EU-Zahlentransparenz, Firmen

EU-Zahlentransparenz zwingt deutsche Firmen zum Handeln

21.02.2026 - 03:04:12 | boerse-global.de

Ab Juni 2026 müssen Unternehmen mit über 100 Mitarbeitern verbindlich über Lohnlücken berichten und Gegenmaßnahmen ergreifen. Systematische Gehaltsvergleiche werden zur rechtlichen Notwendigkeit.

Eine EU-Frist setzt deutsche Personalabteilungen unter Druck: Bis zum 7. Juni 2026 muss die verschärfte EU-Zahlentransparenzrichtlinie in nationales Recht umgesetzt werden. Das zwingt Unternehmen zu einer strategischen Überholung ihrer Gehaltsstrukturen. Systematisches Salary Benchmarking wird vom Nice-to-have zur rechtlichen Notwendigkeit.

Neue Pflichten: Vom Entgelttransparenzgesetz zur EU-Regelung

Die EU-Richtlinie geht weit über das bisherige deutsche Entgeltstransparenzgesetz hinaus, das in der Praxis oft als zahnloser Tiger galt. Die neuen Regeln sind deutlich schärfer. So müssen künftig bereits Betriebe ab 100 Mitarbeitern verbindlich über ihre Lohnlücke berichten.

Zeigt ein Bericht eine unerklärte Lohnlücke von fünf Prozent oder mehr, ist eine gemeinsame Gehaltsprüfung mit dem Betriebsrat und Gegenmaßnahmen Pflicht. Kern der Richtlinie ist das Prinzip „Gleiches Geld für gleiche oder gleichwertige Arbeit“. Die Beweislast bei Diskriminierungsvorwürfen kehrt sich um: Der Arbeitgeber muss die Fairness nachweisen.

Gehaltsvergleich wird zur Compliance-Pflicht

Um diese Hürden zu nehmen, reicht Intuition nicht mehr aus. Umfassendes Salary Benchmarking – der datengestützte Vergleich interner Gehälter mit Marktstandards – wird zur Grundlage für Rechtssicherheit. Nur so lassen sich Gehaltsunterschiede mit objektiven Kriterien rechtfertigen.

Die Daten sind essenziell, um Lücken proaktiv zu schließen, bevor sie unter den neuen Sanktionsregeln zum Risiko werden. Zudem wird faire Bezahlung zum Imagefaktor: Die Richtlinie verpflichtet dazu, Gehaltsspannen in Stellenausschreibungen anzugeben. Transparente und gerechte Strukturen werden zum Wettbewerbsvorteil im Kampf um Talente.

Fahrplan für die Personalarbeit

Für HR-Verantwortliche bedeutet das konkrete Schritte. Zuerst steht eine interne Pay Equity Audit an, um bestehende Ungleichheiten nach Geschlecht und anderen Demografien aufzudecken.

Im nächsten Schritt braucht es verlässliche, aktuelle Benchmark-Daten für Branche, Region und Unternehmensgröße. Diese bilden die Basis für transparente Gehaltsbänder für alle Positionen. Entscheidend ist auch die Schulung von Führungskräften, die über Einstellungen und Gehälter entscheiden. Sie müssen die neuen Regeln und die firmeneigene Gehaltsphilosophie verinnerlichen.

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Mehr Gerechtigkeit für den Arbeitsmarkt?

Die EU reagiert mit der Richtlinie auf anhaltende Ungleichheit. In Deutschland liegt die Gender Pay Gap traditionell über dem EU-Durchschnitt; das alte Gesetz zeigte kaum Wirkung. Die neuen, schärferen Regeln sollen endlich Bewegung bringen.

Die Zeit nach Juni 2026 wird den deutschen Arbeitsmarkt nachhaltig verändern. Unternehmen, die jetzt in datengetriebene Gehaltsstrategien und eine Kultur der Transparenz investieren, sichern nicht nur ihre Compliance. Sie gewinnen auch das Vertrauen ihrer Belegschaft und positionieren sich als attraktive Arbeitgeber nachhaltig neu.

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