Gerresheimer Aktie: BaFin weitet Prüfung aus
26.02.2026 - 06:42:32 | boerse-global.deDie Gerresheimer-Aktie ist am Mittwochabend regelrecht eingebrochen. Der Grund: Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht verschärft ihren Kurs gegenüber dem Verpackungsspezialisten massiv. Was im September 2025 als gezielte Überprüfung der Bilanzierung von Bill-and-Hold-Verträgen begann, entwickelt sich nun zu einer umfassenden Untersuchung mehrerer Geschäftsjahre.
Die Aufsicht nimmt nicht nur den Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2023/2024 genauer unter die Lupe, sondern auch den Halbjahresbericht für den Zeitraum vom 1. Dezember 2024 bis zum 31. Mai 2025. Im nachbörslichen Handel auf Tradegate verlor die Aktie rund neun Prozent. Noch am Mittwoch stand sie bei 52 Euro, doch der Kurs sackte auf 47,32 Euro ab.
Leasing, Entwicklungskosten und Wertminderungen
Die BaFin hat ihre Prüfungspunkte deutlich ausgeweitet. Im Geschäftsjahr 2023/2024 stehen nun mögliche Fehler bei der Bilanzierung von Leasingverbindlichkeiten im Fokus. Es geht um 65,5 Millionen Euro, die möglicherweise falsch ausgewiesen oder im Anhang unzutreffend diskontiert wurden. Ebenfalls kritisch: Die Nutzungsdauer von aktivierten Entwicklungskosten in Höhe von 29,4 Millionen Euro.
Besonders brisant ist die Frage, ob eine Wertminderung der Vermögenswerte im Segment Advanced Technologies von 196,5 Millionen Euro bereits früher hätte erfolgen müssen. Das würde bedeuten, dass Gerresheimer seine Vermögenslage in früheren Berichten möglicherweise zu positiv dargestellt hat.
Risikomanagement und Bormioli-Übernahme im Visier
Beim Halbjahresbericht 2025 richtet die BaFin ihr Augenmerk vor allem auf das Risikomanagement. Konkret geht es um die Bewertung der Risiken im Zusammenhang mit der Akquisition von Bormioli Pharma. Gerresheimer hatte die Risiken aus Übernahmen, Desinvestitionen und Kooperationen sowie das Liquiditätsrisiko unverändert zum Konzernabschluss 2024 als gering eingestuft.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Gerresheimer?
Die Aufsicht sieht darin ein Problem. Sie hat Anhaltspunkte dafür, dass die Beibehaltung dieser Risikoeinstufung nicht mehr angemessen gewesen sein könnte. Zudem prüft die BaFin erneut die Umsatzerfassung bei Bill-and-Hold-Vereinbarungen, dieses Mal für den Halbjahresbericht 2025. Bei solchen Verträgen rechnet ein Unternehmen Ware bereits ab, bevor sie physisch an den Käufer übergeben wurde. Die Frage ist, ob Gerresheimer Umsätze zu früh verbucht hat.
Bereits im Dezember hatte das Unternehmen angekündigt, die Buchungspraxis zu ändern. Der Vorstand sprach von Verstößen von Mitarbeitern gegen interne Vorschriften und IFRS-Standards. Allein in der Bilanz für 2024 seien 35 Millionen Euro Umsatz und 24 Millionen Euro beim bereinigten EBITDA nicht korrekt verbucht worden. Gerresheimer betont, man werde mit der BaFin weiterhin vollumfänglich kooperieren, um die Sachverhalte transparent zu klären.
Gerresheimer-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Gerresheimer-Analyse vom 26. Februar liefert die Antwort:
Die neusten Gerresheimer-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Gerresheimer-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 26. Februar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Gerresheimer: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
Hol dir jetzt den Wissensvorsprung der Aktien-Profis.
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Aktien-Empfehlungen - Dreimal die Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt kostenlos anmelden
Jetzt abonnieren.

