EQS-News: Gerresheimer verschiebt Veröffentlichung von Jahres- und Konzernabschluss 2025 und initiiert Verkauf von Centor Inc. (deutsch)
10.02.2026 - 22:51:40Gerresheimer verschiebt Veröffentlichung von Jahres- und Konzernabschluss 2025 und initiiert Verkauf von Centor Inc.
EQS-News: Gerresheimer AG / Schlagwort(e): Jahresbericht/Fusionen &
Übernahmen
Gerresheimer verschiebt Veröffentlichung von Jahres- und Konzernabschluss
2025 und initiiert Verkauf von Centor Inc.
10.02.2026 / 22:51 CET/CEST
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Gerresheimer verschiebt Veröffentlichung von Jahres- und Konzernabschluss
2025 und initiiert Verkauf von Centor Inc.
* Vom Unternehmen eingeleitete noch laufende Untersuchungen erfordern mehr
Zeit für die Aufstellung und Abschlussprüfung
* Verkauf der US-Tochter Centor zur Optimierung der Kapital- und
Finanzierungsstruktur noch in diesem Jahr
* Transformationsprogramm erfolgreich gestartet
* Ausblick 2026: Umsatz von 2,3-2,4 Mrd. Euro und moderat positiver Free
Cashflow erwartet
Düsseldorf, 10. Februar 2026. Gerresheimer, innovativer System- und
Lösungsanbieter und globaler Partner für die Pharma-, Biotech- und
Kosmetikbranche, verschiebt die Veröffentlichung des Jahres- und des
Konzernabschlusses 2025. Ein neuer Veröffentlichungstermin wird in Absprache
mit dem Abschlussprüfer festgelegt werden. Gerresheimer hat aufgrund
interner Hinweise in Abstimmung mit dem Abschlussprüfer weitere
Untersuchungen durch eine zweite Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zur
Erfassung von Umsatzerlösen und Bilanzierung in den Geschäftsjahren 2024 und
2025 beauftragt. Damit will das Unternehmen sicherstellen, dass die
Vorjahreszahlen, unter Berücksichtigung der Erkenntnisse aus der
Untersuchung einer unabhängigen Rechtsanwaltskanzlei im Zusammenhang mit dem
laufenden BaFin-Verfahren, umfassend korrigiert werden und der Jahres- und
der Konzernabschluss 2025 den qualitativen Ansprüchen vollumfänglich gerecht
werden. Da die Untersuchungen derzeit noch andauern, besteht ein höherer
zeitlicher Bedarf für die Erstellung und Prüfung des Jahres- und des
Konzernabschlusses 2025 einschließlich der Korrektur der Vorjahreszahlen. Um
die Kapital- und Finanzierungsstruktur zu optimieren, hat Gerresheimer den
Verkauf der US-Tochter Centor Inc. initiiert. Centor ist ein führender
Anbieter von Verpackungssystemen für die Abgabe verschreibungspflichtiger
Medikamente in den USA. Für den Verkauf wurde die Investmentbank Morgan
Stanley & Co. International plc mandatiert. Parallel dazu treibt
Gerresheimer die Umsetzung des umfassenden Transformationsprogramms gto
voran, um das Unternehmen zurück auf einen profitablen Wachstumskurs zu
führen. Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet Gerresheimer einen Umsatz von
rund 2,3 bis 2,4 Mrd. Euro Umsatz, eine Adjusted EBITDA-Marge von rund 18
bis 19 % und einen moderat positiven Free Cashflow.
"Als neu formiertes Vorstandsteam wollen wir sicherstellen, dass der Jahres-
und der Konzernabschluss 2025 unseren Ansprüchen an Qualität, Konformität
und Transparenz vollumfänglich entspricht", so Wolf Lehmann, CFO der
Gerresheimer AG. "Aufgrund der noch laufenden Untersuchungen dauert der
Prozess länger als erwartet. Wir arbeiten die bislang identifizierten
Sachverhalte aus den Untersuchungen strukturiert und in enger Abstimmung mit
dem Abschlussprüfer auf."
