Länder, Visum-Revolution

EU und Länder beschleunigen digitale Visum-Revolution

12.02.2026 - 08:22:11

Die EU plant digitale Schengen-Visa bis 2028, während Länder wie Frankreich und Brasilien ihre Systeme bereits umstellen. Der Trend zu Online-Anträgen und biometrischen Daten beschleunigt weltweit.

Die Ära des Papier-Visums geht weltweit zu Ende. Diese Woche treiben die Europäische Union und zahlreiche Nationen die vollständige Digitalisierung von Einreisegenehmigungen mit Hochdruck voran. Das Ziel: mehr Sicherheit, weniger Bürokratie und ein reibungsloserer Reiseverkehr für Millionen Menschen.

EU plant digitales Schengen-Visum bis 2028

Am 9. Februar 2026 stellte die Europäische Kommission ihre erste EU-Visumstrategie vor – ein Meilenstein. Bis 2028 sollen alle Kurzaufenthaltsvisa für den Schengen-Raum komplett digital abgewickelt werden. Kernstück ist eine einheitliche Online-Plattform. Antragsteller laden dort Dokumente hoch, zahlen Gebühren und füllen ein Formular aus. Mehrfache Konsulatsbesuche entfallen.

Ein entscheidender Fortschritt: Biometrische Daten wie Fingerabdrücke und Fotos sollen bis zu 59 Monate lang wiederverwendet werden können. Das entlastet Botschaften in Ländern wie Italien, die traditionell mit langen Wartezeiten kämpfen. Der klassische Visum-Sticker im Pass wird durch einen verschlüsselten Digitalcode ersetzt. Das erhöht die Fälschungssicherheit und beschleunigt die Kontrollen.

Frankreich und Brasilien gehen voran

Parallel zum EU-Plan starten nationale Initiativen. Frankreich modernisiert sein Schengen-Verfahren speziell für marokkanische Bürger. Ab April 2026 soll das biometrische EU-Ein-/Ausreisesystem (EES) manuelle Stempel ersetzen. Anträge können dann komplett online verwaltet werden.

Der Trend ist global. Brasilien schaltete am 8. Februar seine verpflichtende E-Visa-Plattform für australische Bürger frei. Mexiko stellte sein Verfahren für Brasilianer bereits am 5. Februar auf reine E-Visas um. Die Zeiten komplizierter Sticker-Visa sind gezählt.

Neue Visa für digitale Nomaden

Die Digitalisierung erfasst auch neue Lebensmodelle. Sri Lanka hat Anfang Februar die Online-Beantragung für ein Digital-Nomaden-Visum eröffnet. Es erlaubt Ausländern, im Land zu leben und für ausländische Arbeitgeber tätig zu sein. Zusätzlich führt das Land ein verlängertes Touristenvisum ein – beantragt per App. Die Botschaft ist klar: Die Zukunft der Mobilität ist digital-first.

Mehr Sicherheit, neue Pflichten für Reisende

Was treibt den Wandel? Für Staaten bedeuten digitale Systeme mehr Kontrolle und Effizienz. Visa können bei Sicherheitsbedenken leichter gesperrt werden, Routineanträge laufen automatisiert. Reisende profitieren von kürzeren Bearbeitungszeiten und mehr Komfort.

Doch die Bequemlichkeit hat ihren Preis. Neue digitale Pflichtprogramme wie das Europäische Reiseinformations- und -genehmigungssystem (ETIAS) der EU oder die britische Electronic Travel Authorisation (ETA) werden Standard. Sie erfordern eine Online-Registrierung vor der Reise – auch für visumfreie Reisende. Ab dem 25. Februar 2026 ist die britische EVA für alle betroffenen Reisenden strikt verpflichtend.

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Ein neuer globaler Standard entsteht

Die Entwicklungen dieser Woche zeigen: Der Papier-Visum ist ein Auslaufmodell. Mit der EU-Roadmap bis 2028 und verbindlichen E-Systemen in großen Volkswirtschaften entsteht ein neuer globaler Standard. Die Zukunft der Grenzkontrolle wird von Online-Portalen und Apps geprägt sein. Die Herausforderung liegt nun in der grenzüberschreitenden Kompatibilität der Systeme und einem inklusiven Zugang für alle Reisenden.

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