Ginkgo hilft bei Demenz, nicht bei Vergesslichkeit
23.02.2026 - 03:40:12 | boerse-global.deEine neue Analyse des Cochrane-Instituts bringt Klarheit: Ginkgo-Extrakt kann Demenz-Patienten helfen, zeigt aber kaum Wirkung bei leichten Gedächtnisproblemen. Die umfassende Auswertung von 72 Studien mit fast 10.000 Teilnehmern dämpft die Hoffnungen auf ein allgemeines Gehirn-Boosting.
Studie revidiert früheres Urteil
Die aktuelle Meta-Analyse korrigiert ein zwiespältiges Ergebnis aus dem Jahr 2009. Damals sah das renommierte Netzwerk die Beweislage noch als unzuverlässig an. Jetzt zeigt sich: Bei Patienten mit leichter bis mittelschwerer Demenz führt eine tägliche Dosis von 240 mg Extrakt über sechs Monate zu messbaren Verbesserungen.
Die Forscher stellten bessere Werte in kognitiven Tests und eine leichte Besserung im Alltag fest. Für Menschen mit leichten kognitiven Beeinträchtigungen oder subjektiver Vergesslichkeit fand die Analyse dagegen keinen signifikanten Nutzen gegenüber einem Placebo.
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So wirkt der Baum-Extrakt
Präparate wie Gingium enthalten einen hochkonzentrierten Spezialextrakt aus Ginkgo-Blättern. Die positive Wirkung wird mehreren Faktoren zugeschrieben: Der Extrakt soll die Fließeigenschaften des Blutes verbessern und die Durchblutung in den kleinsten Gefäßen fördern. Das Ergebnis ist eine bessere Sauerstoffversorgung für das Gehirn.
In Deutschland sind Ginkgo-Arzneimittel für die symptomatische Behandlung von Demenz-Beschwerden zugelassen. Dazu zählen Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen, Niedergeschlagenheit und Schwindel. Auch bei Tinnitus vaskulären Ursprungs kommt der Extrakt zum Einsatz.
Leitlinie bestätigt, Prävention nicht belegt
Die neuen Ergebnisse stützen die bestehende deutsche S3-Leitlinie „Demenzen“. Diese empfiehlt den Ginkgo-Spezialextrakt EGb 761 bereits zur Behandlung leichter bis mittelgradiger Demenzerkrankungen. Die Cochrane-Analyse bestätigt diese Option im Rahmen eines Therapie-Gesamtkonzepts.
Gleichzeitig wird klar: Eine Einnahme zur reinen Demenz-Prävention bei gesunden Menschen ist wissenschaftlich nicht belegt. Das Sicherheitsprofil bewertet der Review als gut – bei einer Einnahme bis zu einem Jahr gab es kaum Unterschiede zu Placebo bei Nebenwirkungen. Vorsicht ist jedoch bei der gleichzeitigen Einnahme blutverdünnender Medikamente geboten.
Mehr Forschung nötig
Trotz der klaren Tendenz bewerten die Autoren die Sicherheit der Evidenz insgesamt als niedrig. Hochwertige Studien müssen die Ergebnisse weiter festigen. Ein endgültiges Urteil steht also noch aus.
Für Ärzte und Patienten bietet die aktuelle Datenlage dennoch eine fundiertere Entscheidungsgrundlage. Bei diagnostizierter Demenz ist Ginkgo eine leitliniengestützte Option. Für den gesunden Menschen, der sein Gedächtnis aufpolieren will, bleibt die Wirksamkeit dagegen ein Wunschgedanke.
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