Gehirntraining, Rezept

Gehirntraining auf Rezept: Krankenkassen zahlen jetzt

14.02.2026 - 21:39:12

Zertifizierte Online-Programme zur Behandlung kognitiver Störungen werden zunehmend von Krankenkassen übernommen und per ärztlichem Rezept verordnet.

Digitale Apps gegen Gedächtnisverlust erhalten zunehmend den Status einer Kassenleistung. Ärzte können sie wie Medikamente verordnen – die Kosten übernehmen die Kassen komplett.

Der Wandel ist greifbar: Was vor wenigen Jahren noch als kommerzielles „Gehirnjogging“ belächelt wurde, wird nun Teil der offiziellen Regelversorgung. Immer mehr zertifizierte Online-Programme erhalten den Status einer Digitalen Gesundheitsanwendung (DiGA) und können per Rezept verordnet werden. Für Millionen Menschen mit leichten kognitiven Störungen bis zu frühen Demenzstadien ein entscheidender Schritt – denn damit entfallen Kostenhürden.

Wissenschaft statt Marketing: Warum diese Apps anders sind

Das Vertrauen in „Gehirnjogging“ war lange fragwürdig. Kommerzielle Apps verbesserten zwar die Leistung in den geübten Aufgaben – ob das aber im Alltag half, blieb offen. DiGA-zertifizierte Programme funktionieren anders.

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) prüft jeden Antrag mit klinischen Studien. NeuroNation MED etwa musste seine Wirksamkeit an 288 Probanden nachweisen und schnitt signifikant besser ab als Standardversorgung. Nutzer berichteten von messbaren Verbesserungen im Alltag: weniger vergessene Termine, bessere Konzentration bei der Arbeit.

Memodio, speziell für Demenzpatienten entwickelt, folgte Anfang 2025. Beide Programme personalisieren ihre Übungen in Gedächtnis, Aufmerksamkeit und Denken – der Schwierigkeitsgrad passt sich an die Nutzerleistung an.

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Wenn Sie nach praktischen Übungen und einem schnellen Selbsttest suchen, gibt es einen kostenlosen PDF‑Ratgeber, der genau darauf eingeht: 11 alltagstaugliche Übungen, 7 zentrale Praxistipps und ein kurzer Selbsttest helfen, Konzentration und Gedächtnis zu stärken – ideal zur Prävention und als Ergänzung zu verordneten DiGA-Angeboten. Gratis-Report „Gehirntraining leicht gemacht“ herunterladen

So einfach funktioniert es für Patienten

Der Weg ist niedrigschwellig:

  • Arzt oder Psychotherapeut stellt Rezept aus (Voraussetzung: diagnostizierte leichte kognitive Störung)
  • Krankenkasse schickt einen 16-stelligen Freischaltcode
  • App läuft 90 Tage kostenlos – danach kann Verlängerung verordnet werden

Alternativ gibt es auch präventive Online-Kurse nach § 20 SGB V (Stressmanagement, Bewegung mit kognitiven Elementen), die Kassen bezuschussen oder vollständig zahlen.

Das steckt dahinter: Demografie und Digitalisierung

Die Entwicklung ist kein Zufall. Mit steigender Lebenserwartung wächst die Zahl der Demenzfälle – doch Therapieplätze sind knapp. Digitale, ortsunabhängige Angebote schließen diese Lücke.

Besonders relevant: Post-Covid-Patienten mit kognitiven Einschränkungen haben oft keine anderen Behandlungsoptionen. Die Apps ermöglichen kontinuierliches Training, objektive Erfolgskontrolle und – langfristig – Prävention.

Was kommt als Nächstes?

Künstliche Intelligenz könnte die Personalisierung weiter verfeinern. Forscher entwickeln bereits digitale Testbatterien, die präziser als klassische Papier-Tests arbeiten. Experten rechnen mit weiteren zugelassenen Programmen – mehr Wettbewerb bedeutet höhere Qualität.

Das deutsche Gesundheitssystem stellt sich neu auf: von Reaktion zu Prävention, von Sprechzimmer zu Smartphone. Die Verordnung einer App statt einer Pille – das wird Normalfall.

@ boerse-global.de

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