Fachkraft für Arbeitssicherheit: Vom Pflichtposten zur Top-Karriere
22.02.2026 - 13:42:12 | boerse-global.deDie Fachkraft für Arbeitssicherheit (Sifa) zählt zu den drei am schnellsten wachsenden Berufen in Deutschland. Grund sind verschärfte Gesetze und ein neues Verständnis von Arbeitsschutz als strategischem Unternehmensziel.
Vom Techniker zum Strategen: Das neue Berufsbild
Lange galt die Sifa als reine Compliance-Stelle für Unfallverhütung. Heute ist sie ein zentraler Berater der Geschäftsführung. Ihre Aufgaben reichen von der psychischen Gefährdungsbeurteilung bis zum ergonomischen Design von Homeoffice-Arbeitsplätzen. Mit der Digitalisierung kommen neue Herausforderungen hinzu: die sichere Integration von Künstlicher Intelligenz (KI) in Produktionsprozesse und der Schutz von Daten in hybriden Arbeitsmodellen.
„Unternehmen begreifen den Arbeitsschutz nicht mehr als lästige Pflicht, sondern als Wettbewerbsvorteil“, analysieren Branchenkenner. Eine intakte Sicherheitskultur stärke die Mitarbeiterbindung und schütze vor Imageschäden und hohen Strafen.
Neue Regeln: Mehr Zugang, schärfere Kontrollen
Zwei regulatorische Änderungen treiben die Nachfrage an. Seit Anfang 2026 ist der Zugang zur Sifa-Ausbildung liberalisiert. Statt eines Ingenieurs- oder Meistertitels reicht nun ein Hochschulabschluss in Fächern wie Biologie, Psychologie oder Medizin. Diese Öffnung soll dem Fachkräftemangel entgegenwirken und neue Perspektiven in den Beruf bringen.
Gleichzeitig werden die Kontrollen härter. Die Gewerbeaufsicht muss seit dem 1. Januar 2026 mindestens fünf Prozent aller Betriebe pro Jahr prüfen. Im Fokus stehen die Qualität der Gefährdungsbeurteilungen und der Arbeitsschutzorganisation. Für Unternehmen wird eine professionelle Sifa damit unverzichtbar.
Die Aufsichtsbehörden prüfen Gefährdungsbeurteilungen immer genauer – kleine Formfehler oder lückenhafte Dokumentation können Bußgelder und Nachforderungen nach sich ziehen. Ein kostenloser Leitfaden bietet praxisgerechte Vorlagen, Checklisten und eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, mit der Sifas und Verantwortliche rechtssichere Gefährdungsbeurteilungen erstellen können, die Kontrollen bestehen. Gefährdungsbeurteilung: Vorlagen & Checklisten gratis herunterladen
Debatte um Bürokratieabbau: Mehr Last für die Sifa?
Die Bundesregierung plant, die Pflicht zur Bestellung eines Sicherheitsbeauftragten für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) zu lockern. Für Betriebe unter 50 Mitarbeitern könnte sie ganz entfallen. Die Pflicht, eine Fachkraft für Arbeitssicherheit zu beauftragen, bleibt davon jedoch unberührt.
Die Folge? Die Sifa in KMU würde zur alleinigen betrieblichen Sicherheitsinstanz aufsteigen und noch mehr Verantwortung tragen. Sie muss den Arbeitgeber bei allen Schutzmaßnahmen beraten – eine Aufgabe, die umfassende Expertise voraussetzt.
Gehälter steigen, Digitalisierung schreitet voran
Die Marktreaktion auf diese Entwicklungen ist deutlich. Die Gehaltsspanne für Sifas liegt laut aktuellen Daten zwischen 52.000 und über 90.000 Euro jährlich. Gleichzeitig investieren Firmen verstärkt in HSE-Software (Health, Safety, Environment), um Compliance digital und nachweisbar zu managen.
Die Integration von Arbeitsschutzzielen in die ESG-Berichterstattung (Environmental, Social, Governance) hebt die strategische Bedeutung weiter. Immer mehr Unternehmen verpflichten sich zur „Vision Zero“ – einer Arbeitswelt ohne schwere Unfälle. Die Umsetzung dieses Ziels liegt maßgeblich in den Händen der modernen Sicherheitsfachkraft.
Ausblick: Branche vor anhaltendem Boom
Die Ausbildungskapazitäten für den gefragten Beruf, der 12 bis 15 Monate in Anspruch nimmt, werden ausgebaut. Der Branchentreffpunkt Arbeitsschutz Aktuell 2026 in Stuttgart im Oktober wird sich stark mit der Digitalisierung des Sicherheitsmanagements befassen. Klar ist: Im Zeitalter schärferer Kontrollen und komplexer Gefährdungen steht die Fachkraft für Arbeitssicherheit im Zentrum von Unternehmenserfolg und Compliance.
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