EUDR, Plattformen

EUDR: Neue Plattformen und Webinare treiben Umsetzung voran

17.03.2026 - 00:00:22 | boerse-global.de

Die praktische Umsetzung der EUDR beginnt mit einer Experten-Plattform und technischen Webinaren. Unternehmen nutzen das Vorbereitungsfenster bis zur Frist Ende 2026 für Compliance.

EUDR: Neue Plattformen und Webinare treiben Umsetzung voran - Foto: über boerse-global.de

Die Umsetzung der EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) gewinnt an Fahrt. Mit einer neuen Experten-Plattform und spezialisierten Firmen-Webinaren beginnt die entscheidende Phase der praktischen Umsetzung vor der Frist Ende 2026.

Gemeinschaftspraxis als zentrale Drehscheibe startet

Die Theoriephase ist vorbei. Am 13. März 2026 stellten das Europäische Forstinstitut (EFI) und die EU-Koalition für nachhaltige Lieferketten (EU SSCC) offiziell eine neue Community of Practice zur EUDR-Umsetzung vor. Über 250 Interessenvertreter aus Europa und Erzeugerländern nehmen teil. Die Plattform soll als neutraler Raum für Unternehmen, NGOs und Behörden dienen, um praktische Herausforderungen zu diskutieren und Erfahrungen aus Testläufen auszutauschen.

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Ein Kernexpertenteam, das alle sieben regulierten Rohstoffsektoren vertritt, wird von März bis Dezember 2026 sechs Mal tagen. Ziel ist der praxisnahe Test und der Austausch von Fallstudien. Diese institutionelle Unterstützung kommt genau zum richtigen Zeitpunkt. Viele Unternehmen haben bereits in digitale Rückverfolgbarkeitssysteme investiert, kämpfen aber mit der Standardisierung ihrer Sorgfaltspflichtprozesse.

Firmen-Webinare fokussieren auf technische Details

Parallel dazu verlagert sich der Fokus der Unternehmensschulungen. Anbieter von Compliance-Software wie Osapiens starteten diese Woche aktualisierte „EUDR Readiness 2026“-Webinarreihen mit Terminen am 16. und 19. März. Es geht nicht mehr um Grundlagen, sondern um technische Knackpunkte: die Erfassung von Geodaten auf Parzellenebene, die Durchführung von Risikoanalysen und die direkte Übermittlung der Sorgfaltserklärungen an das EU-System.

Plattformen wie TRACT bieten nun wöchentliche Live-Demos an, um soziale und Umweltrisiken in komplexen Lieferketten abzubilden. Diese interaktiven Sessions sind entscheidend, um etwa die kürzlich klargestellten „Primary Operator Plus One“-Pflichten für nachgelagerte Unternehmen zu verstehen. Sie sollen den Meldeaufwand für bestimmte Marktteilnehmer reduzieren.

Globale Lieferketten im Fokus: Costa Rica als Vorbild

Die EUDR betrifft den globalen Handel, was sich in den Schulungsprogrammen widerspiegelt. Ein Webinar am 19. März richtet sich gezielt an Exporteure in Nordamerika. Sie müssen die Standards einhalten, um Strafen und Marktzutrittsbarrieren zu vermeiden.

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Gleichzeitig liefern Erzeugerländer wertvolle Erfolgsgeschichten. So berichtete Mongabay am 13. März, dass die Kaffeeindustrie Costa Ricas kurz vor der flächendeckenden EUDR-Reife steht. Durch die Ausweitung eines Pilotprogramms erhielten Produzenten, Verarbeiter und Exporteure die notwendigen Werkzeuge und Schulungen. Dieser Fortschritt widerlegt die Behauptung, EUDR-Compliance sei unmöglich, und zeigt, wie strukturierte Vorbereitung Datenlücken schließen kann.

Strategisches Zeitfenster bis zur Frist 2026

Die aktuelle Aktivitätswelle folgt auf die Fristverlängerung Ende 2025. Die Kernanforderungen bleiben jedoch unverändert. Für Unternehmen ist 2026 ein strategisches Vorbereitungsfenster. Gezielte Vereinfachungen, wie reduzierte Meldepflichten für nachgelagerte Firmen, erfordern eine Neujustierung der Compliance-Strategien.

Die Webinare helfen bei diesem Übergang – von alten Systemen zu moderner Geodatenerfassung. Marktbeobachter sind überzeugt: Wer diese Zeit nutzt und Plattformen wie die Community of Practice aktiv einbindet, sichert sich einen deutlichen Wettbewerbsvorteil auf dem europäischen Markt.

Ausblick: Vereinfachungsbericht der EU-Kommission steht an

Bis Jahresende steht weitere Klarstellung an. Die EU-Kommission muss bis zum 30. April 2026 einen Vereinfachungsbericht zur EUDR vorlegen. Dieser soll den bürokratischen Aufwand für kleinere Unternehmen evaluieren und könnte nicht-legislative Klarstellungen bringen.

Unternehmen sollten im aktuellen Tempo weitermachen. Große und mittlere Unternehmen müssen bis zum 30. Dezember 2026 vollständig konform sein, Kleinst- und kleine Unternehmen haben bis zum 30. Juni 2027 Zeit. Die Webinare werden bis dahin noch technischer und fokussieren auf IT-Integration und Audit-Vorbereitungen. Die Integration der Lieferkette bleibt die größte Herausforderung, doch die jetzt geschaffenen Kooperationsrahmen bieten eine solide Grundlage.

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