Gemini AI: Forscher-Helfer und Hacker-Werkzeug zugleich
13.02.2026 - 20:52:11Googles KI-Plattform zeigt ihr Janusgesicht: Sie beschleunigt wissenschaftliche Durchbrüche, während Staatshacker sie für Cyberangriffe nutzen.
Mountain View – In einer Zwillingsmeldung zeigt Google diese Woche die extreme Dualität Künstlicher Intelligenz. Während das Unternehmen eine leistungsstarke neue Denkfunktion für Forscher freischaltet, dokumentiert der eigene Geheimdienst gleichzeitig, wie Staatshacker dieselbe Technologie systematisch für Cyberangriffe missbrauchen. Ein Wettlauf zwischen Innovation und Gefahrenabwehr ist entbrannt.
KI als „Co-Wissenschaftler“ für komplexe Probleme
Am 12. Februar stellte Google Gemini 3 Deep Think vor. Dieser spezielle Modus soll als Denkpartner für Wissenschaft und Technik dienen. Er ist darauf ausgelegt, auch mit unvollständigen oder widersprüchlichen Daten umzugehen und dabei zu helfen, neue Hypothesen zu entwickeln.
Die KI habe bereits Fortschritte bei langjährigen Rätseln ermöglicht – von kombinatorischer Optimierung bis zur Physik kosmischer Strings. Für ein Problem der Gravitationsstrahlung fand sie eine neuartige mathematische Lösung. Auf Aufgaben der Internationalen Mathematik-Olympiade 2025 erreichte sie Goldmedaiven-Niveau.
„Das Ziel ist ein KI-Co-Wissenschaftler“, erklärt ein Google-Sprecher. Das System soll die wissenschaftliche Methode nachahmen: Es synthetisiert riesige Informationsmengen und betreibt eine Art intellektuelles Selbstgespräch, um neue Forschungsvorschläge zu generieren. Verfügbar ist der Modus für „AI Ultra“-Abonnenten und über eine API für Forschung und Unternehmen.
Bedrohungsbericht: Staatshacker nutzen Gemini flächendeckend
Fast zeitgleich veröffentlichte Googles Threat Intelligence Group (GTIG) einen alarmierenden Report. Demnach nutzen staatlich unterstützte Hacker-Gruppen aus China, Iran, Nordkorea und Russland die Gemini-KI in allen Phasen ihrer Cyberoperationen.
Die KI wirke als Kraftmultiplikator. Sie automatisiere Aufgaben, die früher manuellen Aufwand erforderten. Konkret nutzte eine chinesische APT-Gruppe Gemini, um Personen in Pakistan zu recherchieren. Iranische Akteure verbesserten damit Social-Engineering-Kampagnen. Nordkoreanische Hacker setzten sie zur Zielprofilierung bei Verteidigungs- und Cybersicherheitsfirmen ein.
„Noch haben sie keine bahnbrechenden neuen Fähigkeiten entwickelt“, so GTIG-Analysten. Doch der Trend sei besorgniserregend. Kommerzielle KI-Plattformen senken die Einstiegshürde und beschleunigen die Entwicklung schädlicher Tools. Selbst Cyberkriminelle nutzen die Gemini-API bereits, um dynamisch Schadcode zu generieren und ihn so schwerer erkennbar zu machen.
Googles Befund bestätigt, wie sehr KI-Angriffe automatischere Reconnaissance, passgenaues Social‑Engineering und schwer erkennbare Schadsoftware ermöglichen. Für Unternehmen und IT‑Verantwortliche ist jetzt Wissen gefragt: Ein kostenloses E‑Book fasst die aktuellen Cyber‑Security‑Awareness‑Trends zusammen, erklärt, wie KI-basierte Angriffe funktionieren und welche sofort umsetzbaren Schutzmaßnahmen auch kleine IT‑Teams schnell einführen können. Jetzt kostenloses Cyber‑Security‑E‑Book herunterladen
Die große Herausforderung: Innovation sichern
Diese Zwickmühle stellt die Tech-Branche vor eine fundamentale Frage: Wie lassen sich rasant Innovation und robuste Sicherheit vereinen? Jedes Werkzeug zur Problemlösung kann auch missbraucht werden.
Experten fordern einen mehrschichtigen Sicherheitsansatz. Es reiche nicht, Konten zu sperren. Schutzmaßnahmen müssten direkt in die KI‑Modelle integriert werden. Google arbeitet an Lösungen wie AI Protection und Model Armor in seinen Cloud‑Diensten. Doch die Gegner experimentieren ständig weiter.
Die Zukunft verspricht ein beschleunigtes Wettrüsten. Für die Wissenschaft könnte Gemini Deep Think Entdeckungen in Mathematik, Physik und Medizin beschleunigen. Die Cybersicherheitswelt muss sich hingegen auf KI‑verstärkte Bedrohungen einstellen. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob der Nutzen für die Forschung die Risiken durch Missbrauch überwiegt.
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