"Der Fokus auf die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit unseren Kunden und
die konsequente Umsetzung unseres Transformationsprogramms werden
Gerresheimer zurück in die Erfolgsspur bringen", so Uwe Röhrhoff, CEO der
Gerresheimer AG. "Die Optimierung unserer Kapital- und Finanzierungsstruktur
durch den geplanten Verkauf von Centor verschafft uns die Möglichkeit,
erforderliche Maßnahmen umzusetzen und damit das vorhandene Potenzial
unseres Unternehmens zu heben."
Untersuchungen dauern an
Gerresheimer hat aufgrund interner Hinweise in Abstimmung mit dem
Abschlussprüfer weitere Untersuchungen durch eine zweite
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zur Umsatzerfassung und Bilanzierung in den
Geschäftsjahren 2024 und 2025 beauftragt.
Nach bisherigen Erkenntnissen der vom Unternehmen eingeleiteten neuen
Untersuchungen haben einzelne Mitarbeitende gegen interne Richtlinien und
IFRS-Regelungen verstoßen. Die daraus resultierenden Korrekturen im
Konzernabschluss betreffen im Wesentlichen die Erfassung von Umsatzerlösen
und die Bilanzierung und Bewertung von Vorräten. Gerresheimer prüft weiter
Ursachen und Verantwortlichkeiten und hat bereits erste personelle und
organisatorische Konsequenzen gezogen.
Auf Basis der derzeitigen Erkenntnisse der laufenden Untersuchungen und der
Abschlussprüfungsarbeiten inklusive der bereits angekündigten Korrekturen
von Umsätzen aus Bill-and-Hold ergibt sich damit für das Geschäftsjahr 2024
aktuell ein Korrekturbedarf von insgesamt voraussichtlich rund -35 Mio. Euro
bei den Umsatzerlösen und voraussichtlich rund -24 Mio. Euro beim Adjusted
EBITDA. Die im Rahmen der noch laufenden Untersuchungen identifizierten
fehlerhaften Buchungen aus dem Geschäftsjahr 2025 werden korrigiert.
Auswirkungen auf die Prognose 2025 und erwartete Wertminderungen
Nach dem derzeitigen Stand der Abschlussarbeiten und unter Berücksichtigung
der Erkenntnisse der laufenden Untersuchungen wird der Umsatzrückgang 2025
voraussichtlich am oberen Ende der Prognosespanne von -4 bis -2 % oder
geringfügig besser ausfallen. Die Adjusted EBITDA-Marge wird im
Geschäftsjahr 2025 voraussichtlich zwischen 16,5 und 17,5 % liegen (zuvor
18,5 bis 19,0 %). Das Adjusted EPS wird voraussichtlich im hohen
zweistelligen Prozentbereich zurückgehen und kann auch negativ werden
(zuvor: Rückgang im mittleren zweistelligen Prozentbereich).
Nach den bislang vorliegenden Ergebnissen der Impairment-Tests erwartet
Gerresheimer im Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2025
nicht-zahlungswirksame Wertminderungen in Höhe von rund 220 bis 240 Mio.
EUR. Im Wesentlichen handelt es sich hierbei um Wertminderungen von
Technologie- und Entwicklungsprojekten der Sensile Medical AG sowie unter
anderem um Wertminderungen der Vermögenswerte der Gerresheimer Moulded Glass
Chicago Inc., Chicago, USA. Das Moulded-Glass-Werk in Chicago Heights wird
als eine der Maßnahmen der Transformationsinitiative zum Ende des
Geschäftsjahres 2026 geschlossen.
