EU verbietet Vernichtung unverkaufter Kleidung
12.02.2026 - 00:44:12Die EU-Kommission hat diese Woche die Vernichtung unverkaufter Textilien verboten. Die Maßnahme gilt ab sofort für große Unternehmen und ab 2030 für mittelgroße Betriebe. Sie ist Teil der neuen Ökodesign-Verordnung und soll die massive Verschwendung in der Modeindustrie stoppen.
Schock für die Modebranche
Die neuen Regeln erlauben die Zerstörung unverkaufter Kleidung, Schuhe und Accessoires nur noch in Ausnahmefällen – etwa bei Sicherheitsrisiken. Ansonsten müssen Unternehmen auf Alternativen wie Weiterverkauf, Aufarbeitung oder Spenden setzen.
Die Zahlen sind alarmierend: In Europa werden jährlich vier bis neun Prozent aller unverkauften Textilien vernichtet. Diese Praxis verursacht rund 5,6 Millionen Tonnen CO₂-Emissionen pro Jahr – fast so viel wie Schwedens gesamte Nettoemissionen 2021.
Klimawandel trifft Lieferketten
Während der regulatorische Druck aus Brüssel wächst, kämpft die Branche bereits mit den direkten Folgen des Klimawandels:
* Extreme Wetterereignisse beeinträchtigen den Anbau von Rohstoffen wie Baumwolle
* Dürren und Überschwemmungen führen zu Ernteausfällen und Preisschwankungen
* Produktionsstätten in Südostasien sind zunehmend von Naturkatastrophen betroffen
Diese Entwicklungen gefährden nicht nur die Lieferketten, sondern auch die Lebensgrundlage von Millionen Menschen in den Anbauregionen. Beim kommenden Global Fashion Summit in Kopenhagen steht das Thema „Building Resilient Futures“ daher ganz oben auf der Agenda.
Die EU verschärft die Sorgfaltspflichten für Lieferketten – prüfen Sie jetzt, ob auch Ihre Rohstoffe betroffen sind. Ein kostenloser Leitfaden zur Entwaldungsverordnung erklärt praxisnah, welche Prüf- und Nachweispflichten auf Händler und Hersteller zukommen und liefert eine Checkliste zur schnellen Risikoabschätzung. So schützen Sie Ihr Unternehmen vor Strafmaßnahmen und machen Ihre Beschaffung zukunftssicher. Jetzt kostenlosen Leitfaden zur Entwaldungsverordnung herunterladen
Kreislaufwirtschaft wird zum Muss
Angesichts von Rohstoffknappheit und dem Vernichtungsverbot wird die Kreislaufwirtschaft zum ökonomischen Imperativ. Die Branche setzt auf mehrere Strategien:
Textil-zu-Textil-Recycling
Neue Verfahren sollen aus alten Stoffen hochwertige neue Fasern gewinnen und so den Lebenszyklus von Kleidung verlängern.
Boomender Secondhand-Markt
Der Wiederverkaufsmarkt wächst Prognosen zufolge doppelt so schnell wie der Markt für neue Mode – mit rund 10 Prozent pro Jahr.
Digitaler Produktpass
Ab 2026 eingeführt, soll dieser „digitale Zwilling“ Transparenz schaffen. Er liefert Informationen zu Materialien, CO₂-Fußabdruck und Reparierbarkeit.
Luxusbranche muss umdenken
Die EU-Vorschriften beschleunigen einen Strukturwandel, der die Branche fundamental verändert. Besonders Luxusmarken stehen vor einer Herausforderung: Sie setzten teils auf die Zerstörung von Lagerbeständen, um Exklusivität und hohe Preise zu wahren.
Jetzt wird Verknappung durch nachhaltiges Design und langlebige Qualität definiert. Diese Entwicklung trifft auf einen angespannten Markt: 45 Prozent der Verbraucher planen einer Umfrage zufolge, 2026 weniger Geld für Mode auszugeben.
Können Unternehmen Nachhaltigkeit glaubwürdig in ihre Markenidentität integrieren? Diejenigen, die innovative, ressourcenschonende Geschäftsmodelle etablieren, dürften in dieser neuen Ära die Gewinner sein.
@ boerse-global.de
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