer der größten Risikofaktoren. Wer hetzt, stolpert schneller. Planen Sie im Winter also mehr Zeit für Ihre Wege ein. Die effektivste Methode ist eine Kombination aus angepasster Gangart, gutem Schuhwerk und körperlicher Stabilität.
Unsicher auf glatten Wegen? Orthopäde Prof. Dr. med. Wessinghage stellt in einem kostenlosen Spezialreport 17 einfache 3‑Minuten‑Übungen vor, die Kraft, Koordination und Balance stärken — ideal zur Sturzprävention im Winter. Die Übungen lassen sich ohne Geräte zu Hause durchführen und sind speziell für Alltagstauglichkeit und schnelle Wirkung konzipiert. Schon kurze tägliche Einheiten können die Fuß- und Beinmuskulatur so stärken, dass Stürze deutlich seltener werden. Jetzt den 3‑Minuten-Plan gratis anfordern
Der Pinguin-Gang: So gehen Sie sicher
Die wirksamste Technik auf Eis ist der Pinguin-Gang. Er imitiert die Fortbewegung der Tiere und sorgt für maximale Stabilität.
So funktioniert’s:
* Körperschwerpunkt vorne: Neigen Sie den Oberkörper leicht nach vorn, sodass das Gewicht senkrecht über dem vorderen Standbein liegt.
* Flächig auftreten: Setzen Sie den Fuß mit der ganzen Sohle auf, statt mit der Ferse abzurollen.
* Kleine Schritte: Gehen Sie langsam mit kurzen Schritten. Das verringert die Hebelwirkung beim Rutschen.
* Fußspitzen nach außen: Diese Haltung erhöht die Stabilität zusätzlich.
Diese Haltung bewirkt, dass die Kraft senkrecht auf den Boden wirkt. Das Bein kann so nicht so leicht wegrutschen.
Das „Zehen-Klavier“: So stärken Sie Ihre Balance
Während der Pinguin-Gang die akute Reaktion ist, beugt das „Zehen-Klavier“ Stürzen vor. Die bildhafte Bezeichnung steht für Übungen, die die feine Muskulatur in Füßen und Zehen trainieren. Eine starke Fußmuskulatur ist entscheidend für den Gleichgewichtssinn.
Einfache Übungen für den Alltag:
* Bewusstes Spreizen aller Zehen.
* Greifen kleiner Gegenstände mit den Füßen.
* „Trommeln“ der Zehen auf dem Boden.
Solches Training verbessert die Propriozeption – also die Wahrnehmung der eigenen Körperposition im Raum. Das ermöglicht schnellere Reaktionen bei Rutschgefahr. Schon wenige Wochen regelmäßiges Üben können das Gleichgewicht spürbar verbessern.
Die richtige Ausrüstung und Verhalten im Ernstfall
Neben der Technik ist das Schuhwerk entscheidend. Meiden Sie glatte Ledersohlen oder hohe Absätze. Ideal sind weiche Gummisohlen mit tiefem Profil. Bei extremer Glätte helfen elastische Schuh-Spikes, die einfach über den Schuh gezogen werden.
Weitere wichtige Verhaltensregeln:
* Hände aus den Taschen: So können Sie sich bei einem Sturz schnell abfangen.
* Vorsicht beim Festhalten: Halten Sie sich nur an einer Person fest, wenn diese absolut sicheren Stand hat. Sonst stürzen Sie womöglich gemeinsam.
* Sturz abfedern: Bei einem unvermeidbaren Fall schützen Sie den Kopf und versuchen, die Energie auf Hände oder die Seite umzuleiten.
Sturzprävention ist besonders für Ältere wichtig
Stürze sind eine häufige Unfallursache, im Winter steigt das Risiko deutlich. Die Folgen reichen von Prellungen bis zu schweren Knochenbrüchen. Besonders ältere Menschen sind gefährdet, da oft Muskelkraft und Gleichgewichtssinn nachlassen.
Gezielte Sturzprophylaxe durch Training kann hier viel bewirken. Sie erhält Mobilität und Lebensqualität. Die Aufklärung über Techniken wie den Pinguin-Gang und Übungen wie das Zehen-Klavier sehen Experten als entscheidenden Beitrag, um Unfallzahlen im Winter zu senken.


