Gehirntraining, Demenz

Gehirntraining schützt vor Demenz – aber nur die richtige Art

14.02.2026 - 10:40:12

Eine Langzeitstudie belegt, dass gezieltes Training der Verarbeitungsgeschwindigkeit das Demenzrisiko um 25 Prozent senkt. Klassische Rätsel sind dagegen wirkungslos.

Eine spezielle Form des digitalen Gehirntrainings senkt das Demenzrisiko um 25 Prozent. Das belegt erstmals eine 20-Jahres-Studie. Klassische Kreuzworträtsel bleiben dagegen wirkungslos.

Die neuen Daten der bahnbrechenden ACTIVE-Studie stellen die Debatte um „Gehirnjogging“ auf den Kopf. Forscher der University of Florida und der Johns Hopkins University veröffentlichten diese Woche die Langzeitergebnisse. Ihr Fazit: Nur Training der Verarbeitungsgeschwindigkeit zeigt präventive Effekte.

Geschwindigkeit schlägt Gedächtnis

Die Studie mit rund 2.800 Teilnehmern startete bereits Ende der 1990er Jahre. Sie verglich drei Trainingsarten: Gedächtnis, logisches Denken und Verarbeitungsgeschwindigkeit. Das überraschende Ergebnis nach zwei Jahrzehnten? Nur die Speed-Gruppe profitierte langfristig.

Ihr Demenzrisiko sank um etwa ein Viertel. Besonders jene, die später Auffrischungssitzungen absolvierten, zeigten den stärksten Schutz. Die anderen Gruppen verbesserten zwar ihre trainierten Fähigkeiten – dieser Effekt schützte aber nicht vor einer echten Erkrankung.

So funktioniert das effektive Training

Das erfolgreiche „Speed of Processing“-Training arbeitet mit blitzschnellen visuellen Reizen. Eine typische Übung: Teilnehmer müssen ein zentrales Objekt identifizieren, während am Bildschirmrand kurz ein Symbol aufblitzt. Mit der Zeit wird die Aufgabe schneller und der Hintergrund komplexer.

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Warum ist das so viel wirksamer als ein Kreuzworträtsel? Neurologen erklären den Unterschied mit zwei Intelligenzformen:
* Kristalline Intelligenz (Kreuzworträtsel, Sudoku): Man ruft vorhandenes Wissen ab. Das Gehirn wird beschäftigt, aber nicht grundlegend neu herausgefordert.
* Fluide Intelligenz (Speed-Training): Das Gehirn muss Informationen schneller verarbeiten und Störreize ausblenden. Diese Anpassung stärkt die neuronale Effizienz und Vernetzung – und macht es widerstandsfähiger.

Markt für Gesundheits-Apps vor Umbruch

Die Technologie aus der Studie ist heute in kommerziellen Apps wie „BrainHQ“ verfügbar. Die klare Evidenz könnte den gesamten Markt für digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) verändern.

Experten erwarten einen Trend weg von Unterhaltungs-Apps hin zu evidenzbasierter Digitaler Therapeutik. Versicherer in den USA und Europa prüfen bereits, solche wirksamen Programme in ihre Präventionskataloge aufzunehmen. Der Grund liegt auf der Hand: Eine um 25 Prozent geringere Demenzrate spart Milliarden im Pflegesystem.

Wie viel Training ist nötig?

Die aktuellen Daten geben bereits eine erste Dosierungsempfehlung. Schon 10 bis 14 Stunden Training – verteilt über einige Wochen – zeigten messbare Effekte. Entscheidend sind gelegentliche Auffrischungen Jahre später.

Die Vision der Forscher ist klar: Die Zukunft der Gehirnprävention könnte so präzise werden wie eine Medikamentenverschreibung. Der jährliche Check-up beim Neurologen endet dann vielleicht mit einem digitalen Trainingsplan, der das Gehirn genauso fit hält wie das Fitnessstudio den Körper.

Die wichtigste Erkenntnis dieser Woche? Das Gehirn ist bis ins hohe Alter formbar. Es verlangt aber nach der richtigen Herausforderung. Für die Langlebigkeit des Geistes zählt offenbar Geschwindigkeit mehr als reines Wissen.

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