Fast zwei Millionen Akademiker in Deutschland armutsgefährdet
20.02.2026 - 22:22:12 | boerse-global.deRund 1,9 Millionen Menschen mit Hochschulabschluss sind in Deutschland armutsgefährdet. Das zeigen aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes, die auf eine Anfrage des Bündnisses Sahra Wagenknecht (BSW) veröffentlicht wurden. Die Daten offenbaren einen alarmierenden Trend: Selbst ein akademischer Abschluss schützt immer weniger vor finanzieller Unsicherheit.
Akademiker-Arbeitslosigkeit steigt deutlich
Im Vergleich zu 2022 stieg die Zahl der betroffenen Hochgebildeten um etwa 350.000. Parallel kletterte die Arbeitslosenquote unter Akademikern von 2,2 auf 3,3 Prozent. Zwar stuft die Bundesagentur für Arbeit rund 3 Prozent noch als Vollbeschäftigung ein – der klare Anstieg markiert jedoch eine bedenkliche Wende in einem lange stabilen Segment.
Hinter den Zahlen steht eine einfache Gleichung, die nicht mehr aufgeht: Mehr Akademiker bedeuten nicht automatisch mehr gut bezahlte Jobs. Die Gesamtzahl der Hochgebildeten wuchs zwar um 1,6 Millionen auf 21,04 Millionen. Der Arbeitsmarkt kann diese wachsende Zahl offenbar nicht vollständig in adäquate Beschäftigung überführen.
Was „armutsgefährdet“ wirklich bedeutet
Die Statistik folgt der EU-Definition: Armutsgefährdet ist, wer weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens zur Verfügung hat. 2025 lag diese Schwelle für eine alleinlebende Person bei 1.446 Euro netto im Monat. Es geht also nicht um extreme Armut, sondern um relative Einkommensarmut, die gesellschaftliche Teilhabe erschwert.
Wer unter dieser Grenze lebt, hat oft Probleme mit unerwarteten Ausgaben, angemessenem Wohnraum oder Altersvorsorge. Dass fast zwei Millionen Akademiker diesen Status haben, ist ein deutliches sozialpolitisches Warnsignal.
Bildung als Schutzfaktor bröckelt
Die Relationen sind wichtig: Das Armutsrisiko für Menschen mit niedriger Bildung ist nach wie vor deutlich höher. Von 14,34 Millionen Menschen mit niedrigem Bildungsabschluss waren 2025 knapp 4,14 Millionen betroffen. Bildung bleibt ein Schlüsselfaktor.
Doch der Schutzschild bekommt Risse. Die klassische Gleichung „Studium gleich sicheres Einkommen“ gilt für eine wachsende Gruppe nicht mehr. Experten vermuten Ursachen wie mehr befristete Verträge, Teilzeit und atypische Beschäftigung auch in akademischen Berufen. Auch eine Sättigung des Marktes in bestimmten Studienfächern könnte mitspielen.
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Teil eines größeren Problems
Die Entwicklung bei Akademikern fügt sich in ein düsteres Gesamtbild. Zuletzt waren 16,1 Prozent der Gesamtbevölkerung – etwa 13,3 Millionen Menschen – armutsgefährdet. Besonders betroffen sind Alleinlebende und Alleinerziehende.
Die Veröffentlichung durch eine parlamentarische Anfrage dürfte das Thema nun auf die politische Agenda spülen. Die Debatte, wie akademische Bildung wieder in armutsfeste Karrieren münden kann, hat gerade erst begonnen. Sie wird die Politik noch lange beschäftigen.
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