Europa Schluss: Weitere Stabilisierung - Unsicherheit bleibt hoch
24.03.2026 - 18:29:51 | dpa.deEin ähnlich wilder Ritt wie zu Wochenbeginn, als US-Präsident Donald Trump Hoffnungen auf eine Deeskalation im Iran-Krieg geschürt und damit für eine rasante Trendwende gesorgt hatte, blieb den Anlegern diesmal erspart.
Nach einem freundlichen Start und zeitweisen Verlusten rettete der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 ein Plus von 0,13 Prozent auf 5.581,29 Punkte ins Ziel. Der Schweizer SMI CH0009980894 schloss auch dank der Kursgewinne defensiver Schwergewichte wie Nestle CH0038863350 und Novartis CH0012005267 1,02 Prozent fester mit 12.515,94 Punkten. Für den britischen FTSE 100 GB0001383545 ging es um 0,72 Prozent auf 9.965,16 Punkte hoch. Er profitierte von der Stärke mehrerer Schwergewichte aus der Öl- und Bergbaubranche.
Am Montag hatte Trump ein Ultimatum an den Iran verschoben und als Grund "produktive" Gesprächen genannt. Allerdings dementierte der Iran Verhandlungen zur Beendigung des Krieges umgehend. Die Kämpfe halten an. Damit hat die Unsicherheit an den Märkten Bestand, wie auch die wieder steigenden Ölpreise nach dem deutlichen Rückgang zu Wochenbeginn zeigten.
Zur Vorsicht mahnen zudem die jüngsten Konjunkturdaten, in denen sich die Auswirkungen des Iran-Krieges widerspiegelten. So belegte der von S&P Global ermittelte Einkaufsmanagerindex, dass sich die Stimmung in den Unternehmen der Eurozone im März stärker als erwartet verschlechtert hat. Ähnlich sah es in Großbritannien aus. Bei der Umfrage unter Einkaufsmanagern konnte erstmals der Ausbruch des Kriegs im Nahen Osten mit dem starken Anstieg der Energiepreise voll berücksichtigt werden.
Im marktbreiten Index Stoxx Europe 600 EU0009658202 führten die Aktien von Öl- und Gaskonzernen EU0009658780 am Dienstag die Gewinnerliste an. Gefragt waren zudem Telekommunikations- EU0009658947, Chemie- EU0009658947 und Rohstofftitel EU0009658624. Die Aktien des Chemieriesen BASF DE000BASF111 wurden zudem von einer neuen Kaufempfehlung von Deutsche Bank Research gestützt: Sie gewannen an der EuroStoxx-Spitze 4,2 Prozent. Dagegen ging es für SMI-Schlusslicht Givaudan CH0010645932 um 1,1 Prozent bergab, nachdem die Deutsche-Bank-Experten ihr Kaufvotum gestrichen hatten.
Verluste verzeichneten in Europa ansonsten vor allem Banken- EU0009658806, Einzelhandels- CH0019112553 und Industriewerte EU0009658905. Aus dem Einzelhandelsbereich stach Kingfisher GB0033195214 mit einem Minus von 2,3 Prozent negativ heraus. Dass die Experten der US-Bank Jefferies der britischen Baumarktkette solide Quartalszahlen attestierten, half den Aktien nicht.
SAP DE0007164600 führte mit einem Minus von 4,1 Prozent die Verliererliste im EuroStoxx an. Analyst Toby Ogg von der US-Bank JPMorgan hatte die Anteile des Softwarekonzerns von "Overweight" auf "Neutral" abgestuft und sein Kursziel deutlich gesenkt.
Dagegen sprangen die Aktien des spanischen Kosmetikkonzerns Puig Brands ES0105777017 um gut 13 Prozent hoch. US-Konkurrent Estee Lauder US5184391044 bestätigte Gespräche über einen Zusammenschluss beider Unternehmen. Die Aktien des französischen Branchenriesen L'Oreal FR0000120321 gewannen ein Prozent.
Trading lernen. Jetzt Platz sichern
Lernen. Traden. Verdienen.

