Gjensidige Forsikring ASA: Lohnt sich der skandinavische Versicherer jetzt für DACH-Anleger?
25.02.2026 - 09:59:48 | ad-hoc-news.deBottom Line zuerst: Die Aktie von Gjensidige Forsikring ASA bleibt ein defensiver skandinavischer Dividendentitel mit Fokus auf Schaden- und Unfallversicherung. Nach den jüngsten Quartalszahlen zeigen Analysten stabile bis leicht positive Erwartungen, während die Bewertung im europäischen Versicherungsvergleich moderat wirkt. Für Anleger im deutschsprachigen Raum, die bereits in Allianz, Münchener Rück oder Hannover Rück engagiert sind, kann Gjensidige als geografische und währungsseitige Diversifikation spannend sein, aber auch zusätzliche Risiken bringen.
Was Sie jetzt wissen müssen: Der Kursverlauf reagiert aktuell weniger auf operative Überraschungen als auf Zins- und Regulierungserwartungen in Skandinavien. Für Investoren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sind vor allem drei Punkte entscheidend: die Verlässlichkeit der Dividende, die Bewertung im Vergleich zu DAX- und SMI-Versicherern und die Frage, ob der norwegische Versicherungsmarkt im aktuellen Klima wirklich widerstandsfähiger ist als der Markt in der Eurozone.
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Analyse: Die Hintergründe
Gjensidige Forsikring ASA ist einer der führenden Schaden- und Unfallversicherer in Skandinavien mit Sitz in Norwegen und einer Marktkapitalisierung im Milliardenbereich in norwegischen Kronen. Das Geschäftsmodell ähnelt in Teilen der Allianz-Sparte Property & Casualty, ist jedoch regional stark auf Norwegen und das übrige Skandinavien fokussiert. Für Anleger aus dem DACH-Raum ist die Aktie vor allem über ausländische Handelsplätze wie Oslo und häufig auch über Tradegate oder Xetra-Sekundärlistings zugänglich.
Im Mittelpunkt der jüngsten Berichterstattung standen die Geschäftszahlen zum laufenden Jahr sowie der Ausblick auf Prämienwachstum und Schadenquoten. Die Kombination aus robustem Prämienwachstum, diszipliniertem Underwriting und steigenden Zinserträgen auf dem Anleiheportfolio wirkt grundsätzlich positiv auf die Profitabilität. Gleichzeitig warnen Analysten vor zunehmendem Wettbewerb in einzelnen Sparten und einer Normalisierung der früher besonders hohen Margen.
Für deutschsprachige Anleger ist wichtig: Versicherer wie Allianz, Münchener Rück, Vienna Insurance Group oder Helvetia profitieren derzeit ebenfalls von höheren Zinsen und konnten ihre Combined Ratios verbessern. Gjensidige bewegt sich also in einem Umfeld, in dem die gesamte Branche Rückenwind hat, Wettbewerbsdruck und klimabedingte Großschäden jedoch jederzeit für Rückschläge sorgen können.
Warum die Aktie für DACH-Investoren überhaupt relevant ist
In Deutschland, Österreich und der Schweiz setzen viele Privatanleger im Versicherungssektor klassisch auf die großen Namen: Allianz, Münchener Rück, Hannover Rück, Swiss Re, Zurich oder Vienna Insurance Group. Gjensidige tritt in dieser Runde als Nischenbaustein auf: geografische Diversifikation Richtung Skandinavien, zusätzliche Währungskomponente NOK und eine starke Position im Privatkundengeschäft.
Gerade deutsche Anleger, die über Neo-Broker wie Trade Republic, Scalable Capital oder Smartbroker investieren, stoßen zunehmend auf skandinavische Dividendenwerte. Gjensidige ist dabei oft in Listen mit sogenannten Dividendenaristokraten aus Nordeuropa zu finden, da das Unternehmen historisch eine hohe Ausschüttungsquote pflegt. Für österreichische und Schweizer Anleger, die über Raiffeisen, Erste Bank, Zürcher Kantonalbank oder Swissquote handeln, ist der Zugang üblicherweise ebenfalls problemlos möglich.
Allerdings gilt: Die Aktie notiert in norwegischen Kronen. Damit tragen DACH-Anleger zusätzlich zum Geschäfts- auch ein Währungsrisiko. Wer etwa in Deutschland in Allianz investiert, trägt primär Euro-Risiken, während bei Gjensidige die Entwicklung der NOK gegenüber dem Euro beziehungsweise dem Schweizer Franken einen wesentlichen Einfluss auf die Gesamtrendite hat.
