Frontotemporale, Demenz

Frontotemporale Demenz: Wenn die Persönlichkeit schwindet

21.01.2026 - 22:56:12

Die seltene Demenzform FTD verändert früh die Persönlichkeit und das Sozialverhalten. Die Diagnose stützt sich auf Angehörigenberichte und Bildgebung, während Therapien auf Linderung zielen.

Frontotemporale Demenz (FTD) trifft Menschen oft schon in ihren 50ern. Anders als Alzheimer zerstört sie nicht zuerst das Gedächtnis, sondern die Persönlichkeit. Die seltene Erkrankung wird daher häufig falsch diagnostiziert.

Das auffälligste Warnsignal: Ein anderer Mensch

Die häufigste Form ist die Verhaltensvariante (bvFTD). Hier stehen tiefgreifende Veränderungen im Sozialverhalten im Vordergrund. Angehörige bemerken oft als Erste:
* Eine zunehmende Teilnahmslosigkeit und den Verlust von Interessen.
* Enthemmtes Verhalten mit taktlosen Bemerkungen und Impulsivität.
* Einen deutlichen Verlust von Mitgefühl und Empathie.

Betroffene haben selbst meist keine Einsicht in diese Veränderungen. Das macht die Beobachtungen von Familie und Freunden zum Schlüssel für eine korrekte Diagnose.

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Wenn die Sprache versagt

FTD kann sich auch primär als Sprachstörung zeigen – die primär progressive Aphasie (PPA). Patienten leiden unter Wortfindungsstörungen oder verlieren das Sprachverständnis. Im Gegensatz zu Alzheimer bleiben Gedächtnis und Orientierung dabei oft lange erhalten. Die Störung resultiert direkt aus dem Nervenzellabbau in den Sprachzentren des Gehirns.

Die komplexe Suche nach der Diagnose

Ein einfacher Test existiert nicht. Die Diagnose stützt sich auf mehrere Säulen:
1. Detaillierte Anamnese: Die Schilderungen der Angehörigen sind entscheidend.
2. Neuropsychologische Tests: Sie prüfen Fähigkeiten wie Planen und Entscheiden.
3. Bildgebung: MRT oder PET zeigen den typischen Schwund in Stirn- und Schläfenlappen.
4. Ausschluss anderer Erkrankungen: Ähnliche Symptome können von Depressionen oder Schizophrenie stammen.

Die Forschung arbeitet an Biomarkern, um die Diagnose künftig zu präzisieren.

Therapie und Forschung: Linderung statt Heilung

FTD ist nicht heilbar, aber behandelbar. Nicht-medikamentöse Ansätze wie Sprach- und Ergotherapie stehen im Vordergrund. Bestimmte Antidepressiva können Verhaltenssymptome mildern.

Die Wissenschaft sucht nach den Ursachen, zu denen auch genetische Faktoren gehören. Aktuelle Studien testen Therapien, die direkt an molekularen Defekten ansetzen – etwa den Ersatz fehlender Proteine im Gehirn. Diese Ansätze machen Hoffnung auf wirksamere Behandlungen in der Zukunft.

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