Fraunhofer-Studie, Homeoffice

Fraunhofer-Studie: Homeoffice steigert Produktivität um 20 Prozent

19.02.2026 - 06:39:11 | boerse-global.de

Eine neue Studie des Fraunhofer IAO liefert erstmals handfeste Daten: Die Arbeit von zuhause kann die individuelle Leistung um ein Fünftel steigern. Doch die Analyse zeigt auch einen klaren Kipp-Punkt, an dem der Vorteil schwindet.

Die groß angelegte Untersuchung des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) und der Techniker Krankenkasse (TK) analysierte über zwei Jahre die Leistungsdaten von rund 11.000 Mitarbeitenden. Das Ergebnis beendet die lange geführte Glaubensdebatte mit Fakten. Für konzentrierte Einzelaufgaben ist das Homeoffice effizienter. Gleichzeitig warnt die Studie davor, den Bürostandort komplett aufzugeben.

Die Kernaussage der Studie ist eindeutig: Im Homeoffice steigt die Produktivität bei konzentrierten Aufgaben um durchschnittlich 20 Prozent. Gemessen wurde dies an objektiven Kennzahlen wie bearbeiteten Kundenanfragen. Der Hauptgrund ist die ruhigere, störungsfreie Umgebung. Während im Großraumbüro ständige Unterbrechungen den Flow stören, bietet das Heimbüro den nötigen Rückzug. Diese Erkenntnis deckt sich mit einer früheren PwC-Umfrage, in der bereits 2024 eine Mehrheit der Arbeitgeber die Produktivität im Homeoffice als höher einschätzte.

Der gefährliche Kipp-Punkt

Mehr Homeoffice ist aber nicht automatisch besser. Die Studie identifiziert einen kritischen Schwellenwert: Überschreitet der Homeoffice-Anteil etwa 60 Prozent, beginnt die Gesamtproduktivität zu sinken. Die kurzfristigen Effizienzgewinne werden dann von langfristigen Nachteilen aufgefressen.

Die Ursache? Ein Mangel an informellem Austausch. Spontane Lösungen am Flur, der schnelle Rat des Kollegen oder kreative Impulse in der Kaffeeküche fallen weg. Diese sozialen Interaktionen sind jedoch essenziell für Innovation und Teamzusammenhalt. Fehlen sie zu oft, droht eine „soziale Erosion“, die die kollektive Leistung schwächt.

Das Büro wird zum Kollaborations-Hub

Die Studie definiert die Rolle des Büros neu. Es ist nicht länger der Standard-Arbeitsplatz, sondern wird zum unverzichtbaren Zentrum für:
* Komplexe Abstimmungen und kreative Prozesse
* Strategische Planungen und Workshops
* Die Einarbeitung neuer Mitarbeiter
* Die Pflege der Unternehmenskultur

Die Vorteile der Heimarbeit für die Mitarbeiter sind ebenfalls klar: 93 Prozent der Befragten gaben an, dass sie ihre Work-Life-Balance verbessert, und 81 Prozent fühlten sich weniger gestresst.

Die Zukunft ist hybrid – aber durchdacht

Die Studie bestätigt einen breiten Trend: Hybride Modelle haben sich dauerhaft etabliert. Umfragen des ifo-Instituts zeigen eine stabile Homeoffice-Quote von rund einem Viertel der Beschäftigten. Die Debatte dreht sich nicht mehr um das „Ob“, sondern um das „Wie“.

Für Unternehmen bedeutet das die Suche nach der optimalen Balance. Pauschale Regeln für alle sind laut den Studienautoren nicht zielführend. Stattdessen empfehlen sie einen „kontinuierlichen Radar“, der sowohl harte Leistungskennzahlen als auch weiche Faktoren wie Teamgeist im Blick behält. Der Erfolg gehört jenen Firmen, die die Produktivitätsvorteile des Homeoffice intelligent mit der Kraft der persönlichen Zusammenarbeit verknüpfen.

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