Regulatorik und Kapitalanforderungen im Vergleich zu DACH
Versicherer im Euroraum unterliegen Solvency II, ebenso wie viele europäische Marktteilnehmer. Norwegen hat Solvency-II-äquivalente Regeln übernommen, was die Vergleichbarkeit von Kapitalquoten und Risikomanagement mit DAX- und SMI-Versicherern erleichtert. Für institutionelle Investoren in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist das ein Pluspunkt, weil Kennzahlen wie Solvency-Ratio und Combined Ratio methodisch ähnlich berechnet werden.
In der Praxis bedeutet das für Privatanleger im DACH-Raum: Wenn Sie sich bei Allianz oder Münchener Rück an Kennzahlen wie Combined Ratio und Eigenkapitalrendite orientieren, können Sie dieselben Größen auch bei Gjensidige heranziehen. Die Analystenberichte von internationalen Häusern wie J.P. Morgan, Goldman Sachs oder nordischen Banken stellen diese Vergleichbarkeit meist explizit her.
Ein weiterer Aspekt ist die dividendenpolitische Stabilität. Während deutsche Versicherer ihre Dividendenvorschläge oft eng mit dem Gewinnverlauf verknüpfen und dabei auf eine verlässliche, aber nicht starre Ausschüttungsquote setzen, zielen skandinavische Gesellschaften oft stärker auf kontinuierliche Ausschüttungen mit tendenziell höherer Quote ab. Für einkommensorientierte Anleger aus Deutschland oder der Schweiz, die hohe jährliche Ausschüttungen suchen, kann dies ein Argument für Gjensidige sein.
Makrotrends: Zinsen, Inflation und Klimarisiken
Die Zinswende in Europa und Skandinavien spielt Gjensidige in die Karten. Wie Allianz oder Swiss Re hält das Unternehmen einen bedeutenden Teil seines Vermögens in Anleihen. Steigende Zinsen erhöhen die laufenden Erträge aus neu angelegten Geldern, auch wenn Altbestände zu niedrigeren Renditen bestehen bleiben.
Auf der anderen Seite trifft Gjensidige derselbe Trend, der auch die deutschen Versicherer beschäftigt: zunehmende Klimarisiken. Starkregen in Deutschland und Österreich, Hagelstürme in der Schweiz und Extremwetter in Norwegen und Schweden führen zu höheren Schadenaufwendungen. Für Anleger aus dem DACH-Raum ist wichtig zu verstehen, dass ein Engagement in Gjensidige diese Klimarisiken nicht reduziert, sondern regional streut.
Langfristig versuchen Versicherer, diese Risiken durch höhere Prämien und strengere Zeichnungspolitik zu kompensieren. In den Analystenkommentaren zur Branche ist ein roter Faden erkennbar: Wer es schafft, die Combined Ratio nachhaltig unter 90 bis 95 Prozent zu halten, kann trotz Klimarisiken attraktive Renditen erzielen. Gjensidige lag historisch oft in einem wettbewerbsfähigen Bereich, wenngleich Einzeljahre durch Großschäden verzerrt werden können.
Bewertung im Vergleich zu Allianz & Co.
Für Anleger im DACH-Raum ist die zentrale Frage: Ist Gjensidige günstiger oder teurer als die heimischen Versicherungsriesen? Typischerweise wird hier auf Kennzahlen wie Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) und Dividendenrendite geschaut.
- KGV: Viele europäische Versicherer handeln mit einstelligen bis niedrigen zweistelligen KGVs. Gjensidige liegt in Analystenübersichten oft im mittleren Bereich dieses Spektrums, was auf eine solide, aber nicht extrem günstige Bewertung hindeutet.
- KBV: Allianz, Münchener Rück und Zurich notieren teilweise in der Nähe oder leicht über ihrem Buchwert. Gjensidige bewegt sich in einem ähnlichen Band, was zeigt, dass der Markt dem Geschäftsmodell eine gewisse Stabilität zutraut.
- Dividendenrendite: Viele DACH-Versicherer locken mit 4 bis 6 Prozent und mehr. Gjensidige erreicht in normalen Jahren ebenfalls eine attraktive Rendite, wenngleich die exakte Höhe stark vom jeweiligen Jahresgewinn und Sonderausschüttungen abhängt.
Aus Sicht eines deutschen oder österreichischen Anlegers ist Gjensidige damit kein klassischer Turnaround- oder Deep-Value-Wert, sondern eher ein Qualitäts- und Dividendentitel mit solider, aber nicht spektakulär unterbewerteter Ausgangslage.
