EZB, Zinserhöhung

EZB: Zinserhöhung rückt näher

27.03.2026 - 19:47:54 | boerse-global.de

Die Blockade der Straße von Hormus treibt Energiepreise und Inflationsrisiken in Europa, was eine Zinsanhebung der EZB im zweiten Quartal 2026 wahrscheinlicher macht.

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Der Iran-Konflikt zwingt die Europäische Zentralbank zum Umdenken. Vier Wochen nach Kriegsausbruch haben sich die Inflationsrisiken in Europa spürbar verschärft – und die Märkte beginnen, die Konsequenzen einzupreisen.

Blockierte Meerenge, steigende Preise

Die anhaltende Blockade der Straße von Hormus sowie zerstörte Infrastruktur an Öl- und Gasanlagen am Persischen Golf treiben die Energiepreise weiter nach oben. Für Europa bedeutet das: höhere Importkosten, steigende Verbraucherpreise, wachsender Handlungsdruck für die Notenbank.

Analysten der Helaba haben ihre Zinsprognosen bereits angepasst. Demnach gilt eine Zinserhöhung im zweiten Quartal 2026 als wahrscheinliches Szenario – die nächste EZB-Ratssitzung findet am 30. April statt. Bis dahin bleibt noch ein schmales Zeitfenster für diplomatische Fortschritte im Nahen Osten.

Stimmung trübt sich ein

Die wirtschaftlichen Frühindikatoren zeigen erste Bremsspuren. Verbraucherumfragen und Servicebarometer registrieren Stimmungseinbrüche, die den Energiepreisschock bereits widerspiegeln. Lediglich einzelne Industriebarometer wie Einkaufsmanagerindizes konnten positiv überraschen – ein schwacher Trost angesichts des großen Bildes.

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Gleichzeitig fehlen aus den USA klare Signale für baldige Zinssenkungen. Das erhöht den Druck auf europäische Anleger zusätzlich, die sich zwischen Inflationssorgen und geopolitischen Risiken bewegen.

Zwar sorgten zwischenzeitliche Hoffnungen auf eine diplomatische Annäherung zwischen Washington und Teheran kurz für Entspannung an den Märkten. Doch die fortgesetzte Eskalation hat diese Hoffnungen rasch wieder gedämpft.

Vorsicht vor Schnellschüssen

Nicht alle im EZB-Rat drängen auf schnelles Handeln. Der zyprische Zentralbankgouverneur Christodoulos Patsalides mahnte zuletzt zur Besonnenheit: Ohne ausreichende Datenbasis sei eine vorschnelle geldpolitische Entscheidung nicht angebracht.

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Diese Zurückhaltung spiegelt das Dilemma wider, in dem sich die EZB befindet. Einerseits erzwingt der Preisdruck eine Reaktion – andererseits könnte ein Zinsschritt inmitten geopolitischer Unsicherheiten die ohnehin gedämpfte Konjunktur zusätzlich belasten. Wie lange die Meerenge von Hormus blockiert bleibt, dürfte damit zur entscheidenden Variablen für die europäische Geldpolitik der kommenden Wochen werden.

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