Gips-Recycling, Deponieverbot

Gips-Recycling: Ab heute herrscht striktes Deponieverbot

01.01.2026 - 16:04:12

Seit Jahresbeginn müssen Gipsabfälle in Österreich vollständig recycelt werden. Die Bauindustrie steht vor logistischen Herausforderungen, während die Recyclingbranche Kapazitäten ausgebaut hat.

Ab dem 1. Januar 2026 landen Gipsplatten nicht mehr auf der Deponie. Ein neues Gesetz schreibt die vollständige Wiederverwertung vor und stellt die Bauwirtschaft vor eine logistische Herausforderung.

Für Abbruchunternehmen und Handwerker beginnt eine neue Ära. Seit heute gilt in Österreich ein umfassendes Deponieverbot für Gipsplatten. Die letzte Stufe der Recyclinggips-Verordnung ist damit in Kraft. Alte Wand- und Deckenplatten müssen nun zwingend stofflich verwertet werden.

Was sich für die Baustelle ändert

Bisher konnten nicht sortenreine Gipsabfälle noch deponiert werden. Diese Schlupflöcher sind nun geschlossen. Wer seine Abfälle nicht korrekt trennt, riskiert hohe Strafen – eine legale Entsorgung ist dann unmöglich.

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Die Trennpflicht, die seit April 2025 gilt, wird zur harten Realität. Auf der Baustelle müssen drei Fraktionen strikt getrennt werden:
* Gipsplatten (Gipskarton, Vollgips)
* Gipsfaserplatten
* Calciumsulfatestrich

Besonders bei beengten Sanierungsbaustellen erfordert das neue Muldenkonzepte und eine disziplinierte Organisation. Die “Schonfrist” ist definitiv vorbei.

Die Industrie hat Kapazitäten hochgefahren

Die Recyclingbranche hat sich intensiv auf diesen Stichtag vorbereitet. Große Entsorger und spezialisierte Joint Ventures wie die GzG Gipsrecycling GmbH haben ihre Anlagen ausgebaut. In diesen Werken werden die alten Platten zerkleinert, gereinigt und zu neuem Recyclinggips (RC-Gips) verarbeitet.

Der Druck zum Handeln kommt auch von der Rohstoffseite. Naturgips wird knapper, und REA-Gips aus der Kohleindustrie fällt durch den Kohleausstieg weg. Die Bauwirtschaft ist daher auf das sogenannte „Urban Mining“ angewiesen – die Rückgewinnung von Rohstoffen aus dem Gebäudebestand.

Ein Modell für Deutschland und die EU?

Österreich geht mit dieser rigorosen Regelung voran. Die deutsche Bauwirtschaft beobachtet die Entwicklung mit großem Interesse. Angesichts ähnlicher Probleme mit Deponiekapazitäten und Rohstoffknappheit könnten vergleichbare Gesetze folgen.

Die Erfahrungen aus Österreich haben potenziell Signalwirkung für den gesamten DACH-Raum und könnten als Blaupause für EU-weite Vorgaben dienen. Kurzfristig dürften die Entsorgungskosten steigen. Langfristig soll die Unabhängigkeit von Importen jedoch für stabile Baupreise sorgen.

Die ersten Wochen werden zeigen, wie reibungslos die neue Kreislaufkette funktioniert. Die Qualität des sortenreinen Gipsbruchs von der Baustelle entscheidet über den Erfolg. Für die Bauwirtschaft ist die Kreislaufwirtschaft ab heute kein Zukunftsthema mehr, sondern gesetzlicher Alltag.

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