FTC, Meldepflicht-Schwellen

FTC erhöht Meldepflicht-Schwellen für US-Fusionen

16.01.2026 - 01:03:12

Die US-Kartellbehörde FTC hat die Schwellenwerte für die Anmeldung von Fusionen angehoben. Ab Mitte Februar müssen weniger Transaktionen geprüft werden.

Die neuen Regeln gelten für alle Deals, die ab dem Inkrafttreten geschlossen werden. Die wichtigste Änderung: Das Mindesttransaktionsvolumen steigt von 126,4 auf 133,9 Millionen US-Dollar. Liegt ein Deal darunter, entfällt die Pflicht zur Anmeldung bei der FTC und dem Justizministerium. Die Anpassung erfolgt jährlich und orientiert sich am Wirtschaftswachstum.

Für Unternehmen mit US-Geschäft sind die HSR-Regeln entscheidend. Sie legen fest, ob eine Fusion oder Übernahme vorab von den Kartellwächtern geprüft werden muss.

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Neben der Basisschwelle von 133,9 Millionen Dollar gibt es weitere Stufen:
* Für Transaktionen zwischen 133,9 und 535,5 Millionen Dollar greift ein zusätzlicher Größen-Test für die beteiligten Unternehmen.
* Erst wenn beide Parteien bestimmte Umsatz- oder Bilanzsummen erreichen, wird die Meldepflicht ausgelöst.
* Bei Deals über 535,5 Millionen Dollar entfällt dieser Unternehmensgrößen-Test. Solche Mega-Transaktionen sind fast immer anmeldepflichtig.

Das Ziel: Die Behörden konzentrieren ihre Ressourcen auf jene Deals, die den Wettbewerb am stärksten beeinflussen könnten.

Höhere Gebühren und strengere Direktoren-Regeln

Parallel zu den Meldepflicht-Schwellen passt die FTC auch die Anmeldegebühren an. Diese sind gestaffelt und sollen den administrativen Aufwand decken. Sie steigen mit dem Transaktionsvolumen.

Ebenfalls angehoben wurden die Schwellenwerte für das Verbot von „interlocking directorates“. Diese Regelung soll verhindern, dass eine Person in leitender Position bei zwei konkurrierenden Unternehmen sitzt. Die neuen, höheren Grenzwerte reflektieren die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung.

Was die Anpassung für die Praxis bedeutet

Für die Wirtschaft ist die jährliche Indexierung eine Entlastung. Sie verhindert, dass durch die Inflation immer mehr kleine Transaktionen in den Prüfungsfokus rücken. Einige Deals am unteren Ende können nun schneller und mit weniger Bürokratie abgewickelt werden.

Doch Vorsicht: Die generell härtere Linie der US-Kartellbehörden bleibt. Besonders in sensiblen Sektoren wie Technologie oder Gesundheitswesen prüfen FTC und DOJ weiterhin sehr genau. Wer die Meldepflicht fälschlicherweise umgeht, riskiert hohe Strafen von aktuell über 50.000 Dollar pro Tag.

Für deutsche Konzerne mit US-Aktivitäten – ob im DAX oder im Mittelstand – ist eine frühzeitige kartellrechtliche Prüfung daher unverzichtbar. Die neuen Schwellen gelten für alle Abschlüsse ab Mitte Februar 2026. Experten raten dringend, bei Transaktionsplanungen erfahrenen Rechtsrat hinzuzuziehen.

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