Handelsstreit, China

EU verschärft Handelsstreit mit China durch neue Anti-Dumping-Zölle

15.01.2026 - 13:14:12

Die EU verhängt endgültige Anti-Dumping-Zölle auf Laubholz-Sperrholz und prüft Strafmaßnahmen gegen chinesische Roboter-Rasenmäher. Dies führt zu Unsicherheit für Importeure und drohenden Preissteigerungen.

Die Europäische Union geht mit massiven Strafzöllen gegen chinesische Importe vor. Nach Holzwerkstoffen stehen nun auch Roboter-Rasenmäher im Fokus der Brüsseler Handelsverteidigung – mit spürbaren Folgen für deutsche Unternehmen und Verbraucher.

Brüssel/Berlin – Mit zwei konkreten Verfahren verschärft die EU-Kommission zu Jahresbeginn 2026 den Handelskonflikt mit China. Während endgültige Anti-Dumping-Zölle auf chinesisches Laubholz-Sperrholz bereits in Kraft sind, läuft die Untersuchung gegen elektrische Roboter-Rasenmäher auf Hochtouren. Für Importeure bedeutet das massive Unsicherheit und drohende Preissteigerungen.

Laubholz-Sperrholz: Bis zu 86,8 Prozent Strafzölle

Die Entscheidung ist gefallen: Seit Ende 2025 gelten endgültige Anti-Dumping-Zölle auf chinesisches Laubholz-Sperrholz. Die meisten Exporteure müssen nun 86,8 Prozent Abgaben zahlen – ein Wert, der den Handel praktisch zum Erliegen bringen dürfte. Nur ein kooperierender Hersteller erhielt einen reduzierten Satz von 43,2 Prozent.

Die EU-Kommission begründet die Maßnahmen mit massiven Preisunterbietungen chinesischer Anbieter. Diese hätten ihre Ware deutlich unter den Produktionskosten auf dem europäischen Markt verkauft und damit europäische Hersteller geschädigt.

Das Greenwood Consortium, das Produzenten aus Polen, Finnland und Frankreich vertritt, begrüßt die Zölle ausdrücklich. „Nur so kann fairer Wettbewerb wiederhergestellt werden“, heißt es in einer Stellungnahme. Tausende Arbeitsplätze in der europäischen Forst- und Holzverarbeitungsindustrie seien gesichert worden.

Doch die Zollbehörden bleiben wachsam. Ein bekannter Trick: Chinesische Hersteller deklarieren Laubholz-Sperrholz als „Nadelholz“, indem sie hauchdünne Furniere auftragen. Die Kommission hat angekündigt, diese Umgehungspraxis durch strenge Kontrollen zu unterbinden.

Anzeige

Unternehmen, die Holzprodukte importieren, übersehen oft neue Sorgfaltspflichten – die EU-Entwaldungsverordnung verlangt jetzt strenge Prüf- und Dokumentationspflichten, die Lieferketten schnell treffen können. Ein kostenloses E‑Book erklärt verständlich, welche Rohstoffe betroffen sind, wie Sie Umgehungsrisiken erkennen (z. B. irreführende Deklarationen als „Nadelholz“) und welche Nachweise Händler jetzt benötigen. Inklusive praktischer Checkliste zur schnellen Risikoprüfung und konkreten Umsetzungs-Tipps. Jetzt kostenlosen Entwaldungs-Check herunterladen

Roboter-Rasenmäher: Droht die nächste Zollwelle?

Während der Fall Sperrholz abgeschlossen ist, nimmt das nächste Verfahren Fahrt auf. Seit November 2025 untersucht die EU-Kommission auf Antrag des schwedischen Marktführers Husqvarna mutmaßliches Dumping bei elektrischen Roboter-Rasenmähern aus China.

Die europäische Gartenindustrie wirft chinesischen Herstellern vor, ihre Produkte mit künstlich niedrigen Preisen auf den Markt zu werfen. Betroffen sind alle autonom fahrenden Mähgeräte – egal ob mit Begrenzungsdraht oder kabelloser Navigation.

Importeure in Alarmbereitschaft
Besonders brisant: Die Kommission prüft eine sogenannte Importregistrierung. Würde diese angeordnet, könnten Strafzölle rückwirkend auf bereits eingeführte Ware angewendet werden. Für Händler wäre das ein finanzielles Desaster.

Handelsexperten rechnen mit ersten vorläufigen Zöllen bereits im Juli 2026. Eine endgültige Entscheidung soll Anfang 2027 fallen. Die bloße Ankündigung verunsichert den Markt bereits jetzt. Europäische Einzelhändler stocken ihre Lager auf oder suchen nach alternativen Lieferanten – alles vor dem Hintergrund der nahenden Gartensaison.

Deutsche Zollverwaltung und geteilte Reaktionen

In Deutschland passt die Generalzolldirektion ihr elektronisches Zollsystem ATLAS laufend an die verschärfte Handelspolitik an. Mehrere System-Updates am 14. Januar 2026 zeigen: Die bürokratische Last für Importeure wächst.

Die Reaktionen der deutschen Wirtschaft fallen gespalten aus. Hersteller von Gartengeräten begrüßen die Maßnahmen. Chinesische Staatshilfen verzerrten den Wettbewerb und hemmten Innovationen, argumentieren sie. Verbraucherschützer und Händler warnen hingegen vor den Konsequenzen. Zölle in Höhe von über 80 Prozent – wie beim Sperrholz – würden die Preise für umweltfreundliche Gartenpflege in die Höhe treiben.

Der aktuelle Schritt fügt sich in eine Reihe von Handelsstreitigkeiten ein. Erst am 12. Januar 2026 veröffentlichte die Kommission neue Leitlinien für Preisunterwerfungen in anderen Sektoren. Tags darauf folgte ein endgültiger Anti-Dumping-Zoll auf Bariumcarbonat. Die Botschaft ist klar: Brüssel setzt seine handelspolitischen Interessen konsequent durch.

Ausblick: Ein schwieriges Jahr für den Handel

Experten sagen 2026 ein entscheidendes Jahr für die EU-China-Handelsbeziehungen voraus. Mit den Sperrholz-Zöllen als „vollzogenem Recht“ und dem Rasenmäher-Verfahren im Hintergrund geht es nun um Durchsetzung und mögliche Vergeltung.

Peking hat solche Untersuchungen bereits als protektionistisch kritisiert. Handelsexperten rechnen mit Gegenmaßnahmen gegen europäische Exporte. Für die Rasenmäher-Branche steht der nächste kritische Termin im März 2026 an: Dann könnte die Kommission über die Importregistrierung entscheiden.

Bis dahin müssen europäische Importeure chinesischen Sperrholzes die hohen Zölle zahlen. Und alle, die mit Roboter-Rasenmähern handeln, sollten sich auf volatile Preise und unsichere Lieferketten einstellen. Die handelspolitische Konfrontation zwischen Brüssel und Peking ist in vollem Gange – mit direkten Auswirkungen auf Regale und Konten in Europa.

Anzeige

PS: Steigende Zölle und schärfere Prüfpflichten machen Holzimporte derzeit besonders riskant. Vermeiden Sie Lieferstopps und Sanktionen mit einem kompakten Leitfaden zur EU-Entwaldungsverordnung: Schritt-für-Schritt-Prüfung, Muster-Checks und Handlungsempfehlungen für Einkäufer, Zoll- und Compliance-Verantwortliche. Ideal für Importeure und Händler, die ihre Lieferketten schnell rechtssicher aufstellen wollen. Kostenlosen Leitfaden jetzt sichern

@ boerse-global.de