Fujitsu, Software-Entwicklung

Fujitsu automatisiert komplette Software-Entwicklung

19.02.2026 - 18:22:12

Fujitsu zeigt 100-fache Produktivitätssteigerung durch KI, doch eine Studie ergibt, dass 80 Prozent der Manager noch keine Auswirkungen sehen. Der Übergang erfordert neue Fähigkeiten.

Die KI-Revolution in der Software-Entwicklung erreicht einen Wendepunkt – doch die wirtschaftlichen Auswirkungen lassen auf sich warten. Während Fujitsu eine vollautomatisierte Entwicklungsplattform vorstellt, zeigt eine neue Studie: Die meisten Unternehmen sehen noch keinen Produktivitätsschub.

Fujitsu verkündete am Dienstag eine Plattform, die den gesamten Software-Lebenszyklus automatisiert – von der Planung bis zum Test. Das System nutzt mehrere KI-Agenten, die ohne menschliches Zutun zusammenarbeiten. In einem Pilotprojekt bewältigte die KI eine Aufgabe, für die traditionell drei Personenmonate nötig gewesen wären, in nur vier Stunden. Das entspricht einer 100-fachen Produktivitätssteigerung.

Bis Ende des Geschäftsjahres 2026 will der japanische Konzern die Plattform für alle 67 seiner Medizin- und Regierungssoftware-Produkte einsetzen. Diese Ankündigung verlagert die Diskussion vom KI-Assistenten zum autonomen Entwicklungsteam.

Die ernüchternde Realität der KI-Investitionen

Trotz solcher Durchbrüche zeigt eine Studie des National Bureau of Economic Research vom 19. Februar ein anderes Bild. Die Befragung von fast 6.000 Führungskräften in den USA, Großbritannien, Deutschland und Australien ergab: 80 Prozent der Manager sehen keine Auswirkungen von KI auf Produktivität oder Beschäftigung.

Weitere Analysen bestätigen diesen Trend. Bis zu 95 Prozent der generativen KI-Pilotprojekte im Unternehmenssektor liefern keine messbare Rendite. Zwei Drittel der Firmen, die KI integriert haben, reduzierten ihre Belegschaft nicht. Die größten Hürden sind demnach nicht technischer, sondern organisatorischer Natur: die Integration in bestehende Systeme und die Umschulung der Mitarbeiter.

Vom Programmierer zum KI-Orchestrator

Die zentrale Erkenntnis dieser Woche lautet nicht Ersetzung, sondern Transformation. Nandan Nilekani, Aufsichtsratsvorsitzender von Infosys, brachte es auf den Punkt: „Code zu schreiben wird nicht das Ziel sein.“ Stattdessen gehe es darum, KI-Systeme effektiv arbeiten zu lassen.

Diese Verschiebung erfordert neue Fähigkeiten. Gefragt sind nicht mehr manuelle Programmierkenntnisse, sondern Kompetenzen in KI-Engineering, Agenten-Orchestrierung und dem Management komplexer Systeme. Der Software-Ingenieur der nahen Zukunft entwirft, integriert und überwacht KI-Werkzeuge.

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Arbeitsmarkt im Wandel

Die aktuelle Lage spiegelt einen strukturellen Wandel wider. Während KI-Routinetätigkeiten automatisiert, entstehen neue strategische Rollen. Der Einstieg für Junioren wird schwieriger, wie bereits Stanford-Forschung zeigte. Erfahrene Ingenieure, die KI in ihren Workflow integrieren können, werden dagegen wertvoller.

Die Industrie reagiert mit massiven Investitionen in KI-Infrastruktur. Anfang Februar bestätigte Mistral AI 1,2 Milliarden Euro für schwedische KI-Infrastruktur – eine der größten derartigen Zusagen in Europa. Der Wettlauf um die Plattformen für die nächste Software-Generation ist in vollem Gange.

Anpassung als Schlüssel zum Erfolg

Der Weg für Software-Entwicklung führt über Anpassung. Die Ankündigungen von Fujitsu und die Kommentare von Branchenführern zeigen eine Zukunft, in der KI den Großteil der Code-Generierung übernimmt. Die ernüchternden ROI-Daten belegen jedoch: Der Übergang wird weder sofort noch reibungslos verlaufen.

Für Software-Ingenieure ist die Richtung klar: Der Fokus verschiebt sich vom Code-Bauer zum Dirigenten KI-gesteuerter Systeme. Wer Fähigkeiten in KI-Integration, strategischer Problemlösung und Systemarchitektur entwickelt, wird nicht nur überleben – seine Karrierechancen werden in einer Welt, die zunehmend von intelligenten Maschinen gebaut wird, eher wachsen.

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