FORTIS-Projekt: EU fördert mit 2 Millionen Euro die Fabrik der Zukunft
19.01.2026 - 03:10:12
Die EU investiert Millionen in die nächste Generation der Mensch-Roboter-Kollaboration. Mit einer neuen Förderrunde sollen europäische Innovatoren sichere und effiziente Industrie-Arbeitsplätze schaffen.
Brüssel. Der Wettlauf um die smarte Fabrik von morgen geht in eine neue Runde. Das EU-Forschungsprogramm Horizon Europe schüttet über sein Flaggschiff-Projekt FORTIS erneut Fördermittel aus. Insgesamt 2 Millionen Euro sind im Rahmen des ersten „Open Calls“ für bahnbrechende Lösungen in der Mensch-Roboter-Interaktion (HRI) reserviert. Die Bewerbungsfrist endet bereits am 21. Januar 2026.
Ziel ist es, die industrielle Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine grundlegend zu verändern. „Boosting Development of the FORTIS Solution“ – so der Titel der Ausschreibung – soll etwa acht Projekte mit bis zu 250.000 Euro pro Vorhaben unterstützen. Im Fokus stehen Technologien, die später in das übergreifende FORTIS-System integriert werden können.
Die EU-KI-Verordnung stellt neue Pflichten für Entwickler von KI-Systemen – inklusive Kennzeichnung, Risikoklassifizierung und detaillierter Dokumentation. Wer an HRI-Lösungen für die Industrie oder an geförderten Projekten wie FORTIS arbeitet, sollte die Anforderungen jetzt kennen, um Förder- und Marktzugang nicht zu riskieren. Dieser kostenlose Leitfaden erklärt die wichtigsten Pflichten, Übergangsfristen und wie Sie Ihr System richtig klassifizieren. Jetzt kostenlosen KI-Umsetzungsleitfaden sichern
Wer förderfähig ist – und wer profitieren soll
Die EU setzt bewusst auf die Kraft kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU). Jedes Antragskonsortium muss mindestens ein KMU umfassen. Insgesamt sind Teams aus zwei bis drei Partnern gefragt, darunter auch Mittelständler, Universitäten und Forschungseinrichtungen. Die Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg ist Pflicht: Die Partner müssen aus mindestens zwei verschiedenen förderberechtigten Ländern stammen.
Die Finanzierungssätze sind attraktiv. Für gemeinnützige Organisationen können bis zu 100 Prozent der Kosten übernommen werden. Gewinnorientierte Unternehmen wie KMU erhalten eine Förderquote von bis zu 70 Prozent. Ein klares Signal Brüssels, Innovation in der Hochtechnologie gezielt zu unterstützen.
Diese vier Technologie-Felder stehen im Fokus
Gesucht werden praxisnahe Lösungen mit einem Technologiereifegrad (TRL) von 5-6. Die Ausschreibung konzentriert sich auf vier Kernbereiche:
- Aktivitätserkennung: Systeme, die menschliche Handlungen über tragbare oder stationäre Sensoren erfassen und verstehen.
- Langzeitgedächtnis für Roboter: Hier geht es um Gedächtniskonsolidierung, Vergessensmechanismen und lebenslanges Lernen für eine personalisierte Anpassung der Roboter.
- Verständliche Roboter: Die Kommunikation von Robotern soll durch räumliche Audio- und visuelle Signale intuitiver werden – was tut die Maschine und warum?
- Multimodale Wahrnehmung: Fortschritte in der Umgebungserkennung durch die Kombination verschiedener Sensordaten.
Die ausgewählten Teams durchlaufen ein 10-monatiges Projekt, strukturiert in drei agile Entwicklungsphasen (Sprints). Die Zahlungen erfolgen etappenweise nach erfolgreichem Abschluss der Meilensteine. Neben dem Geld erhalten die Projekte technischen Support, Mentoring durch führende KI- und Robotik-Experten sowie Zugang zu Testumgebungen in der realen Industrie.
Europäische Souveränität in der Schlüsseltechnologie
Die Initiative ist Teil der europäischen Strategie, im globalen Technologiewettbewerb – besonders bei Robotik und Künstlicher Intelligenz – die Spitzenposition zu halten. FORTIS steht für den Übergang zur intelligenten Fertigung, bei der die nahtlose Kooperation von Mensch und Roboter im Vordergrund steht.
Die entwickelten Systeme sollen kontextsensibel arbeiten und menschliches Verhalten modellieren, um Vertrauen aufzubauen. Langfristig verspricht man sich dadurch nicht nur sicherere und produktivere Arbeitsplätze, sondern auch flexiblere Produktionsprozesse und eine widerstandsfähigere europäische Lieferkette.
Für Innovatoren aus der Robotik- und Automatisierungsbranche ist dies erst der Anfang. Für 2027 plant das FORTIS-Projekt einen zweiten, mit 3 Millionen Euro noch größeren Förderaufruf. Die Zukunft der europäischen Industrie wird heute mitentwickelt.
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