Gehirntraining repariert weiße Substanz und senkt Demenzrisiko
27.02.2026 - 00:00:45 | boerse-global.deEine neue Studie belegt, wie spezielles Gehirntraining das Gehirn physisch heilt. Die Untersuchung der New York University zeigt: Das sogenannte Speed-of-Processing-Training kann beschädigte weiße Substanz im Gehirn reparieren. Diese Erkenntnis liefert die biologische Erklärung für einen spektakulären Befund von Anfang Februar.
Damals hatte die große ACTIVE-Studie gezeigt, dass genau dieses Training das Risiko für Alzheimer und andere Demenzerkrankungen um bis zu 25 Prozent senken kann. Die jetzt veröffentlichten bildgebenden Beweise deuten auf einen historischen Paradigmenwechsel in der Neurologie hin.
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Die Beweiskette schließt sich
Den ersten Puzzlestein legte die ACTIVE-Studie am 9. Februar. In dieser Langzeituntersuchung trainierten über 2.800 gesunde Erwachsene über 65 Jahre weniger als 23 Stunden über zwei Jahrzete verteilt. Nur die Gruppe mit dem Speed-of-Processing-Training zeigte einen signifikanten Effekt: Ihr Demenzrisiko war um ein Viertel geringer.
Doch wie wirkt das Training im Gehirn? Diese Frage beantwortet nun die Studie der New York University vom 25. Februar. Mit einer speziellen Bildgebungstechnik, der korrelationalen Traktografie, wiesen die Forscher physische Reparaturen in der weißen Substanz nach.
Das Gehirn kann sich neu verkabeln
Die weiße Substanz isoliert die Nervenfasern wie ein Kabel und ist für schnelle Signalübertragung entscheidend. „Die Untersuchung beweist, dass computergestützte kognitive Rehabilitation Neuroplastizität induzieren kann“, erklärt Professor Gerald Voelbel von der NYU. Das Gehirn ist also formbarer als lange gedacht.
Die physischen Veränderungen gingen mit klar messbaren Verbesserungen einher: Die Probanden steigerten ihre Verarbeitungsgeschwindigkeit, Aufmerksamkeit und ihr Arbeitsgedächtnis. Damit widerlegen die Studien die alte Annahme, das Gehirn könne Schäden nur kompensieren, nicht reparieren.
So funktioniert das Speed-of-Processing-Training
Der Schlüssel liegt in der spezifischen Herausforderung. Das Training fordert das Gehirn permanent an seiner Leistungsgrenze. Nutzer müssen etwa ein zentrales Objekt identifizieren, während sie gleichzeitig ein Ziel am Bildschirmrand im Blick behalten. Schwierigkeit und Tempo passen sich dynamisch an.
Diese Technologie, ursprünglich von Wissenschaftlern entwickelt, ist heute in Apps wie BrainHQ von Posit Science verfügbar. „Die Studien verbinden die Fähigkeit des Gehirns, sich chemisch, strukturell und funktionell zu verändern“, sagt Geschäftsführer Henry Mahncke. Das Gehirn kann sich regenerieren.
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Ein Wendepunkt für die Präventionsmedizin
Für weltweit schätzungsweise 57 Millionen Demenzkranke sind die potenziellen Auswirkungen enorm. Bisherige Medikamente sind teuer und verzögern den Verlauf oft nur minimal. Ein digitales, nicht-invasives Training als Prävention bietet eine skalierbare und kostengünstige Alternative.
Experten rechnen damit, dass solche Trainingsprogramme bald in offizielle medizinische Leitlinien zur Demenzprävention aufgenommen werden. Allein in den USA könnten so langfristig Pflegekosten in Milliardenhöhe eingespart werden.
Neue Wege in der Rehabilitation
Die Erkenntnisse eröffnen auch völlig neue Perspektiven für die Rehabilitation. Nach Schädel-Hirn-Traumata oder Schlaganfällen könnte das Training gezielt eingesetzt werden, um geschädigte Hirnareale zu reparieren.
Forscher planen bereits weitere Studien. Sie wollen untersuchen, wie das Geschwindigkeitstraining optimal mit Faktoren wie Bewegung, Ernährung und Blutdruckkontrolle kombiniert werden kann. Die Botschaft ist klar: Unser Gehirn bleibt bis ins hohe Alter ein lern- und reparaturfähiges Organ.
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