Indien, Freihandelsabkommen

EU und Indien stehen vor historischem Freihandelsabkommen

20.01.2026 - 15:22:12

Nach fast 20 Jahren Verhandlungen steht ein umfassendes Handelsabkommen zwischen der EU und Indien vor dem Abschluss. Es soll Zölle senken und strategische Lieferketten diversifizieren.

Die EU und Indien verkünden in Davos den Durchbruch bei einem der größten Handelsabkommen der Welt. Nach fast zwei Jahrzehnten Verhandlungen könnte bereits nächste Woche der Abschluss stehen.

Die Ankündigung markiert einen strategischen Wendepunkt. Beide Seiten wollen ihre wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit stärken und Lieferketten diversifizieren. Die formelle Bekanntgabe wird für den EU-Indien-Gipfel am 27. Januar in Neu-Delhi erwartet.

Ein Pakt für fast zwei Milliarden Menschen

Das Abkommen zielt darauf ab, Zölle massiv zu senken und den Marktzugang für Waren und Dienstleistungen zu verbessern. Besonders profitieren könnten deutsche Schlüsselindustrien wie der Automobilbau, der Maschinenbau und die Pharmabranche. Für Indien öffnet sich der privilegierte Zugang zum EU-Binnenmarkt mit seinen 450 Millionen Verbrauchern.

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Die Verhandlungen waren 2022 nach neunjähriger Pause wieder aufgenommen worden. Berichten zufolge sind bereits 20 von 24 Verhandlungskapiteln abgeschlossen. Sensible Bereiche wie die Landwirtschaft könnten teilweise ausgeklammert bleiben, um indische Bedenken zu adressieren.

Strategisches Signal gegen Protektionismus

Die geopolitische Botschaft ist klar: In unsicheren Zeiten setzen Brüssel und Neu-Delhi auf regelbasierten Handel und Multilateralismus. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sprach von der “Mutter aller Abkommen”. Gemeinsam repräsentieren beide Partner fast ein Viertel der globalen Wirtschaftsleistung.

Für Europa ist das Abkommen auch ein strategischer Schachzug. Es soll die Abhängigkeit von China verringern und robustere Lieferketten etablieren. Die EU ist bereits heute einer der größten Handelspartner Indiens mit einem Handelsvolumen von rund 120 Milliarden Euro.

Letzte Hürden vor dem Gipfel

Trotz des Durchbruchs bleiben knifflige Details zu klären. Ein Streitpunkt ist der europäische CO2-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM), der bei indischen Exporteuren auf Widerstand stößt. Wie diese Hürde genommen wurde, soll erst nach dem Gipfel bekannt werden.

Der Zeitplan ist ambitioniert. Nach der politischen Einigung in Neu-Delhi muss das Abkommen noch rechtlich überprüft und vom Europäischen Parlament sowie allen Mitgliedstaaten ratifiziert werden. Bis zur tatsächlichen Umsetzung könnte also noch Zeit vergehen.

Deutsche Wirtschaft hofft auf Wachstumsschub

Deutsche Industrieverbände reagierten bereits positiv. Für exportstarke Unternehmen aus Deutschland gilt Indien längst als unverzichtbarer Zukunftsmarkt mit hohem Wachstumspotenzial. Das Abkommen soll den Marktzugang rechtlich absichern und die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Konkurrenten aus den USA oder China stärken.

Kann der Pakt tatsächlich bis nächste Woche besiegelt werden? Die Weltwirtschaft blickt gespannt nach Neu-Delhi, wo ein neues Kapitel der globalen Handelsbeziehungen aufgeschlagen werden soll.

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