Gefälschte, Smartphones

Gefälschte Smartphones: Vorinstallierte Malware wird zur Standardbedrohung

28.02.2026 - 17:48:53 | boerse-global.de

Neue Schadsoftware ist ab Werk in No-Name-Geräten installiert und ermöglicht Datenklau. Gefälschte Smartphones bergen zudem physische Risiken durch mangelhafte Akkus.

Eine neue Android-Malware namens „Keenadu“ ist bereits in der Firmware Tausender Geräte versteckt. Sicherheitsforscher warnen vor dieser neuen Welle hochentwickelter Bedrohungen in Smartphone-Fälschungen. Die Schadsoftware wird ab Werk installiert und ist beim ersten Einschalten aktiv.

Die unsichtbare Gefahr lauert im System

Die größte Bedrohung geht heute von der Software aus. Analysen von Cybersicherheitsunternehmen wie Kaspersky zeigen: Malware wie „Keenadu“ wird direkt in die System-Firmware günstiger No-Name-Geräte eingeschleust. Da sie tief im System verankert ist und oft gültige digitale Signaturen trägt, entgeht sie herkömmlichen Sicherheits-Scans.

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Einmal aktiv, gewährt die Schadsoftware Angreifern weitreichenden Zugriff. Sie kann Banking-Daten, private Nachrichten, Fotos und Standortdaten abgreifen. Eine andere Malware namens „Oblivion“ nutzt Android-Bedienungshilfen, um sogar SMS und Zwei-Faktor-Authentifizierungscodes abzufangen. Die Angreifer erlangen so die vollständige Kontrolle.

Explosive Akkus und billige Materialien

Doch die Gefahr ist nicht nur digital. Gefälschte Smartphones bergen erhebliche physische Risiken. Im Fokus stehen billige Lithium-Ionen-Akkus, bei denen an Sicherheitsmechanismen gespart wird. Diese Akkus neigen zur Überhitzung – besonders beim Laden. Experten warnen vor dem „Thermal Runaway“, einer chemischen Kettenreaktion, die zu Bränden oder Explosionen führen kann.

Die mangelhafte Qualität zieht sich durch das gesamte Gerät. Statt robustem Glas wird billiges Plastik verbaut, Gehäuse weisen unsaubere Übergänge auf. Selbst Markenlogos sind bei genauerem Hinsehen oft fehlerhaft. Diese Defizite verkürzen nicht nur die Lebensdauer, sondern können auch die Gesundheit gefährden.

So enttarnen Sie die Plagiate

Wie können Verbraucher sich schützen? Eine verlässliche Methode ist die Überprüfung der IMEI-Nummer. Sie ist für jedes Gerät einzigartig. Rufen Sie sie mit *#06## im Telefon-Wahlfeld ab und vergleichen Sie sie mit der Nummer auf der Verpackung. Prüfen Sie sie auch auf der Website des Herstellers.

Weitere Alarmzeichen sind Rechtschreibfehler auf der Verpackung und minderwertiges Zubehör. Originale zeichnen sich durch hochwertige Materialien und präzise Verarbeitung aus. Fälschungen fühlen sich oft leicht und billig an. Ein verräterisches Zeichen bei gefälschten iPhones: Sie nutzen ein modifiziertes Android-System und können sich nicht mit iTunes verbinden. Und der wohl deutlichste Hinweis? Ein Preis, der deutlich unter dem marktüblichen Niveau liegt.

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Ein Milliardengeschäft für die organisierte Kriminalität

Hinter den Fälschungen steckt ein riesiges Geschäft. EU-Zollbehörden beschlagnahmten im Jahr 2023 gefälschte Waren im Wert von fast 3,4 Milliarden Euro – ein Anstieg von 77 Prozent. Ein erheblicher Teil davon sind Elektronikartikel. Es handelt sich nicht um Kavaliersdelikte, sondern um ein Feld der organisierten Kriminalität.

Der Online-Handel hat das Problem verschärft. Fälschungen gelangen leicht über zahlreiche Plattformen und Fake-Shops zu ahnungslosen Kunden. Die Europäische Union versucht mit Initiativen wie dem Digital Services Act gegenzusteuern, um illegale Angebote schneller zu entfernen.

KI-Wettrüsten gegen die Produktpiraten

Die Zukunft wird von einem technologischen Wettlauf geprägt sein. Kriminelle nutzen zunehmend künstliche Intelligenz, um Betrugs-Websites und Phishing-Nachrichten noch überzeugender zu gestalten. Sicherheitsfirmen investieren parallel in KI-gestützte Abwehrmechanismen.

Für Verbraucher bleibt Wachsamkeit unerlässlich. Der Kauf sollte ausschließlich über autorisierte Händler erfolgen. Gleichzeitig müssen Online-Marktplätze stärker in die Pflicht genommen werden, um den Verkauf unsicherer Produkte zu unterbinden.

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