EU verschärft Reisekontrollen für russische Diplomaten
25.01.2026 - 07:22:12Ab heute müssen russische Diplomaten Reisen innerhalb der EU vorher anmelden – ein historischer Schritt im Kampf gegen Spionage. Die neue EU-Verordnung zielt darauf ab, nachrichtendienstliche Aktivitäten einzudämmen und die innere Sicherheit zu stärken. Für Unternehmen mit diplomatischen Kontakten bedeutet das neue Compliance-Herausforderungen.
Was die neuen Regeln konkret bedeuten
Seit dem 25. Januar gilt: Russische Diplomaten, Konsularbeamte und ihre Familien müssen jede Reise in einen anderen EU-Staat mindestens 24 Stunden vorher anmelden. Die Information geht an das Zielland und alle Transitländer. Bisher konnten sie sich mit ihren Akkreditierungen weitgehend frei im Schengen-Raum bewegen.
Die Mitgliedstaaten erhalten zudem das Recht, eine explizite Genehmigung für Ein- oder Durchreisen zu verlangen. Nationale Sicherheitsbehörden können Reisen so im Zweifel untersagen. Verstöße können hart bestraft werden – bis zum Entzug der diplomatischen Immunität.
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Hintergrund: Abwehr von Spionage und Desinformation
Die EU begründet den drastischen Schritt mit der Abwehr feindlicher Operationen. In der offiziellen Begründung heißt es, russisches diplomatisches Personal werde für nachrichtendienstliche Aktivitäten genutzt. Diese sollen den Krieg gegen die Ukraine unterstützen, unter anderem durch gezielte Desinformationskampagnen in Europa.
Vor allem osteuropäische EU-Staaten drängten seit Jahren auf solche Maßnahmen. Andere Mitglieder fürchteten diplomatische Gegenreaktionen Moskaus. Dass die Regelung nun in Kraft tritt, zeigt: Die Sicherheitsbedenken haben in Brüssel Priorität.
Folgen für Unternehmen und die Diplomatie
Für Firmen, Verbände und NGOs mit Kontakten zu russischen Vertretungen wird die Zusammenarbeit komplexer. Die Planung von länderübergreifenden Treffen oder Konferenzen muss die Meldefristen und Genehmigungsverfahren jetzt zwingend einberechnen. Compliance-Abteilungen stehen vor neuen Aufgaben.
Analysten werten die Regelung als weitere Verhärtung der Fronten zwischen Brüssel und Moskau. Sie isoliert russische Diplomaten stärker in ihren Gastländern und erschwert die grenzüberschreitende Koordination von Aktivitäten. Ist das der Anfang einer neuen Ära der Abschottung?
Ausblick: Erwartete Vergeltung und weitere Schritte
Die EU-Sicherheitsbehörden werden die Reisedaten nun zentral auswerten, um verdächtige Muster zu erkennen. Die Wirksamkeit der Maßnahme wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Anpassungen sind möglich.
Eine offizielle Reaktion aus Moskau steht noch aus, doch mit Vergeltung ist zu rechnen. Es ist wahrscheinlich, dass Russland die Bewegungsfreiheit für EU-Diplomaten auf seinem Territorium ähnlich einschränkt. Die EU hat diesen Konflikt in Kauf genommen – die Sicherheit innerhalb der eigenen Grenzen hat für sie oberste Priorität.
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