Gehirnjogging-Studie: Spezielles Training senkt Demenz-Risiko um 25 Prozent
25.02.2026 - 00:26:23 | boerse-global.deEine Langzeitstudie liefert den bisher stärksten Beweis: Gezieltes digitales Gehirntraining kann das Demenzrisiko signifikant senken. Veröffentlicht wurden diese Woche die Ergebnisse der 20-jährigen ACTIVE-Studie im Fachjournal Alzheimer's & Dementia. Demnach reduzierte ein spezifisches „Speed-Training“ die Erkrankungswahrscheinlichkeit um ein Viertel.
Diese Erkenntnis bringt Klarheit in eine jahrelange Debatte und stellt einen Wendepunkt für den milliardenschweren Markt der Gehirntrainings-Apps dar. Während einfache Rätsel weiterhin nur der Unterhaltung dienen, rückt nun die wissenschaftliche Fundierung in den Fokus.
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Der Durchbruch: Ergebnisse nach 20 Jahren Forschung
Die bahnbrechenden Daten stammen aus einer der umfangreichsten Langzeitstudien ihrer Art. Über zwei Jahrzehnte begleiteten Forscher mehr als 2.800 gesunde Erwachsene ab 65 Jahren. Sie wurden in Gruppen eingeteilt, die unterschiedliches Training absolvierten: Gedächtnis, logisches Denken oder Verarbeitungsgeschwindigkeit.
Das Ergebnis nach 20 Jahren ist eindeutig. Nur die Gruppe mit dem „Speed-Training“ plus späteren Auffrischungssitzungen zeigte einen messbaren Effekt. Ihr Risiko, an Demenz zu erkranken, lag 25 Prozent unter dem der Kontrollgruppe ohne Training. Für Mediziner ist dies der erste klare Beleg, dass ein nicht-medikamentöses, digitales Training langfristig das Gehirn schützen kann.
Was ist der Unterschied zum klassischen Gehirnjogging?
Der erfolgreiche Ansatz hat wenig mit Kreuzworträtseln oder Sudoku gemein. Beim „Speed-Training“ müssen Nutzer visuelle Ziele auf einem Bildschirm identifizieren – und das unter zunehmendem Zeitdruck und mit Ablenkungen. Es trainiert also die Geschwindigkeit und Genauigkeit der visuellen Informationsverarbeitung.
Ein Schlüssel zum Erfolg ist die dynamische Anpassung. Die Software erkennt Fortschritte und erhöht sofort den Schwierigkeitsgrad. Dies fordert das Gehirn kontinuierlich heraus und fördert die sogenannte Neuroplastizität – die Bildung neuer neuronaler Verbindungen. Klassisches Gedächtnis-training zeigte in der Studie hingegen keinen vergleichbaren präventiven Effekt.
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Ein Milliardenmarkt professionalisiert sich
Die Studie trifft auf einen boomenden Markt. Analysten beziffern das globale Volumen für Gehirntrainings-Apps auf knapp 10 Milliarden US-Dollar. Bis 2033 soll es auf fast 40 Milliarden wachsen. Das Angebot verschiebt sich deutlich: von simplen Spielen hin zu evidenzbasierten Gesundheitsanwendungen.
Entwickler setzen zunehmend auf KI, um personalisierte Trainingspläne zu erstellen. Die größte Nutzergruppe sind zwar noch Erwachsene im erwerbsfähigen Alter, doch die Generation 65+ wächst am schnellsten. Die Akzeptanz digitaler Prävention steigt in allen Altersklassen.
Kein Wundermittel, aber ein wichtiger Baustein
Experten mahnen zur realistischen Einordnung. Die besten Denkspiele sind kein Allheilmittel gegen Demenz. Sie wirken am effektivsten als Teil einer umfassenden Strategie für Gehirngesundheit.
Dazu gehören regelmäßige Bewegung, eine herzgesunde Ernährung, soziale Kontakte und ausreichend Schlaf. Dennoch sind die Studienergebnisse immens. Angesichts steigender Erkrankungszahlen und teurer Medikamente bietet ein risikofreies, zugängliches Training einen enormen Fortschritt in der Prävention.
Was bedeutet das für die Zukunft?
Die Verzahnung von Medizin und Softwareentwicklung wird enger. Gesundheitsbehörden könnten klinisch validierte Programme in Präventionskataloge aufnehmen und bezuschussen.
App-Entwickler werden ihre Algorithmen anhand der Studienerkenntnisse verfeinern. Die Apps der Zukunft werden noch stärker auf adaptive „Speed-Training“-Elemente setzen und präzise Auffrischungssitzungen einplanen. Für Millionen Menschen wird es so realistischer, die geistige Fitness evidenzbasiert und spielerisch zu erhalten.
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