Verkauf von Centor zur Optimierung der Kapital- und Finanzierungsstruktur
Aufgrund des starken Interesses von potenziellen Käufern hat Gerresheimer
den Verkauf der 100-%-Tochter Centor Inc., USA, initiiert und plant diesen
noch in diesem Jahr abzuschließen. Centor ist ein führender Anbieter von
Verpackungssystemen für die Abgabe verschreibungspflichtiger Medikamente in
den USA. Mit dem Verkauf, für den bereits die Investmentbank Morgan Stanley
& Co. International plc mandatiert ist, will das Unternehmen seine Kapital-
und Finanzierungsstruktur optimieren. Auch die Separierung des
Moulded-Glass-Geschäfts wird weiter vorangetrieben, der beabsichtigte
anschließende Verkaufsprozess wird jedoch nicht im Geschäftsjahr 2026,
sondern zu einem späteren Zeitpunkt initiiert werden.
Transformationsprogramm gto erfolgreich gestartet
Um das Unternehmen auf einen profitablen Wachstumskurs zu führen, setzt
Gerresheimer derzeit ein umfassendes Transformationsprogramm zur
Kostensenkung, Performance-Steigerung und Verbesserung des Free Cashflow um.
Das Programm beinhaltet unter anderem eine selektivere Investitionsplanung,
ein verbessertes Working-Capital-Management, Maßnahmen zur Steigerung der
operativen und vertrieblichen Performance und die Optimierung des Einkaufs
sowie des globalen Produktionsnetzwerkes. So wird Gerresheimer
beispielsweise das Type-1-Moulded-Glass-Werk in Chicago Heights, USA, bis
zum Ende des Geschäftsjahres 2026 schließen und das Geschäft auf die drei
weiteren Type-1-Moulded-Glass-Werke in Italien und Indien verlagern.
Ausblick 2026: Positiver Free Cashflow
Gerresheimer sieht für den Pharma- und Kosmetikmarkt im Geschäftsjahr 2026
ein stabiles bis leicht wachsendes Marktumfeld. Das Unternehmen erwartet
trotz eines voraussichtlich schwächeren ersten Halbjahres, vor
M&A-Aktivitäten Umsatzerlöse von rund 2,3 bis 2,4 Mrd. Euro, eine Adjusted
EBITDA-Marge von rund 18 bis 19 % sowie einen moderat positiven Free
Cashflow.
Über Gerresheimer
Gerresheimer ist als innovativer System- und Lösungsanbieter der globale
Partner für die Pharma-, Biotech- und Kosmetikbranche. Die Gruppe bietet ein
umfassendes Portfolio an Drug-Containment-Lösungen inklusive Verschlüsse und
Zubehör, sowie Drug-Delivery-Systemen, Medizinprodukten und Lösungen für die
Gesundheitsbranche an. Das Leistungsspektrum umfasst unter anderem digitale
Lösungen für die Therapiebegleitung, On-Body Devices, Spritzen, Pens,
Autoinjektoren und Inhalatoren sowie Injektionsfläschchen, Karpulen,
Ampullen, Tablettenbehälter, Infusions-, Tropf- und Sirupflaschen.
Gerresheimer sorgt dafür, dass Medikamente sicher zum Patienten gelangen und
zuverlässig verabreicht werden können. Gerresheimer unterstützt seine Kunden
mit umfassenden Dienstleistungen entlang der Wertschöpfungskette und der
Adressierung der wachsenden Nachfrage nach mehr Nachhaltigkeit. Mit über 40
Produktionsstandorten in 16 Ländern in Europa, Amerika und Asien ist
Gerresheimer weltweit präsent und produziert vor Ort für die regionalen
Märkte. Die Gruppe erwirtschaftete zusammen mit Bormioli Pharma 2024 einen
Umsatz von rund 2,4 Mrd. Euro und beschäftigt aktuell rund 13.600
Mitarbeitende. Die Gerresheimer AG notiert im SDAX an der Frankfurter
Wertpapierbörse (ISIN: DE000A0LD6E6).
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