Gender-Pay-Gap, Chefetagen

Gender-Pay-Gap stagniert – auch in Chefetagen geht nichts voran

02.03.2026 - 09:40:21 | boerse-global.de

Die Einkommenslücke zwischen Frauen und Männern bleibt bei 16 Prozent unverändert. Auch der Anteil von Frauen in Vorständen großer Konzerne wächst nicht mehr.

Gender-Pay-Gap stagniert – auch in Chefetagen geht nichts voran - Foto: über boerse-global.de
Gender-Pay-Gap stagniert – auch in Chefetagen geht nichts voran - Foto: über boerse-global.de

Deutschlands Fortschritt bei der Gleichstellung im Job ist ins Stocken geraten. Neue Daten zeigen: Frauen verdienen weiterhin deutlich weniger als Männer, und der Weg in die Vorstandsetagen bleibt steinig.

Die jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) vom 26. Februar 2026 sind ernüchternd. Der unbereinigte Gender-Pay-Gap lag 2025 unverändert bei 16 Prozent. Frauen verdienten damit durchschnittlich 22,81 Euro pro Stunde, Männer 27,05 Euro. Nach Jahren langsamer Verbesserung ist diese Stagnation ein alarmierendes Signal. Sie fällt mit dem Equal Pay Day am 27. Februar zusammen, der symbolisch markiert, bis zu welchem Tag im Jahr Frauen im Vergleich umsonst arbeiten.

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Regionale Unterschiede und strukturelle Ursachen

Die Kluft ist nicht überall gleich groß. Während sie in den westdeutschen Bundesländern bei 17 Prozent liegt, beträgt sie im Osten nur 5 Prozent. Doch das Lohngefälle ist nur ein Teil des Problems.

Destatis berechnet einen umfassenden „Gender Gap im Arbeitsmarkt“. Dieser berücksichtigt auch Unterschiede bei den bezahlten Arbeitsstunden und der Erwerbsbeteiligung. Diese Gesamtlücke stagnierte 2025 bei 37 Prozent. Ein Hauptgrund: Frauen arbeiten wesentlich häufiger in Teilzeit, oft wegen unbezahlter Care-Arbeit für Kinder oder Angehörige. Selbst der bereinigte Gap, der Qualifikation und Beruf vergleicht, liegt noch bei 6 Prozent. Das bedeutet: Bei gleicher Arbeit gibt es weniger Lohn.

Auch die Vorstände bleiben eine Männerdomäne

Die Einkommensstagnation spiegelt sich in den Führungsetagen wider. Studien des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) zeigen: Der langsame Aufwärtstrend bei Frauen in Vorständen der 200 größten Konzerne ist 2025 erstmals zum Stillstand gekommen.

Zwar sank die Zahl der Vorständinnen nicht, doch das Wachstum der Gremien kam vor allem Männern zugute. Dort, wo eine verbindliche 30-Prozent-Quote für Aufsichtsräte gilt, ist der Frauenanteil in beiden Kontrollgremien deutlich höher. Das belegt die Wirksamkeit gesetzlicher Vorgaben – ihr Anwendungsbereich ist aber noch begrenzt.

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EU-Richtlinien sollen neuen Druck erzeugen

Die Doppelstagnation bei Gehältern und Karrieren zeigt die Grenzen bisheriger Maßnahmen. Als zentrales Werkzeug für Veränderung gilt nun der Gesetzgeber. Die deutschen Führungspositionengesetze (FüPoG) setzen erste Quoten. Zusätzlicher Druck kommt aus Brüssel.

Bis Mitte 2026 müssen große EU-börsennotierte Unternehmen mindestens 40 Prozent der nicht geschäftsführenden Aufsichtsratsposten mit Frauen besetzen. Zudem wird die EU-Transparenzrichtlinie voraussichtlich 2026 in deutsches Recht umgesetzt. Sie zwingt Unternehmen zu mehr Offenlegung ihrer Gehaltsstrukturen und zu Maßnahmen gegen geschlechtsspezifische Lohnunterschiede.

Doch reicht das? Experten betonen, dass echter Fortschritt einen kulturellen Wandel braucht. Dazu gehört eine gerechtere Verteilung der Sorgearbeit und der Abbau struktureller Hürden. Ohne diese grundlegenden Veränderungen droht Deutschland, die Ungleichheit für die kommenden Jahre zu zementieren.

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