Förderprogramm: 500 Millionen Euro für Ladesäulen an Mehrfamilienhäusern
08.04.2026 - 07:40:58 | boerse-global.de
Ab 15. April 2026 können Eigentümer und Vermieter Zuschüsse für Ladeinfrastruktur beantragen. Das Bundesverkehrsministerium will damit die größte Hürde für den E-Auto-Umstieg in Städten beseitigen.
Für Millionen Mieter und Wohnungseigentümer in Deutschland ist der Umstieg auf ein Elektroauto bisher eine praktische Herausforderung. Während Eigenheimbesitzer ihre eigene Wallbox installieren können, fehlt in Mehrfamilienhäusern oft die nötige Infrastruktur. Diese Lücke soll ein neues, bundesweites Förderprogramm schließen, das am 15. April 2026 startet. Das Fördervolumen: bis zu 500 Millionen Euro.
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Drei Förderstufen mit bis zu 2.000 Euro pro Stellplatz
Das Programm ist flexibel gestaltet und deckt verschiedene Ausbaustufen ab. Die Höhe des Zuschusses richtet sich nach der geplanten Technik pro Stellplatz.
- Bis zu 1.300 Euro gibt es für die reine Vorbereitung, also die Verlegung der notwendigen Leerrohre und Kabel.
- Bis zu 1.500 Euro werden für die komplette Installation inklusive einer Wallbox mit bis zu 22 kW Ladeleistung gewährt.
- Die maximale Förderung von 2.000 Euro ist für Ladepunkte mit bidirektionalem Laden vorgesehen. Diese Technologie erlaubt es, Strom nicht nur ins Auto, sondern bei Bedarf auch aus dem Fahrzeug zurück ins Hausnetz zu speisen – ein zukunftsträchtiges Konzept.
Neben der Wallbox selbst sind auch der Netzanschluss und erforderliche Bauarbeiten förderfähig.
Wer kann den Zuschuss beantragen?
Das Programm richtet sich an eine breite Zielgruppe, um möglichst viele Wohnverhältnisse abzudecken. Antragsberechtigt sind:
- Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG), bei denen die Abstimmung zwischen den Parteien oft eine Hürde war.
- Private Vermieter von Wohnungen.
- Kleine und mittlere Unternehmen (KMU), sofern sie Wohneigentum vermieten.
- Wohnungsbaugesellschaften und große Immobilienunternehmen, für die ein gesondertes wettbewerbliches Verfahren gilt.
Um gefördert zu werden, müssen Mindestanforderungen erfüllt sein. So müssen bei einem Gebäude mindestens sechs Stellplätze einbezogen werden. Bei größeren Beständen müssen zudem mindestens 20 Prozent aller Plätze vorverkabelt werden, um eine spätere Erweiterung einfach zu machen.
Antrag stellen: Windhundprinzip für Privatleute, Wettbewerb für Konzerne
Bei der Beantragung ist Tempo gefragt. Für WEGs, private Vermieter und KMU gilt das Windhundprinzip: Die Anträge werden in der Reihenfolge des Eingangs bearbeitet, bis die Mittel erschöpft sind. Das Antragsfenster öffnet am 15. April 2026 und schließt am 10. November 2026.
Für große Wohnungsunternehmen läuft es anders. Hier findet ein wettbewerbliches Auswahlverfahren statt. Anträge können bis zum 15. Oktober 2026 eingereicht werden, die Bewilligung erfolgt erst nach Abschluss des gesamten Prozesses.
Während neue Förderungen die Modernisierung erleichtern, stellen rechtliche Fragen zu Mieterrechten wie etwa Balkonkraftwerken viele Eigentümer vor Herausforderungen. Was Vermieter jetzt über die aktuellen Rechte und Pflichten rund um das neue Wohnungseigentumsgesetz wissen müssen, können Sie hier gratis nachlesen. Darf Ihr Mieter einfach ein Balkonkraftwerk installieren? Das neue Gesetz hat die Antwort geändert
Ein strategischer Schub für die Verkehrswende
Experten sehen in dem Programm einen längst überfälligen Schritt. Bisher war die Ladeinfrastruktur in urbanen Gebieten, wo ein Großteil der Bevölkerung in Mehrfamilienhäusern lebt, deutlich unterentwickelt. Die Förderung der technischen Grundausstattung macht den E-Auto-Umstieg für Mieter endlich alltagstauglich.
Zudem hilft das Programm, kommende gesetzliche Vorgaben wirtschaftlich umzusetzen. Die neue EU-Gebäuderichtlinie (EPBD) verlangt in vielen Fällen bereits eine Vorrüstung für Ladepunkte.
Mit dem Fokus auf den Gebäudebestand setzt die Bundesregierung ein klares Signal: Nach dem Auslaufen der Förderung für Einfamilienhäuser rückt nun die Modernisierung der Wohnquartiere in den Mittelpunkt. Angesichts des auf 500 Millionen Euro begrenzten Budgets wird mit einer hohen Nachfrage gerechnet. Interessierte sollten sich daher frühzeitig beraten lassen und Angebote einholen.
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