Handelbarkeit, Steuern und praktische Besonderheiten für DACH-Anleger
Wer aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz in Gjensidige investieren will, sollte einige praktische Punkte beachten. Die Aktie wird primär an der Börse Oslo gehandelt, viele Broker im DACH-Raum bieten Norwegen als Handelsplatz aber standardmäßig an. Zudem listen einige Plattformen sekundäre Handelsmöglichkeiten in Euro, was die Währungsumrechnung vereinfacht.
Steuerlich ist für DACH-Anleger relevant, dass Dividenden aus Norwegen einer ausländischen Quellensteuer unterliegen können. In Deutschland ist grundsätzlich eine Anrechnung auf die heimische Abgeltungsteuer möglich, bei Österreichern und Schweizern gelten die jeweiligen Doppelbesteuerungsabkommen. Wer über einen Neo-Broker investiert, sollte prüfen, ob dieser die Anrechnung automatisch vornimmt oder ob zusätzliche Formulare nötig sind.
Für konservative Anleger aus der Schweiz, die häufig auf Swiss Re oder Zurich setzen, ist Gjensidige oft nur ein kleiner Satellitenwert. In Deutschland wiederum wird die norwegische Aktie häufiger gezielt als Ergänzung zu Allianz und Münchener Rück genutzt, um die Abhängigkeit vom Euro-Raum zu reduzieren.
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Das sagen die Profis (Kursziele)
Analysten großer Banken und Brokerhäuser sehen Gjensidige mehrheitlich als soliden, aber nicht spektakulär unterbewerteten Versicherungswert. In aktuellen Konsensübersichten, wie sie etwa von Datenanbietern und Finanzportalen bereitgestellt werden, dominiert ein Bild aus Halten- bis moderaten Kaufen-Empfehlungen. Dabei heben die Experten besonders drei Punkte hervor: stabile Margen, verlässliche Dividendenpolitik und ein solides Risikomanagement.
Nordische Investmentbanken und internationale Häuser wie J.P. Morgan oder Goldman Sachs betonen, dass Gjensidige im Vergleich zu anderen europäischen Versicherern weniger von kapitalmarktnahen Geschäftsbereichen abhängig ist. Das kommt bei Marktphasen mit hoher Volatilität gut an, limitiert aber auch das Potenzial für außergewöhnliche Ertragssteigerungen, wie sie etwa Rückversicherer in sehr profitablen Zyklusphasen erreichen können.
Für Anleger im DACH-Raum interessant: In vielen Vergleichsstudien zu europäischen Versicherungsaktien wird Gjensidige in eine Gruppe mit eher defensiven Qualitätswerten eingestuft, während Titel wie Münchener Rück oder Swiss Re aufgrund ihrer Rückversicherungsaktivitäten konjunktursensitiver und volatiler wirken. Wer im DACH-Raum bereits stark in diese Rückversicherer investiert ist, kann Gjensidige als Balancing-Element im Depot nutzen.
Die jüngsten Kursziele der Analysten liegen im Marktumfeld typischerweise nur einen überschaubaren Prozentsatz über oder unter dem aktuellen Kurs, was auf ein weitgehend faires Bewertungsniveau schließen lässt. Große Diskrepanzen, wie sie etwa bei stark umkämpften Wachstumswerten zu beobachten sind, gibt es hier selten. Stattdessen wird der Titel häufig als „Buy for income“ beziehungsweise als Dividendenwert für langfristig orientierte Anleger beschrieben.
Für deutschsprachige Privatanleger ergibt sich daraus ein klares Bild: Wer gezielt auf Kursverdopplungen in kurzer Zeit setzt, ist bei Gjensidige wahrscheinlich falsch. Wer dagegen eine diversifizierte Einkommensstrategie aufbaut, die neben DAX- und SMI-Versicherern auch skandinavische Qualitätswerte umfasst, findet in Gjensidige einen Kandidaten, der von professionellen Marktteilnehmern überwiegend positiv gesehen wird, ohne derzeit in einer Hype-Phase zu sein.
Fazit für DACH-Investoren: Gjensidige Forsikring ASA ist kein Geheimtipp, aber ein solider Baustein für defensiv ausgerichtete Depots mit Schwerpunkt auf Dividenden und europäischer Versicherungsstabilität. Wer bereits Allianz, Münchener Rück, Zurich oder Swiss Re im Portfolio hat, kann mit einem begrenzten Engagement in Gjensidige das geografische und währungsseitige Risikoprofil sinnvoll erweitern, sollte dabei aber die norwegische Quellensteuer, das NOK-Risiko und die branchenüblichen Klimarisiken im Blick behalten.
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