Generation Z will Vollzeitjobs – aber zu ihren Bedingungen
30.01.2026 - 16:00:12Zwei Drittel der jungen Berufseinsteiger streben eine Vollzeitstelle an. Das zeigt eine aktuelle Analyse der Arbeitseinstellung der Generation Z in Deutschland. Sie definiert die Bedingungen für diese Sicherheit jedoch komplett neu.
Für die deutsche Industrie wird die Anpassung an diese pragmatische und anspruchsvolle Generation zur Überlebensfrage im Kampf um Fachkräfte.
Die gängigen Klischees von mangelnder Leistungsbereitschaft hält einer Überprüfung nicht stand. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) verzeichnet bei den 20- bis 24-Jährigen die höchste Erwerbsbeteiligung seit Jahrzehnten.
Doch die Prioritäten haben sich verschoben:
* Die gewünschte Wochenarbeitszeit ist in zwei Jahrzehnten um fast drei Stunden gesunken.
* Flexible Arbeitszeiten und mobiles Arbeiten stehen für viele vor einem hohen Gehalt.
* Dieser Trend ist keine Jugend-Laune, sondern zeigt sich auch bei älteren Arbeitnehmern.
Industrie im Zwiespalt: Tradition contra Talente
Der demografische Wandel und der Austritt der Babyboomer verschärfen den Fachkräftemandel massiv. Gleichzeitig fordert die nachrückende Generation aktiv ihre Vorstellungen ein.
Unternehmen mit starren 40-Stunden-Wochen und wenig Flexibilität drohen, im Wettbewerb um die besten Köpfe abgehängt zu werden. Gefragt ist eine Kultur, die Wertschätzung, psychische Gesundheit und Entwicklung in den Vordergrund stellt.
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Pragmatismus ist der wahre Antrieb
Hinter der als „anspruchsvoll“ kritisierten Haltung steckt ein tiefgreifender Pragmatismus. Aufgewachsen in einer Welt permanenter Krisen – von Finanzkrise bis Pandemie – legt die Gen Z extremen Wert auf finanzielle Stabilität.
Eine Analyse der Konrad-Adenauer-Stiftung nennt Geld als Top-Motivation für die Jobwahl, noch vor dem Spaß an der Arbeit. Fast die Hälfte strebt eine Führungsposition an und ist bereit, Verantwortung zu übernehmen. Im Gegenzug erwartet sie aber Vertrauen und echte Autonomie.
Vier-Tage-Woche und Vertrauenskultur als Zukunft
Die Debatte markiert einen Wendepunkt. Modelle wie die Vier-Tage-Woche, ergebnisorientiertes Arbeiten und umfassende Homeoffice-Regelungen werden weiter an Bedeutung gewinnen.
Der Fokus muss sich von der reinen Anwesenheitspflicht hin zu einer Kultur der Eigenverantwortung verschieben. Unternehmen, die das verstehen, sichern sich nicht nur die dringend benötigten Fachkräfte, sondern profitieren auch von deren digitaler Kompetenz und frischen Ideen.


