Gerresheimer, Aktie

Gerresheimer Aktie: Krise eskaliert

10.03.2026 - 23:50:35 | boerse-global.de

Der Pharmaverpacker Gerresheimer verpasst die Frist für den Jahresabschluss 2025, was den Ausschluss aus dem SDAX und eine BaFin-Prüfung zur Folge hat. Die Bilanzierung steht unter Verdacht.

Gerresheimer Aktie: Krise eskaliert - Foto: über boerse-global.de
Gerresheimer Aktie: Krise eskaliert - Foto: über boerse-global.de

Der Düsseldorfer Pharmaverpackungsspezialist hat heute Abend eine Insiderinformation veröffentlicht, die es in sich hat: Der testierte Jahres- und Konzernabschluss für 2025 wird nicht wie gesetzlich gefordert bis zum 31. März vorliegen. Was steckt dahinter – und was bedeutet das konkret für Aktionäre?

Bilanz verzögert, Index-Aus droht

Die Ursache der Verzögerung liegt in den laufenden Untersuchungen einer zweiten, eigens beauftragten Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Diese durchleuchtet Geschäftsvorgänge aus den Jahren 2024 und 2025, und die Aufbereitung der dafür nötigen Unterlagen dauert länger als erwartet. Frühestens im Juni 2026 soll der geprüfte Abschluss vorliegen.

Die unmittelbaren Folgen sind weitreichend: Der Abschluss der Hauptversammlung, ursprünglich für den 3. Juni 2026 geplant, wird verschoben. Die für den 16. April angekündigte Quartalsmitteilung für das erste Quartal 2026 fällt ebenfalls weg. Und schwerwiegender noch: Das Unternehmen dürfte planmäßig aus dem SDAX ausscheiden – ein Indexausschluss, der erfahrungsgemäß weiteren Verkaufsdruck erzeugt, weil indexgebundene Fonds die Aktie zwingend abstoßen müssen.

Zusätzlich hat das Unternehmen bereits Gespräche mit seinen Kreditgebern aufgenommen, um die vertraglichen Fristen zur Vorlage des testierten Abschlusses zu verlängern. Ein Hinweis darauf, wie ernst die Lage intern bewertet wird.

Regulatorischer Druck auf mehreren Fronten

Das ist nicht der erste Dämpfer. Die BaFin hat heute bestätigt, dass sie eine formelle Prüfung der Zwischenabschlüsse für den Zeitraum Dezember 2024 bis Mai 2025 eingeleitet hat – mit konkretem Verdacht auf Verstöße gegen Bilanzierungsvorschriften. Parallel läuft bereits eine Untersuchung des Geschäftsberichts 2023/24.

Im Kern geht es um sogenannte Bill-and-Hold-Buchungen: Umsätze wurden erfasst, bevor die Ware tatsächlich ausgeliefert wurde. Hinzu kommen mögliche Fehlbuchungen bei Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 65,5 Millionen Euro sowie aktivierten Entwicklungskosten von 29,4 Millionen Euro. Wertminderungen zwischen 220 und 240 Millionen Euro – vor allem bei der Schweizer Tochter Sensile Medical und dem US-Standort Chicago – belasten die Zahlen zusätzlich. Ein Verlust auf Jahresbasis ist ausdrücklich nicht ausgeschlossen.

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Charttechnik ohne Boden

Der Kurs spiegelt das Chaos wider. Seit dem 52-Wochen-Hoch von über 80 Euro im März 2025 hat die Aktie rund 80 Prozent ihres Wertes verloren und markierte Ende Februar ein Mehrjahrestief knapp unter 15 Euro. Zuletzt erholte sich das Papier leicht auf rund 18,50 Euro – eine Gegenbewegung, die angesichts der offenen Fragen eher wie eine technische Reaktion als eine echte Stabilisierung wirkt.

Solange der testierte Jahresabschluss fehlt, die BaFin auf zwei Ebenen gleichzeitig ermittelt und der Indexausschluss bevorsteht, bleibt die fundamentale Vertrauensbasis erschüttert. Der nächste harte Termin ist der 31. März – und der wird nun verpasst.

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