Finanzamt-SMS-Betrug kostet Opfer fast 400.000 Euro
16.02.2026 - 21:11:12Sicherheitsbehörden warnen vor einer neuen, aggressiven Welle von SMS-Betrug in Österreich. Ein 58-Jähriger fiel am Wochenende auf eine gefälschte Nachricht des Finanzamts herein und verlor beinahe sein gesamtes Vermögen. Das Landeskriminalamt Oberösterreich veröffentlichte heute eine eindringliche Warnung vor der mehrstufigen Masche.
So läuft der „Finlink“-Betrug ab
Die Täter agieren mit einer ausgeklügelten, mehrstufigen Methode. Alles beginnt mit einer SMS, die angeblich vom „Finanzamt Österreich“ kommt. Sie fordert dazu auf, die FinanzOnline-ID über einen Link zu verlängern.
Klickt das Opfer, landet es auf einer täuschend echten Fake-Website und gibt seine Bankzugangsdaten ein. Kurz darauf klingelt das Telefon: Ein angeblicher Bankmitarbeiter warnt vor einem Hack und bietet „Hilfe“ an. Unter diesem Vorwand wird das Opfer über Stunden zu Überweisungen auf Betrügerkonten manipuliert.
Im aktuellen Fall eskalierte die Situation noch weiter: Ein Komplize erschien persönlich an der Wohnadresse des Mannes. Er gab sich als Kriminalbeamter aus, ließ sich die Bankomatkarte aushändigen und hob damit Bargeld ab.
Warum die Masche so gut funktioniert
Der Erfolg basiert auf einer Mischung aus technischer Täuschung und massivem psychologischen Druck. Die Nachrichten erzeugen Dringlichkeit und drohen mit Kontosperrungen oder rechtlichen Schritten. Aktuelle Themen wie Steuererklärungen machen die Geschichten glaubwürdig.
Experten warnen zudem vor dem zunehmenden Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI). Die Bundesnetzagentur verweist auf die Gefahr durch Real-Time Voice Cloning. Diese Technologie kann Stimmen in Echtzeit klonen – und Anrufe von vermeintlichen Bankberatern damit täuschend echt klingen lassen.
Wer sich gegen Smishing, gefälschte Webseiten und sogar KI-basierte Stimmfälschung wappnen möchte, findet hier kompakte Hilfe. Ein kostenloser Leitfaden erklärt aktuelle Cyber-Bedrohungen (inkl. Smishing und Real-Time Voice Cloning) und liefert sofort umsetzbare Schutzmaßnahmen für Verbraucher und kleine Unternehmen. Jetzt kostenlosen Cyber-Security-Guide herunterladen
Diese Warnsignale sollten Sie kennen
Trotz der Raffinesse gibt es klare Alarmzeichen. Behörden wie das BSI raten zu diesen Grundregeln:
* Nie auf Links in unaufgeforderten SMS oder E-Mails klicken.
* Seriöse Institutionen wie Banken oder das Finanzamt fordern nie per SMS zur Eingabe sensibler Daten auf.
* Vorsicht bei unpersönlicher Anrede, Grammatikfehlern oder minimal abweichenden Webadressen.
Im Zweifel gilt: Kontakt abbrechen und die Organisation über die offizielle, selbst recherchierte Telefonnummer kontaktieren.
Im Ernstfall schnell handeln
Wer Daten preisgegeben hat, muss sofort reagieren. Diese Schritte sind entscheidend:
1. Bank informieren: Konten und Karten umgehend sperren lassen.
2. Passwörter ändern: Alle betroffenen Online-Konten von einem sicheren Gerät aus neu sichern.
3. Anzeige erstatten: Wichtig für Versicherungen und die Ermittlungsarbeit der Polizei.
4. Beweise sichern: Screenshots der Nachrichten und Chatverläufe aufbewahren.
Verbraucherzentralen bieten betroffenen Personen rechtliche Beratung und Unterstützung an.
Ein globales Phänomen mit hohen Fallzahlen
Der Fall in Oberösterreich ist keine Ausnahme. Smishing-Angriffe, die sich als Paketdienste, Banken oder in Not geratene Familienmitglieder ausgeben, sind weit verbreitet.
Allein bei der Bundesnetzagentur gingen 2025 über 85.000 Meldungen zu Rufnummernmissbrauch ein. Die Behörde schaltete als Reaktion rund 6.200 Nummern ab. Hinter den Kampagnen vermuten Ermittler professionelle, global agierende Netzwerke.
Die Bedrohung wird sich weiterentwickeln
Experten sind sich einig: Die Gefahr durch SMS-Betrug wird weiter wachsen. Kriminelle passen ihre Maschen schnell an aktuelle Ereignisse und technologische Möglichkeiten an.
Die fortschreitende KI-Entwicklung könnte gefälschte Kommunikation noch personalisierter und fehlerfreier machen. Für Verbraucher bleibt ein gesundes Misstrauen die wichtigste Verteidigung. Die Sensibilisierung, besonders von älteren Menschen, ist laut Polizei ein entscheidender Schritt.
@ boerse-global.de
Hol dir den Wissensvorsprung der Profis. Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Trading-Empfehlungen – dreimal die Woche, direkt in dein Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr.
Jetzt anmelden.


