AKTIEN, FOKUS

AKTIEN IM FOKUS 3: Autowerte nach Gewinnwarnungen von Porsche und VW unter Druck

22.09.2025 - 18:26:46 | dpa.de

FRANKFURT - Europas Automobilwerte haben nach den Gewinnwarnungen des Volkswagen-Konzerns und seiner Sportwagen-Tochter Porsche AG DE000PAG9113 am Montag den Rückwärtsgang eingelegt.

(neu: Schlusskurse.)

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Europas Automobilwerte haben nach den Gewinnwarnungen des Volkswagen-Konzerns und seiner Sportwagen-Tochter Porsche AG DE000PAG9113 am Montag den Rückwärtsgang eingelegt. Der Stoxx Europe 600 Automobiles & Parts EU0009658681 büßte als klares Schlusslicht im europäischen Branchentableau zwei Prozent ein.

Für die Papiere der Konzernholding Porsche SE DE000PAH0038 ging es letztlich als schwächster Dax-Wert um 8,2 Prozent auf 32,26 Euro bergab und die VW-Vorzugsaktien DE0007664039 büßten 7,1 Prozent auf 90,38 Euro ein. Die Aktie der VW-Tochter Porsche AG DE000PAG9113 fiel um 7,2 Prozent auf 40,53 Euro. Letztere litt auch darunter, dass sie wegen ihrer zuletzt schwachen Kursentwicklung seit diesem Montag nicht mehr im deutschen Leitindex Dax DE0008469008 enthalten, sondern in den MDax DE0008467416 abgestiegen ist.

Die Nachrichten von VW und Porsche zogen auch die Papiere der wichtigsten europäischen Autobauer deutlich ins Minus. Anteilsscheine von Mercedes-Benz DE0007100000 sanken um 1,3 Prozent und jene von BMW DE0005190003 gaben um 1,1 Prozent nach. Für die Titel von Stellantis NL00150001Q9 und Renault FR0000131906 ging es um 2,6 beziehungsweise 1,6 Prozent nach unten.

Auslöser der Talfahrt des Autosektors war die Nachricht vom Freitagabend nach Börsenschluss, dass die Porsche AG aufgrund strategischer Umplanungen von neuen, milliardenschweren Belastungen in diesem Jahr ausgeht und daher mit noch weniger Gewinn rechnet. Auch der Mutterkonzern Volkswagen und die Dachgesellschaft Porsche SE der Familieneigentümer Porsche und Piech wurden wegen der Milliardenlasten vorsichtiger und kappten ihre Ergebniserwartungen.

Die Porsche AG entschied unter anderem, dass die Verbrenner-Modelle länger im Programm bleiben. Am Markt hieß es, es werde eine teure Strategie korrigiert, welche die Gewinnmargen des Luxusautobauers geschwächt und auch Volkswagen belastet habe. Für diese Umplanungen fallen in diesem Jahr erhebliche weitere Sonderlasten von rund 1,8 Milliarden Euro an.

Laut einem Händler war die Entscheidung unausweichlich, andere sprachen von einem herben Rückschlag für die ganze deutsche Autoindustrie. Eine realistischere Zielsetzung sei zwar grundsätzlich gut, hieß es von der UBS. Deren Experte Patrick Hummel geht aber bei der Porsche AG von weiterer Kursschwäche aus, da die Papiere der Stuttgarter immer noch deutlich höher als Mercedes sowie BMW und wie ein Luxuswarenkonzern bewertet seien.

Bernstein-Analyst Stephen Reitman sprach davon, dass die Anleger und auch Volkswagen spürbar frustriert über die Versuche der Porsche AG seien, ihre Probleme in den Griff zu bekommen und senkte sein Kursziel für die Aktie.

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